familand-Visionen: Gedanken zur Wellness-Welle
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== Gedanken zur Wellness-Welle ==
"Wellness" ist wohl der Begriff, der die Betreiber von Freizeiteinrichtungen und Übernachtungsbetrieben zu Beginn des 21. Jahrhunderts am meisten beschäftigt. Bedeutet "Wellness" eigentlich, daß man sich total fallenlassen sollte, also nur faul herumliegt und nichts tut? Und wie kann man sich als Bad-Betreiber vom großen Wellness-Kuchen ein schmackhaftes Stück abschneiden, ohne sich an zu großen Investitionen zu verschlucken?

== Was ist Wellness? ==
Den Begriff "Wellness" braucht man heutzutage sicher nicht mehr zu erklären. Überall im Alltag wird man damit konfrontiert. In nahezu jedem Prospekt und jedem Werbespot versucht man "Wellness" unterzubringen. Die Inflation dieses Wortes übersteigt sogar bei weitem die "Bio-Welle" der 1990er Jahre. Offenbar ist zwischenzeitlich fast jeder Verkaufs-Artikel und jedes Dienstleistungs-Angebot dem Wohlbefinden zuzuordnen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es auch "Wellness-Autos" und "Wellness-Toilettenpapier" gibt. Da fehlt schließlich höchstens noch das "Wellness-Atomkraftwerk". Im deutschen Sprachgebrauch wird Wellness zwischenzeitlich mit allgemeinem Wohlbefinden gleich-gesetzt.

== Meine Gedankengänge... ==
Die Anzahl der "Wellness-Center" in Hotels, Fitneß-Studios, Beauty-Farmen, Sauna- und Erlebnisbädern hat sich in den letzten fünf Jahren potenziert, die Auswahl ist unüberschaubar geworden. Leider geht aber das Angebot in vielen Wellness-Einrichtungen am Bedarf vorbei. Das liegt offensichtlich daran, daß man gar nicht weiß, was die Gäste wirklich wünschen und brauchen.

Nach einer Meinungsumfrage des bekannten Instituts Emnid in Bielefeld setzen die Anbieter in "Wellness-Centern" noch zu stark auf das Verabreichen von "Streicheleinheiten" und die Entspannung. Fitneß und Geist kommen leider oft zu kurz. Demnach werden von knapp vierzehn Prozent der Befragten Unterhaltungs- und Kulturangebote beim Wellness-Urlaub gewünscht, Tendenz steigend. Dies wird jedoch bislang fast nie angeboten. Nur wenige Kurorte ar-beiten daran, attraktivere Angebote als nur das klassische Streichorchester-Konzert im Kurpark anzubieten.

Ähnlich sieht es bei der Frage nach Aktivitäten aus - also Gymnastik, Sportangebote, Bewegungstherapie. Das kann durchaus schon das einfache Wandern in der freien Natur sein. Bislang wird aber von den Wellness-Abteilungen le-diglich der Wunsch nach Entspannung, Körper-pflege und Beauty-Anwendungen erfüllt, manchmal sogar übererfüllt. Mehrseitige Wellness-Flyer mit Dutzenden von Entspannungs-Angeboten sind zumindest für Thermen heutzutage Standard. Welche Angebote dabei sinnvoll sind, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Macht es wirklich Sinn, den Gast von einem Nichtstun-Termin zum nächsten zu schicken? Entspannung im Thalasso-Bad, dann Nachruhen beim Himalaya-Tee, schließlich eine Streichel-Massage oder ein Ayurveda-Guß, später ein Cleopatra-Bad in Stutenmilch, ein Softpack und ein halbstündiger Aufenthalt im heißen Wüstensand. Zwischendurch eine magere, doch äußerst vitaminreiche Mahlzeit mit viel Grünanteil, danach eine Gesichtsmaske und Maniküre. So ähnlich sieht das Programm in vielen "Wellness-Centern" aus.

Ausruhen pur also, ohne daß körperliche oder geistige Betätigung gefordert ist. Der gesundheitliche Aspekt wird dabei in den Hintergrund gestellt. Dabei sollte Wellness eigentlich die Abwechslung von körperlicher Betätigung, Entspannung und geistigen Tätigkeiten sein. Idealerweise sollten die bislang praktizierten Entspannungs-Wellness-Programme ("müßige Wellness") also durch Aktiv-Wellness-Angebote ("physische Wellness") und auch durch Programme zur Geistes-Wellness-Förderung ("psychische oder mentale Wellness") bereichert werden.

Dabei kommen beispielsweise Ausflüge in die Natur in Frage. Wissen Sie noch, wie erholsam der sonntägliche Wald-spaziergang mit der ganzen Familie war - als man noch nicht zum Brötchen kaufen mit dem Auto fuhr oder mit dem Billigflieger übers Weekend zum Shopping nach Mailand flog? Erinnern Sie sich noch an das aufgeregte Zwitschern von Vögeln, die vorbeiziehenden Schmetterlinge, den erfrischenden Schluck aus der kühlen Quelle und das Picknick mit belegten Broten auf einer Lichtung?

Körperlich anstrengend, interessant, aber auch gleichzeitig entspannend kann die Stippvisite bei Sehenswürdigkeiten wie Besucher-Bergwerken, Windmühlen, Burgen oder Höhlen sein. Der Besuch von kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen trägt ebenfalls zum psychischen Wohlbefinden bei. Man denke dabei an Museen, Theater, Musicals, Lesungen, Diskussionsrunden, Vorträge, Klosterbesichtigung etc..

