familand-Visionen: Allwetter-Strandbäder
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Strand-Urlaub mitten in „Gerania“ / Allwetter-Strandbäder

noch nicht veröffentlicht, „für Schwimmbad & Therme“, nächstmögliche Ausgabe

== Intro ==
Fernreisen sind eine tolle Sache: man fliegt oder kreuzt in die Sonne und lernt vielleicht sogar fremde Kulturen kennen. Die Sehnsucht nach weißen Stränden, Palmen und warmen Wellen, Freiheit und Abenteuer, vielleicht auch erotischen Begeg-nungen schürt das Verlangen, unseren kaltnassen Heimatgefilden zu entfliehen. Karibik, Pazifik, Dubai, Brasilien oder die Malediven stehen auf der Ferien-Wunschliste ganz oben. Vielleicht auch nur Mallorca, die Costa Brava oder die Kanaren, wenn exotische Ziele nicht finanzierbar sind. Sozusagen Alleman nach Spanien. Aber die Reise in die weite Welt hat auch entscheidende Nachteile, die gerade in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle spielen. Wir sind unbestreitbar mitten in einer Wirtschaftskrise und damit ist das Urlaubsgeld nicht mehr so flüssig vorhanden wie früher. Außerdem verbrauchen Flugzeuge und Ozeandampfer viel Kerosin bzw. Schweröl und schaden damit der Umwelt in hohem Maße. Der umweltfreundlichere Bahnverkehr ist für Lustfahrten in die Ferne aber kaum eine Alternative.

== Urlaubsziel Balkonien? ==
Die günstigste und umweltfreundlichste Art, die schönste Zeit des Jahres zu verbringen, ist immer noch zu Hause zu bleiben. Doch wer will schon wirklich als Erholung wochenlang auf dem Sofa sitzen und darauf warten, dass der Regen wärmer wird? Früher freute man sich im Sommer aufs Freibad, weil um die Mittagszeit oft über 30 °C im Schatten herrschten. Abwechselnd bräunte man sich, cremte sich gegenseitig ein, stürzte sich in die wohltemperierten Fluten, gönnte sich ein Eis oder spielte Minigolf. Doch die herrlichen Freibad-Zeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören. Der letzte „gute“ Sommer mit wochenlanger Sonne fand in Deutschland im Jahre 2003 statt. Sommerbäder, die in jenem Jahr teilweise mehr als 300.000 Gäste in der Saison verbuchen konnten, kommen neuerdings oftmals auf kaum mehr als 50.000 Gäste. Das ist natürlich viel zu wenig für einen nur annähernd kostendeckenden Betrieb. Für die vielleicht 50 Mio. Urlaubswilligen allein in Deutschland erscheint es also kaum verlockend, den Sommer in Balkonia, Gerania, Hortensia, Austrien oder Swizzeria zu verbringen.

== Bestand ==
Mitteleuropa verfügt über eine hervorragende touristische Infrastruktur, vor allem was die deutschsprachigen, die anglisti-schen, die frankophilen und die skandinavischen Länder angeht. In Sachen Kultur und Freizeit ist West-Europa weltweit führend. Hier gibt es tolle Burgen und Schlösser, pittoreske Altstädte, unzählige Museen und Theater sowie eine Riesen-Auswahl an modernsten Zoos, Freizeitparks, Erlebnisbädern und Thermen. Nicht zu vergessen die vielen interessanten Frei- und Naturbäder - aber die sind bei unseren derzeitigen Sommern ja offensichtlich ein Auslaufmodell. Immerhin gibt es aber den Vorteil gegenüber der Fremde, dass bei uns der Euro trotz fortschreitender Wechselkursverluste noch etwas wert ist. Und natürlich brauchen wir uns in der Heimat auch nicht mit Fremdsprachen herumzuschlagen, haben die beste ärztliche Versor-gung und ein hohes Maß an Sicherheit. Außerdem sind die Reisekosten niedrig, wenn man nicht weit fährt. Da kann man sich dann auch das eine oder andere Extra leisten, wie vielleicht einen Stern mehr beim Hotel, eine Wellness-Anwendung oder ein gutes Essen im Restaurant. Oder auch die Saisonkarte fürs Freibad...

== Bedürfnis-Befriedigung ==
Auch wenn man einen tollen Urlaub mit vielen Erlebnissen in der Heimat verbringen kann - vorausgesetzt man investiert Zeit in die Planung - bleibt immer noch das Grundbedürfnis nach Sonne, Wärme, Strand. Spaßbäder und Thermen können das nicht wirklich befriedigen. Selbst subtropische Erlebniswelten wie Tropical Islands, CenterParcs oder Therme Erding können einfach nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich in einer Halle befindet. Sicherlich alles tolle Freizeitziele, doch - überspitzt ausgedrückt - Urlaub wie in der Konservendose. Gerne kommt man hier vielleicht einmal die Woche hin - aber jeden Tag über die ganze Ferienzeit? Davon einmal abgesehen käme für eine vierköpfige Familie der Urlaub in einem solchen Resort wohl kaum billiger als die Pauschalreise in die Sonne.

