familand-Visionen: Phantasie im Bäderbau
...
Mit Phantasie geht alles besser…

== Vorwort ==
Wie baut man ein Freizeitbad? Eine Frage, die offenbar einige Architekten vor unlösbare Probleme stellt - wenn man sich die Ergebnisse anschaut. Dabei ist das ist keine Zauberei. Man muß nicht "Harry Potter" in altgriechischer Originalfassung gelesen haben. Also erst einmal ein Blick ins Internet-Kochbuch für moderne Architektur…

== Das Grund-Rezept ==
Man nehme (für ein durchschnittliches Freizeitbad):
- ein Sportbecken, möglichst 25 Meter mit fünf Bahnen, 180 - 200 cm tief
- ein Lehrbecken, ca. 80 bis 100 m², 80 - 135 cm tief
- ein Spaßbecken, etwa 200 m², 134 cm tief, mit Massagedüsen, Nackendusche, Sprudelliegen
- ein Whirlpool, Plastik-Standard, ca. 8 Personen
- ein Planschbecken, 0 - 40 cm, mit Minirutsche
- eine bunte Turbo-Allrad-Röhrenrutsche, ca. 60 bis 100 m, evtl. tlw. abgedunkelt

Je nach Gusto noch ein paar weitere Attraktionen wie Strömungskanal, Bodenblubber, Quelltopf und Spritzdüsen hinein in den Teig. Das Ganze gut verrühren und nach Bedarf mit Solarien, Wasserfall, Grotte und Unterwasser-Lautsprechern nachwürzen.

Nicht zu vergessen die echt-finnische Saunalandschaft mit Mikrowellen-Sauna, Buntlicht-Sanatorium, original rö-misch-irischem Plastik-Dampfbad und 3.000 Jahre altem Allgäuer Heuschuppen. Für die Wellness reserviert man zwei kleine Abstellräume mit Massageliegen. Als Garnierung des Bad-Menüs empfiehlt sich eine "Free-Flow"-Pommesbude.

Ach ja, die avantgardistische, spitz zulaufende Sichtbeton-Hülle drum herum nicht vergessen, sonst sieht es ja genauso aus wie die Lagerhalle für die Spedition, die wir letzte Woche gebaut haben. Nicht daß wir da die Pläne verwechseln! Jetzt noch ein paar Spritzer Farbe dazu - vor allem Weiß, denn die Gäste sollen ja mit ihren Handtüchern die Farbigkeit ins Bad bringen - und fertig ist das Freizeitbad. War doch gar nicht schwer.

== Planungs-Prozeß ==
Aber Spaß beiseite. Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Kein Wunder, denn der weitaus größte Teil aller "Erlebnis-bäder" ist nach diesem Muster gestrickt. Wer sich wie ich intensiv mit öffentlichen Bädern beschäftigt, kann oft schon nach dem ersten Augenschein genau sagen, wer das Bad geplant hat. Offenbar haben einige Architekten schon im Vo-raus ihren Standard-Bauplan in der Schublade und können für jedes beliebige Projekt binnen Minuten eine Grundriß-zeichnung liefern.

Das macht dann auch die Architekten-Wettbewerbe so spannend. Da melden sich für ein Bäder-Projekt nämlich nicht mehr drei oder fünf spezialisierte Büros, sondern teilweise mehr als eintausend! Die meisten davon glauben, daß doch wohl jeder ein Freizeitbad bauen kann, der schon mal einen Aldi-Markt oder das Wohnhaus des Bürgermeisters hin-bekommen hat. Da die Kommunen mit der Bewerberflut total überfordert sind (und auch nicht wissen, welche Archi-tekten gute Arbeit abliefern), wählen sie nicht etwa immer die qualifiziertesten Bäder-Büros aus, sondern bestimmen eine Handvoll durch Losverfahren (!!!). Die Ergebnisse sind dann entsprechend.

Je nach Wünschen und Finanzkraft der Investoren, Betreiber oder Bauherren werden ein paar Komponenten hinzuge-fügt (Anbauten) oder weggelassen. Dabei arbeitet man gerne mit den immer gleichen Lieferanten, Produkten und Ma-terialien, wobei bekannte Formen und Fliesenmuster nur selten ein wenig variiert werden. Ist ja erprobt, viel billiger und geht schneller. Der "Deja-Vu-Effekt" wird gleich kostenlos mitgeliefert.