Freizeiteinrichtungen wie Kinder-Spielhäuser, Zirkus, Tierparks, ja sogar Jahrmärkte und Freizeitparks können zu be-sucherschwachen Zeiten mit der Wellness-Gruppe besucht werden. Und auch der Einkaufsbummel in schönen Alt-städten oder im Outlet-Center kann zu einem gelungenen Wellness-(K)Urlaub durchaus beitragen. Als Abschluß bietet sich dann ein Latte Macchiato oder Stück Kuchen im besten Café der Stadt bzw. ein Amarena-Becher in der Eisdiele an. Wellness beinhaltet doch eindeutig, daß man es sich gut gehen lassen soll. Dabei steht auch nicht unbedingt im Pflichtenheft, daß man auf gutes Essen verzichten muß, um vielleicht ein paar Kilo abzunehmen. Eine Entschlackungs-Kur hat mit Wellness wenig zu tun.

Und ist Ihnen schon einmal in den Sinn gekommen, wie entspannend und gleichzeitig anregend ein Spiele-Treffen in netter Gesellschaft sein kann? Vom "Mensch-ärgere-dich-nicht" über das Schachspiel, den Skatabend oder die lustige "Monopoly"-Runde bis hin zu "Dungeons & Dragons" werden bei richtiger Leitung Wohlbefinden und geistige Betätigung gleichsam gefördert. Was sicherlich einen großen Teil der "mentalen Wellness" ausmacht. Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin und Spiele sind eigentlich immer lustig. Leider haben jedoch die meisten Erwachsenen das Spielen verlernt. Es wurde durch intensiven Fernsehkonsum, den abendlichen Kneipengang oder virtuelle Bekanntschaften ersetzt. Chatten im Internet mag ja ein interessantes Hobby sein, zum Wohlbefinden trägt es aber kaum bei.

Das Spielen ist aber ein guter Ansatzpunkt für pfiffige Anbieter von interessanten Wellness-Angeboten. Denn damit kann man sehr kostengünstig zu einer der Wurzeln des Wohlbefindens zurückkehren, nämlich zu den sozialen Kontakten beim Gruppenerlebnis. Man braucht dazu nur einen gemütlichen Bereich, der etwas vom übrigen Geschehen abgetrennt ist und bewirtet werden kann. So etwas wie das Nebenzimmer einer Kneipe.

Ein wirklich ausgewogenes Zusammenspiel von Fitneß, geistiger Tätigkeit und Entspannung sollte in jeder Wellness-Einrichtung angeboten werden. Denn man kann sich nicht wirklich erholen, wenn man nur auf der faulen Haut liegt. Die Fitneß, die man sich in volltechnisierten Kraftfabriken erwerben kann, sollte dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern allenfalls begleitend angeboten werden. Besser für die "physische Wellness" sind bedächtige Angebote wie Bogenschießen, Radfahren, Billard, Bergwandern oder Ruderboot fahren.

Dabei ist es durchaus sinnvoll, die Wellness-Center am Rande einer möglichst heilen Naturidylle zu platzieren. Alleine schon der Anblick einer blühenden Sommerwiese, schneebedeckter Bergspitzen, eines gurgelnden Wildbaches oder der Brandung am Meeresstrand bringt neue Kraft, ein Gefühl der Ausgeglichenheit und des inneren Glücks.

Dabei muß ein Wellness-Urlaub durchaus nicht unbedingt in exotischen Gegenden wie der Karibik oder auf den Ma-lediven stattfinden. Der Trend geht vor allem beim wichtigen Markt der Jungsenioren (ab 50 Jahren) und "Silver-Ager" (ab 60 Jahren) eindeutig in Richtung "Urlaub in der Heimat". Und zwar nicht zum Stubensitzen in "Balkonien", sondern hin zu den altbekannten Destinationen wie Schwarzwald, Ostsee und Alpen. Um nur exemplarisch einige zu nennen.

So ist die Zahl der Übernachtungen in Deutschland in den vergangenen Jahren jeweils um über ein Prozent gestiegen. Aus anderen europäischen Ländern kamen pro Jahr teilweise sogar über fünf Prozent mehr Urlauber nach Deutschland. Offenbar steigt langsam die Akzeptanz Deutschlands auch als Urlaubsland.

Dabei spielt die Wellness-Branche als Motor des Wachstums eine entscheidende Rolle. Etwa die Hälfte aller Deutschen, die im Inland verreisen, bevorzugt zwischenzeitlich den Aufenthalt in Wellness-Hotels. Für jede bessere Herberge ist daher das Vorhandensein eines Pools und einer Saunalandschaft schon lange ein Muß. Und immerhin jeder fünfte Ausländer weiß zwischenzeitlich solche Angebote in deutschen Hotels zu schätzen und sucht sein Domizil dementsprechend aus.

== Resumée ==
Ganz offensichtlich ist Wellness der Megatrend des neuen Jahrhunderts. Die deutschsprachigen Länder sind dabei auf dem besten Wege, die Führungsrolle in Europa zu übernehmen. Denn die richtungsweisenden Weltunternehmen für Sanitär, Fliesen, Hygiene, Solarien, Wasser-, Heizungs- und Lufttechnik sind fast alle in Deutschland oder Österreich beheimatet.

Zahlungskräftige, zufriedene (Stamm-) Gäste gewinnt man ausschließlich in Wellness-Einrichtungen, die personell gut aufgestellt sind, aber auch technisch den neuesten Stand repräsentieren. Durch ausgefeilte, interessante Angebote in den Bereichen der physischen und mentalen Wellness kann diese Vorrangstellung ohne große Investitionen noch weiter ausgebaut werden.
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