== Die Vision ==
Ausgangslage ist, dass wir allein in Deutschland über 2.000 moderne Freibäder haben, die alle um´s Überleben kämpfen. Es müsste doch möglich sein, zumindest einige davon mit relativ geringem Aufwand in wetterunabhängige, mediterrane Dünen- und Strandlandschaften zu verwandeln. Die Idee des Allwetterbades gibt es ja schon seit über 50 Jahren - doch dabei geht man bislang immer von Ganzjahres-Hallenbädern aus, die man im Sommer mittels wandelbarem Dach zur Sonne hin öffnet. Das ist eine schöne Sache, aber auch relativ teuer. Eine wesentlich preisgünstigere Alternative wäre aber, bereits vorhandene Freibad-Strukturen zu nutzen und einfach mit warmen Indoor-Strandhallen und vielleicht auch interessanten Übernachtungs-Möglichkeiten vor Ort zu ergänzen. Damit macht man die wetterabhängigen Freizeit-Freibäder zum begehrenswerten Ur-laubsziel für alle Sommertage. In der kalten Jahreszeit könnte man die Beach-Hallen entweder solitär ohne Freibad betreiben, vielleicht aber auch einfach geschlossen lassen. Oder man nutzt sie in dieser Zeit als außergewöhnliche Ruhebereiche für eine Saunalandschaft, die man ja ebenfalls ohne großen Aufwand integrieren könnte. Strandsaunas wie auf Sylt oder Borkum gibt es ja im Winter ebenfalls keine.

== Aufwand ==
Viele Kostenfaktoren, die beim Neubau eines kompletten Bades anfallen, kann man bei der Umwandlung eines modernen Er-lebnis-Freibades in ein „Allwetter-Strandbad“ oder „Dünenbad“ vernachlässigen. So gibt es bereits das Empfangsgebäude mit Kasse, Umkleiden und sänitären Einrichtungen sowie Gastronomie. Ebenfalls vorhanden ist die komplette Wassertechnik in-klusive der Beckenanlagen. Auch die Verkehrs-Infrastruktur muss nicht zwingend geändert werden. Parkplätze und Zu-fahrtsstraßen sind ja bereits vorhanden. Zudem fallen natürlich auch keine Grundstückskosten an. Was man aber unbedingt zusätzlich benötigt, ist eine möglichst grosszügige, am besten organisch geformte Halle, die mit viel feinem Sand in eine Dü-nenlandschaft verwandelt wird. Die Halle sollte nach Möglichkeit ein voll verglastes Dach sowie eine zu öffnende Glasfront Richtung Süden besitzen. Helle, geschwungene Leimholzbinder als Träger würden den Urlaubs-Charakter ebenso unterstrei-chen wie - echte - Tropenpflanzen als Gestaltungselemente.

== Kein Strand im Land ==
Der Bau einer Hallenkonstruktion sollte für einen Architekten keine allzu große Herausforderung darstellen. Aber wo kommt der Sand her? Mutterboden vom Acker oder Kies aus der Rheinebene sind definitiv für diesen Zweck unbrauchbar. In großen Mengen echten Korallensand aus Hawaii zu importieren, wäre ebenfalls nicht praktikabel. Aber wir haben auch in Deutsch-land einige Dünengebiete, wo es feinen, hellen Sand gibt. Dort ein paar LKW-Ladungen abzufahren, dürfte kaum ins Gewicht fallen. Notfalls könnte man auch feinen Sand aus den Wanderdünen an der Kurischen Nehrung importieren, denn dort gibt es ihn wirklich in bedrohlichem Überfluß. Klar, in eine große Halle und auf das Gelände bis zu den Schwimmbecken hin passen schon einige Kipperladungen, doch wenn der Sand erst mal da ist, verbraucht er sich ja auch kaum. Der neue Strand bleibt also jahrzehntelang erhalten und verursacht weitaus weniger Unterhaltskosten als eine Wiese, die man ja einmal wöchentlich mähen und außerdem wässern und jäten muss.

== Green Pool ==
Wer einen Strand hat, der braucht auch Wärme. Das ist auch am Mittelmeer so, wo man an bedeckten Tagen kaum jemanden in den Wellen schwimmen sieht. Für ein Dünen-Freibad bedeutet das Heizkosten. Heutzutage wird ja in den meisten Freibädern immer noch an der Wassertemperatur gespart. Ein großer Fehler, denn im kühlen Naß mit meist weniger als 24 °C will kaum jemand schwimmen, vor allem wenn auch die Lufttemperatur nicht zum Bikini-Tragen geeignet ist. Das Wasser muss also zwingend erwärmt werden, möglichst auf angenehme 28 °C in den großen Becken und vielleicht 32 °C in kleineren Entspannungsbecken und Planschbecken bzw. über 36 °C in Whirlpools. Dafür bieten sich viele umweltverträgliche Heizquellen an, z. B. Wärmepumpen (an den Flüssen, die durch Industrie und Kraftwerke ohnehin für die Fischwelt zu warm geworden sind), Solardächer (z. B. über den Parkplätzen, wo sie auch Schatten spenden bei Hitze), Windräder (die heute pro Stück bis zu 18.000 Haushalte mit Strom versorgen können) oder Biogas-Anlagen. Eventuell können auch Thermalquellen angebohrt oder Tiefenwärme gewonnen werden. Oder es gibt einen Betrieb in der Nähe, der Abfallwärme produziert (z. B. Kraftwerke oder Gießereien). Jedenfalls gibt es jede Menge Verfahren zur Wärmegewinnung, die der Umwelt nicht schaden und mit überschaubaren Mitteln finanzierbar sind. Heizkosten für die Strandhalle werden im Sommer wegen der großzügigen Verglasung wohl kaum anfallen. Für eine eventuelle Winter-Nutzung könnte man allerdings eine Art Fußbodenheizung unter den Dünen installieren.