== Planungs-Ergebnis ==
Was dabei herauskommt, erscheint dem Laien auf den ersten Blick vielleicht sehr interessant und aufregend. Stadträte und Bürgermeister beschäftigen sich ja meistens nicht viel mit dem Thema und sind durch ein paar rhetorische Gags bei der Vorstellung der Pläne leicht zu überzeugen. Aber hatten wir das nicht bereits schon mal? Waren wir nicht auch alle stolz auf die hypermodernen Bäder der 1960er und 1970er Jahre nach dem "Goldenen Plan" und die Freizeitbäder der ersten Generation aus den frühen 1980er Jahren (Stichwort: "Aquadrome"). Heute würden wir diese "Bausünden" gerne wieder ungeschehen machen - was aber aufgrund der enormen Investitionssummen meist nicht möglich ist. An einem Bauwerk dieser Dimension hat ein Eigentümer mindestens 30 Jahre zu knabbern, in der Regel sind es noch viele Jahre länger.

== Public-Private-Partnership als Lösung? ==
Hilft es vielleicht, das Bad nicht selbst zu betreiben, sondern einen PPP-Betreiber mit ins Boot zu holen? Vielleicht. Die haben in der Regel auf jeden Fall mehr Gefühl für die Wünsche der Gäste und sind zumindest anfangs zumeist auch recht erfolgreich. Man muß sich aber immer darüber im Klaren sein, daß der private Betreiber vor allem eines will: viel Geld verdienen. Und der Verdienst des privaten Betreibers muß aus den Eintrittsgeldern erwirtschaftet werden, die entsprechend hoch sein müssen. Funktioniert das aber nicht, ist die Kommune wieder gefordert, denn das Bad ist eben eine Immobilie und läßt sich nicht an einen anderen Ort versetzen.

== Überlegungen vor dem Bäderbau ==
Man sollte sich daher - schon lange bevor der erste Spatenstich stattfindet - viele, viele und noch mehr Gedanken da-rum machen, wie man etwas wirklich Außergewöhnliches schaffen kann, eine echte Wertschöpfung erreicht. Zwar gibt es in jedem Jahrhundert nur ein paar Baumeister, die der Nachwelt durch die zeitlose Schönheit, Eleganz und Intelligenz ihrer Entwürfe in Erinnerung bleiben (z. B. Da Vinci, Vauban, Schinkel, Gaudi, Hundertwasser), doch man könnte sich ja wenigstens darum bemühen, etwas wirklich Eigenständiges zu schaffen.

Die Einheits-Freizeitbäder von heute, die in diversen Fachzeitschriften wegen ihrer "klaren Formen-sprache" so hoch gelobt werden, wird man in längstens zehn Jahren nicht mehr mögen und in zwanzig Jahren wohl am liebsten abreißen. Nicht allein, weil sie einfach langweilig und oftmals sogar gästefeindlich sind, sondern auch, weil sie schon nach kurzer Zeit für den Badegast uninteressant und damit wirtschaftlich untragbar werden.

== Was ist schön? ==
Nun ist Geschmack etwas, das von jedem anders empfunden wird und worüber man trefflich (nicht) streiten kann. Kann etwas rein Funktionelles wie z. B. ein Sportbad überhaupt schön sein? Ist ein ästhetisches Bauwerk überhaupt zu finanzieren? Reicht es, ein Prozent der Bausumme für dekorative "Kunst am Bau" zu investieren? Oder muß nicht das gesamte Bauwerk ein einziges Kunstwerk sein? Das sind Fragen, die schon in das Thema Philosophie hineinspielen. Tatsache ist aber, daß es einzelnen Bauherren immer wieder mal gelingt, etwas Einzigartiges, etwas Schönes zu bauen. Und das mit einem Budget, das nicht unbedingt höher sein muß als üblich.

== Wer kann das? ==
Fakt ist aber auch, daß leider nicht jeder Architekt ein funktionierendes Bad bauen kann - so wie eben auch nicht jeder Bäcker gutes Brot backt. Es ist ein großes Risiko, einen im Bäderbau unerfahrenen Planer zu beauftragen, nur weil dieser vielleicht das städtische Parkhaus, den Supermarkt oder die Grundschule ganz gut hinbekommen hat. Und wer eine Autobahn-Brücke konstruieren kann, muß nicht zwangsläufig auch ein guter Bäder-Architekt sein. Darauf ist er einfach nicht spezialisiert, kennt die Wünsche und Bedürfnisse der Klientel nicht genau und hat auch nicht den Markt-Überblick und die richtigen Kontakte zu den Lieferanten. Von daher gehen die "Erstlingswerke" der meisten Architekten, die sich oftmals recht unbedarft an Bädern versuchen, meistens voll in die (Bade-) Hose.

== Was ist schlecht? ==
Es würde viele Seiten füllen, die baulich weniger wertvollen Bäderneubauten (oder -Umbauten) der letzten Jahre auf-zuzählen. Es gibt wirklich Hunderte davon, die aber fast alle eines gemeinsam haben: sie werden vom potentiellen Zielpublikum schlecht angenommen. Man geht nur zwangsweise dorthin, wo man sich nicht wohl fühlt. Von daher können "unschöne" Bäder nur niedrige Eintritts-preise nehmen und sind zum ewigen Defizit verdammt. Eine Kosten-deckung ist nicht möglich, auch wenn das Personal noch so freundlich ist und sich aufopfert. Es wird eben bildlich ge-sprochen aus einem Fiat Panda niemals ein Ferrari, selbst wenn man ihn noch so sehr poliert und mit allen Tuningteilen aufmotzt.

Leider gibt es aber nur sehr wenige Bäder, die man objektiv als wirklich rundum gelungen oder zumindest als außer-gewöhnlich bezeichnen kann. Auch da scheiden sich bei der Auswahl bestimmt die Geister, aber ich will dennoch bei-spielhaft mal vier der besten benennen.

== Hundertwasser-Therme ==
Da wäre zunächst mal die "Rogner-Therme" in Blumau, eingebettet in das größte bewohnbare Gesamtkunstwerk der Welt. Geschaffen von Friedensreich Hundertwasser, der ja eigentlich gar kein Architekt war, sondern ein recht um-strittener Maler. Mag man von seinen Bildern halten was man will, die von ihm entworfenen Bauwerke sind immer etwas wirklich Besonderes und werden von vielen wie Götzenbilder verehrt.

Ganze Pilgerscharen strömen zu den Hundertwasser-Häusern in Wien, Darmstadt, Bad Soden oder Magdeburg, um nur ein paar zu nennen. Seine Meisterleistung ist aber wohl unbestritten das wunderschöne Thermen-Dorf in der Steiermark - offiziell nach dem finanzierenden Luxus-Hotelier Rogner benannt, von den meisten aber als "Hundertwasser-Therme" tituliert. Wer die unvergleichliche Atmosphäre dort schon mal geatmet hat, wird für immer davon bezaubert sein. Die Mystik der zauberhaften Form- und Farbgebung, die Abwesenheit des rechten Winkels, ja sogar der ebenen Horizontalen, die Einbeziehung der Natur in das Bauwerk sind nur einige Komponenten der gelebten Philosophie dieses einzigartigen Menschen und Bäderbauers.

== Mediterana ==
Ein anderes Beispiel wirklich guter zeitgenössischer Bäder-Architektur ist das "Mediterana" in Bergisch Gladbach. Hier ist es gelungen, aus einem vormals wirklich "stinknormalen" Hallen- und Wellenfreibad ein kleines Paradies zu machen. Schon beim Entrée fühlt man sich in den Zauber von 1001 Nacht hineingezogen und das setzt sich vor allem im weitläufigen Saunaland ohne Stilbruch nahtlos fort.