== Sportliche Nutzung ==
Ein Indoor-Strand ist für die Nutzung als Sportbereich eher ungeeignet. Will man kostengünstig bauen, dann muss man die Deckenhöhe möglichst niedrig halten. Für die beliebten Strand-Sportarten Beach-Volleyball und Beach-Soccer braucht man aber viel Freiraum nach allen Seiten, auch nach oben. Zudem wird dabei viel Sand aufgewirbelt und der Staub verteilt sich im ganzen Raum, was für die anderen Gäste unangenehm ist und die Lüftungskosten erhöht. Allerdings kann man den Strand ja im Außenbereich weiterführen - was sehr sinnvoll ist - und dort die Sport-Parzellen einrichten. Problemlos in eine Outdoor-Dünenlandschaft integrieren ließen sich beispielsweise auch ein Trampolinpark, ein Skaterpark, Abenteuer-Laufbahn, Streetball, Boule, Minigolf und andere beliebte Sportmöglichkeiten. So kann man quasi einen Outdoor-Fitneßpark errichten, der bei Schlechtwetter die Rückzugsmöglichkeit in die warme Strandhalle bietet.

== Ferien-Resort ==
Um eine ganzjährig garantiert gute Auslastung zu erhalten, empfiehlt es sich, auf dem Freibad-Gelände Übernachtungs-Möglichkeiten zu schaffen. Die meisten größeren Sommerbäder halten dafür genügend Fläche vor. Wichtig ist es aber, die Ferienhütten individuell zu gestalten, also abwechslungsreich zu machen. Man muss sich auch darin von den Mitbewerbern im Umfeld unterscheiden, Alleinstellungs-Merkmale entwickeln. Möglich wären beispielsweise Baumhäuser, Kelo-Blockhütten, Höhlenbauten oder Wohnhügel. Interessant wäre beispielsweise auch mal die Einbeziehung eines Sport- oder Sprungbeckens (ausreichende Wassertiefe ist wichtig) mit rundum gebauten, unterirdischen Wohnräumen, die mittels Unterwasserfenstern einen ständigen Blick in das Becken ermöglichen. Vielleicht auch mit zwischengeschaltetem Aquarium. Das wäre dann ähnlich wie ein Unterwasser-Hotel, aber wesentlich preisgünstiger zu errichten und zu betreiben. Zudem wären die Unterwasser-Fenster ein zusätzlicher Anreiz für kommunikative Badegäste. Nicht zu vergessen auch die jährlich stark wachsende Wohnmobil-Gemeinde, die von Therme zu Therme zieht. Sie könnte man mit einem warmen Strand-Freibad sicherlich ebenso locken wie das Zukunfts-Publikum der E-Biker.

== Alternative Parkdeck ==
Natürlich benötigt man nicht unbedingt ein Freibad, um einen Strand einzurichten. Es gibt immer mehr Beispiele vor allem aus Großstädten, wo man im Sommer erfolgreich Beachclubs betreibt oder sogar für wenige Tage künstliche Strände in Dis-kotheken oder Zelten einrichtet, um dort Partys zu feiern. Ein sehr guter Platz ist auch die im Sommer meist kaum genutzte, da zu heiße oberste Etage von Parkhäusern. Den künstlichen Strand kann man dort idealerweise mit ein paar Sauna-Blockhütten kombinieren und die Anlage damit ganzjährig und wetterunabhängig betreiben. Die Atmosphäre eines Freibades kann man auf einem Parkdeck allerdings nicht erreichen und zwangsläufig fehlt dort einfach eine große Wasserfläche.

== Fazit ==
Vor allem für Kommunen mit großen, gut ausgestatteten Freibädern stellt der Umbau zur Allwetter-Anlage eine kostengünstige Alternative zur drohenden Schließung wegen mangelhafter Auslastung dar. Damit läßt sich die Attraktivität deutlich steigern und der Zuschußbedarf senken. Die Badesaison würde sich nicht mehr nur auf ein paar sonnige Tage beschränken, sondern ließe sich auf die Monate April bis September ausweiten. Kombiniert mit einer Ferienanlage / pfiffigen Übernach-tungsmöglichkeiten und einer Saunalandschaft wäre sogar eine ganzjährig rentable Nutzung möglich. Auf jeden Fall aber ließen sich die notorischen Defizite signifikant reduzieren.
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