Wie wohl sonst nirgends in Mitteleuropa ist es gelungen, das Lebensgefühl vor allem der arabischen Kultur am Mit-telmeer glaubhaft darzustellen. Man fühlt sich stellenweise wirklich in eine marokkanische Kasbah, das Innere eines Harems oder auch nach Andalusien versetzt. Die Entwurfsplanung für dieses phantastische Bad stammt von Prof. Dr. Rudolf Wienands aus München, der ebenfalls für seine recht eigenen Ansichten über gute Architektur bekannt ist. Bei der Ausführung waren dann die Architekten Geising + Böker aus Hamburg und Vechta maßgeblich beteiligt, auch diese als sehr kreativ bekannt.

== Therme Erding ==
Als drittes Beispiel für gästefreundliche, einzigartige Architektur sei die "Therme Erding" benannt, die von vielen Fachleuten als das vielleicht beste Thermalbad Europas benannt wird. Selbst die "Stiftung Warentest" vergab für dieses Bad in 2001 die Note "beinahe sehr gut" (1,6) und verwies damit über 100 Mitbewerber mit weitem Abstand auf die Plätze. Zwischenzeitlich wurden jedoch noch etliche Verbesserungen und Erweiterungen vorgenommen. Viel wichtiger ist jedoch, daß die Gäste mit den Füßen abgestimmt haben und das Bad zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten überhaupt gemacht haben. Jährlich sollen momentan etwa 1,5 Millionen zufriedene (und gut zahlende) Gäste pro Jahr hierher kommen. Damit ist die "Therme Erding" nicht nur eines der größten Erlebnisbäder der Welt, sondern zumindest in Europa auch das erfolgreichste.

Haupt-Merkmal nach außen hin ist natürlich die größte zu öffnende Glaskuppel Europas, die das Badeland überspannt (56 m Durchmesser, 20 m lichte Höhe). Viel wichtiger sind hier jedoch die "inneren Werte". Die Atmosphäre ist stimmig, man fühlt sich wohl und geborgen. Trotz hoher Besucherzahlen gibt es keine Hektik und keinen Streß. Fast jedes Becken ist in seiner Art einzigartig, dabei stets gemütlich. Das gilt auch für die Saunenwelt, was man hier wörtlich nehmen kann. Hier kann man wirklich eine Rundreise durch alle Sauna-Länder erleben. Es gibt zwischenzeitlich so viele Schwitzräume, daß es absolut unmöglich ist, alles an einem Tag zu erkunden.

Architekten und gleichzeitig auch Eigentümer und Betreiber der "Therme Erding" sind Josef und Jörg Wund. Zuvor haben die Architekten Wund bereits die "Schwaben-Therme" in Aulendorf gebaut - ebenfalls mit großer Glaskuppel - sowie die Jordan-Therme in Biberach. Und auch die neue Therme in Bad Wörishofen wurde von den Herren Wund gezeichnet und läuft im Eigenbetrieb.

== Toskana-Therme ==
Als Vorzeigeobjekt kann auch die "Toskana-Therme" in Bad Sulza bezeichnet werden. Die Gebäudehülle wölbt sich in mehreren Kuppeln gegen den Himmel, wobei die Becken in die natürliche Gelände-Neigung eingepaßt wurden. Glanzstück ist hier natürlich der "Liquid-Sound"-Dom mit seinem unbeschreiblich schönen Raumgefühl. Nicht so gut gelungen ist hier allerdings das Saunaland. Es gibt aber bei allen Bädern, auch den allerbesten, immer noch Verbesse-rungs-Möglichkeiten. Das "perfekte" Bad wird es wohl nie geben.

== Weitere gute Beispiel-Bäder ==
Wirklich gute Bäder erkennt man daran, daß man sich eine Zwei-Stunden-Karte kauft, dann aber trotz der Drohung hoher Nachzahlungen den ganzen Tag bleibt und dabei auch kräftig konsumiert (Gastronomie, Solarien, Wellness etc.). Man will eben einfach nicht mehr nach Hause gehen, weil man sich so wohl fühlt. Beispielhaft für menschen-freundliche, interessante, abwechslungsreiche Architektur und teilweise sehr schön thematisierte Gestaltung sind meiner Meinung nach, außer den oben bereits genannten, auch zumindest folgende Bäder:

- "Aggua" in Troisdorf
- "Agrippabad" in Köln
- "Ahr-Thermen" in Bad Neuenahr
- "Aqualand" in Köln
- "Badegärten" in Eibenstock
- "Badehaus" in Masserberg
- "Bahia" in Bocholt
- "Bali-Therme" in Bad Oeynhausen
- "Bergische Sonne" in Wuppertal
- "Bodensee-Therme" in Überlingen
- "Calypso" in Saarbrücken
- "Caracalla-Thermen" in Baden-Baden
- "Carolus-Thermen" in Bad Aachen
- "Claudius-Therme" in Köln
- "Euro-Therme" in Bad Schallerbach
- "Felsen-Therme" in Vals
- "Fürthermare" in Fürth
- "Gyogyfürdö" in Sarvar
- "H2O" in Remscheid
- "HanseDom" in Stralsund
- "Inselparadies" in Sellin
- "Ishara" in Bielefeld
- "Itäkeskus Baths" in Helsinki
- "Keltenbad" in Bad Salzungen
- "Königliche Kristall-Therme" in Schwangau
- "Kristall Rheinpark" in Bad Hönningen
- "Kurhessen-Therme" in Kassel
- "Maritimo" in Oer-Erkenschwick
- "Maximare" in Bad Hamm
- "Maya Mare" in Halle
- "Meersburg-Therme" in Meersburg
- "Midsommerland" in Hamburg
- "monte mare" in Rheinbach
- "NaturTherme" in Templin
- "Nautica" in Magdeburg
- "Ocean Dome" in Miyazaki City
- "Prienavera" in Prien
- "Schwaben-Quellen" in Stuttgart
- "Solemar" in Bad Dürrheim
- "Spreewald-Therme" in Burg
- "Stein-Therme" in Belzig
- "Taunus-Therme" in Bad Homburg
- "Thermapolis" in Amnéville
- "Therme Aibling" in Bad Aibling
- "Therme Geinberg" in Geinberg
- "Therme Obernsees" in Mistelgau
- "Tirol-Therme" in Längenfeld
- "Titania" in Neusäß
- "Wonnemar" in Ingolstadt

Damit wären meine ganz persönlichen "Top 50"-Bäder aufgezählt. Abschließend möchte ich im Namen des zufriede-nen Badegastes an die Architekten, aber genauso auch an die Bauherren, die Planungs-Ausschüsse und die Mitarbeiter der Bauämter appellieren, bei der Ausarbeitung neuer Bäderprojekte doch mehr Phantasie und neue Ideen einfließen zu lassen. Nicht das ganze Geld nur in Beton gießen und in einer tollen Technik verbuddeln, sondern ruhig etwas mehr in die Ausgestaltung investieren!

== Resumée ==
Schöne Bäder müssen nicht teurer sein als "gewöhnliche" und in Zeiten von CAD (Rechnergeführter Entwurf) und CAM (automatisierte Fertigung) dürfen die Formen heutzutage gerne fließend sein. In der Natur gibt es auch fast keine geraden Linien und der alte Architekten-Spruch "rund ist doppelt so teuer" gilt heute schon lange nicht mehr. So etwas sagen nur Leute, die es nicht besser können. Oder anders ausgedrückt: Die Kurve sollte bei den Entwürfen eine viel größere Rolle spielen als der rechte Winkel. Wahre Künstler brauchen kein Lineal. Archimedes konnte sogar den perfekten Kreis frei aus der Hand zeichnen.

Schuld an der (oftmals unerkannten) Misere tragen aber nicht unbedingt die Architekten. Die können es meistens viel besser, als das fertige Objekt es vermuten läßt. Die Entscheidung darüber, wie das Bad letztendlich aussehen wird, trägt der Bauherr selbst. Er sucht aus den vielen eingereichten Entwürfen den vermeintlich besten heraus und entscheidet während der Bauphase darüber, welche Details das Bad erhalten wird und wie es von innen aussehen soll.

Dabei wird dann gerade in den letzten Monaten, wenn das Geld knapp wird, oftmals an der falschen Stelle gespart. Eine gut durchdachte Planung mit Unterstützung von (mindestens) einer kompetenten Unternehmensberatung hilft solche Fehler zu vermeiden. Ein interessantes Bad ist stets ungleich wirtschaftlicher als ein "08/15-Bauwerk" und selbst zunächst als teuer empfundener guter Rat ist auf jeden Fall wesentlich billiger als eine falsche Tat. Darum möchte ich im Namen aller Bäder-Liebhaber hoffen, daß der Phantasie im Bäderbau künftig ein größeres Augenmerk gewidmet wird.

© by wellSPAss, im November 2008 / 01. Oktober 2010
… 184kf … "Phantasie im Bäderbau"

Mit Phantasie geht alles besser…

== Vorwort ==
Wie baut man ein Freizeitbad? Eine Frage, die offenbar einige Architekten vor unlösbare Probleme stellt - wenn man sich die Ergebnisse anschaut. Dabei ist das ist keine Zauberei. Man muß nicht "Harry Potter" in altgriechischer Origi-nalfassung gelesen haben. Also erst einmal ein Blick ins Internet-Kochbuch für moderne Architektur…

== Das Grund-Rezept ==
Man nehme (für ein durchschnittliches Freizeitbad):
- ein Sportbecken, möglichst 25 Meter mit fünf Bahnen, 180 - 200 cm tief
- ein Lehrbecken, ca. 80 bis 100 m², 80 - 135 cm tief
- ein Spaßbecken, etwa 200 m², 134 cm tief, mit Massagedüsen, Nackendusche, Sprudelliegen
- ein Whirlpool, Plastik-Standard, ca. 8 Personen
- ein Planschbecken, 0 - 40 cm, mit Minirutsche
- eine bunte Turbo-Allrad-Röhrenrutsche, ca. 60 bis 100 m, evtl. tlw. abgedunkelt

Je nach Gusto noch ein paar weitere Attraktionen wie Strömungskanal, Bodenblubber, Quelltopf und Spritzdüsen hinein in den Teig. Das Ganze gut verrühren und nach Bedarf mit Solarien, Wasserfall, Grotte und Unterwasser-Lautsprechern nachwürzen.

Nicht zu vergessen die echt-finnische Saunalandschaft mit Mikrowellen-Sauna, Buntlicht-Sanatorium, original rö-misch-irischem Plastik-Dampfbad und 3.000 Jahre altem Allgäuer Heuschuppen. Für die Wellness reserviert man zwei kleine Abstellräume mit Massageliegen. Als Garnierung des Bad-Menüs empfiehlt sich eine "Free-Flow"-Pommesbude.

Ach ja, die avantgardistische, spitz zulaufende Sichtbeton-Hülle drum herum nicht vergessen, sonst sieht es ja genauso aus wie die Lagerhalle für die Spedition, die wir letzte Woche gebaut haben. Nicht daß wir da die Pläne verwechseln! Jetzt noch ein paar Spritzer Farbe dazu - vor allem Weiß, denn die Gäste sollen ja mit ihren Handtüchern die Farbigkeit ins Bad bringen - und fertig ist das Freizeitbad. War doch gar nicht schwer.

== Planungs-Prozeß ==
Aber Spaß beiseite. Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Kein Wunder, denn der weitaus größte Teil aller "Erlebnis-bäder" ist nach diesem Muster gestrickt. Wer sich wie ich intensiv mit öffentlichen Bädern beschäftigt, kann oft schon nach dem ersten Augenschein genau sagen, wer das Bad geplant hat. Offenbar haben einige Architekten schon im Vo-raus ihren Standard-Bauplan in der Schublade und können für jedes beliebige Projekt binnen Minuten eine Grundriß-zeichnung liefern.

Das macht dann auch die Architekten-Wettbewerbe so spannend. Da melden sich für ein Bäder-Projekt nämlich nicht mehr drei oder fünf spezialisierte Büros, sondern teilweise mehr als eintausend! Die meisten davon glauben, daß doch wohl jeder ein Freizeitbad bauen kann, der schon mal einen Aldi-Markt oder das Wohnhaus des Bürgermeisters hin-bekommen hat. Da die Kommunen mit der Bewerberflut total überfordert sind (und auch nicht wissen, welche Archi-tekten gute Arbeit abliefern), wählen sie nicht etwa immer die qualifiziertesten Bäder-Büros aus, sondern bestimmen eine Handvoll durch Losverfahren (!!!). Die Ergebnisse sind dann entsprechend.

Je nach Wünschen und Finanzkraft der Investoren, Betreiber oder Bauherren werden ein paar Komponenten hinzuge-fügt (Anbauten) oder weggelassen. Dabei arbeitet man gerne mit den immer gleichen Lieferanten, Produkten und Ma-terialien, wobei bekannte Formen und Fliesenmuster nur selten ein wenig variiert werden. Ist ja erprobt, viel billiger und geht schneller. Der "Deja-Vu-Effekt" wird gleich kostenlos mitgeliefert.

== Planungs-Ergebnis ==
Was dabei herauskommt, erscheint dem Laien auf den ersten Blick vielleicht sehr interessant und aufregend. Stadträte und Bürgermeister beschäftigen sich ja meistens nicht viel mit dem Thema und sind durch ein paar rhetorische Gags bei der Vorstellung der Pläne leicht zu überzeugen. Aber hatten wir das nicht bereits schon mal? Waren wir nicht auch alle stolz auf die hypermodernen Bäder der 1960er und 1970er Jahre nach dem "Goldenen Plan" und die Freizeitbäder der ersten Generation aus den frühen 1980er Jahren (Stichwort: "Aquadrome"). Heute würden wir diese "Bausünden" gerne wieder ungeschehen machen - was aber aufgrund der enormen Investitionssummen meist nicht möglich ist. An einem Bauwerk dieser Dimension hat ein Eigentümer mindestens 30 Jahre zu knabbern, in der Regel sind es noch viele Jahre länger.

== Public-Private-Partnership als Lösung? ==
Hilft es vielleicht, das Bad nicht selbst zu betreiben, sondern einen PPP-Betreiber mit ins Boot zu holen? Vielleicht. Die haben in der Regel auf jeden Fall mehr Gefühl für die Wünsche der Gäste und sind zumindest anfangs zumeist auch recht erfolgreich. Man muß sich aber immer darüber im Klaren sein, daß der private Betreiber vor allem eines will: viel Geld verdienen. Und der Verdienst des privaten Betreibers muß aus den Eintrittsgeldern erwirtschaftet werden, die entsprechend hoch sein müssen. Funktioniert das aber nicht, ist die Kommune wieder gefordert, denn das Bad ist eben eine Immobilie und läßt sich nicht an einen anderen Ort versetzen.

== Überlegungen vor dem Bäderbau ==
Man sollte sich daher - schon lange bevor der erste Spatenstich stattfindet - viele, viele und noch mehr Gedanken da-rum machen, wie man etwas wirklich Außergewöhnliches schaffen kann, eine echte Wertschöpfung erreicht. Zwar gibt es in jedem Jahrhundert nur ein paar Baumeister, die der Nachwelt durch die zeitlose Schönheit, Eleganz und Intelligenz ihrer Entwürfe in Erinnerung bleiben (z. B. Da Vinci, Vauban, Schinkel, Gaudi, Hundertwasser), doch man könnte sich ja wenigstens darum bemühen, etwas wirklich Eigenständiges zu schaffen.

Die Einheits-Freizeitbäder von heute, die in diversen Fachzeitschriften wegen ihrer "klaren Formen-sprache" so hoch gelobt werden, wird man in längstens zehn Jahren nicht mehr mögen und in zwanzig Jahren wohl am liebsten abreißen. Nicht allein, weil sie einfach langweilig und oftmals sogar gästefeindlich sind, sondern auch, weil sie schon nach kurzer Zeit für den Badegast uninteressant und damit wirtschaftlich untragbar werden.

== Was ist schön? ==
Nun ist Geschmack etwas, das von jedem anders empfunden wird und worüber man trefflich (nicht) streiten kann. Kann etwas rein Funktionelles wie z. B. ein Sportbad überhaupt schön sein? Ist ein ästhetisches Bauwerk überhaupt zu finanzieren? Reicht es, ein Prozent der Bausumme für dekorative "Kunst am Bau" zu investieren? Oder muß nicht das gesamte Bauwerk ein einziges Kunstwerk sein? Das sind Fragen, die schon in das Thema Philosophie hineinspielen. Tatsache ist aber, daß es einzelnen Bauherren immer wieder mal gelingt, etwas Einzigartiges, etwas Schönes zu bauen. Und das mit einem Budget, das nicht unbedingt höher sein muß als üblich.

== Wer kann das? ==
Fakt ist aber auch, daß leider nicht jeder Architekt ein funktionierendes Bad bauen kann - so wie eben auch nicht jeder Bäcker gutes Brot backt. Es ist ein großes Risiko, einen im Bäderbau unerfahrenen Planer zu beauftragen, nur weil dieser vielleicht das städtische Parkhaus, den Supermarkt oder die Grundschule ganz gut hinbekommen hat. Und wer eine Autobahn-Brücke konstruieren kann, muß nicht zwangsläufig auch ein guter Bäder-Architekt sein. Darauf ist er einfach nicht spezialisiert, kennt die Wünsche und Bedürfnisse der Klientel nicht genau und hat auch nicht den Markt-Überblick und die richtigen Kontakte zu den Lieferanten. Von daher gehen die "Erstlingswerke" der meisten Architekten, die sich oftmals recht unbedarft an Bädern versuchen, meistens voll in die (Bade-) Hose.

== Was ist schlecht? ==
Es würde viele Seiten füllen, die baulich weniger wertvollen Bäderneubauten (oder -Umbauten) der letzten Jahre auf-zuzählen. Es gibt wirklich Hunderte davon, die aber fast alle eines gemeinsam haben: sie werden vom potentiellen Zielpublikum schlecht angenommen. Man geht nur zwangsweise dorthin, wo man sich nicht wohl fühlt. Von daher können "unschöne" Bäder nur niedrige Eintritts-preise nehmen und sind zum ewigen Defizit verdammt. Eine Kosten-deckung ist nicht möglich, auch wenn das Personal noch so freundlich ist und sich aufopfert. Es wird eben bildlich ge-sprochen aus einem Fiat Panda niemals ein Ferrari, selbst wenn man ihn noch so sehr poliert und mit allen Tuningteilen aufmotzt.

Leider gibt es aber nur sehr wenige Bäder, die man objektiv als wirklich rundum gelungen oder zumindest als außer-gewöhnlich bezeichnen kann. Auch da scheiden sich bei der Auswahl bestimmt die Geister, aber ich will dennoch bei-spielhaft mal vier der besten benennen.

== Hundertwasser-Therme ==
Da wäre zunächst mal die "Rogner-Therme" in Blumau, eingebettet in das größte bewohnbare Gesamtkunstwerk der Welt. Geschaffen von Friedensreich Hundertwasser, der ja eigentlich gar kein Architekt war, sondern ein recht um-strittener Maler. Mag man von seinen Bildern halten was man will, die von ihm entworfenen Bauwerke sind immer etwas wirklich Besonderes und werden von vielen wie Götzenbilder verehrt.

Ganze Pilgerscharen strömen zu den Hundertwasser-Häusern in Wien, Darmstadt, Bad Soden oder Magdeburg, um nur ein paar zu nennen. Seine Meisterleistung ist aber wohl unbestritten das wunderschöne Thermen-Dorf in der Steiermark - offiziell nach dem finanzierenden Luxus-Hotelier Rogner benannt, von den meisten aber als "Hundertwasser-Therme" tituliert. Wer die unvergleichliche Atmosphäre dort schon mal geatmet hat, wird für immer davon bezaubert sein. Die Mystik der zauberhaften Form- und Farbgebung, die Abwesenheit des rechten Winkels, ja sogar der ebenen Horizontalen, die Einbeziehung der Natur in das Bauwerk sind nur einige Komponenten der gelebten Philosophie dieses einzigartigen Menschen und Bäderbauers.

== Mediterana ==
Ein anderes Beispiel wirklich guter zeitgenössischer Bäder-Architektur ist das "Mediterana" in Bergisch Gladbach. Hier ist es gelungen, aus einem vormals wirklich "stinknormalen" Hallen- und Wellenfreibad ein kleines Paradies zu machen. Schon beim Entrée fühlt man sich in den Zauber von 1001 Nacht hineingezogen und das setzt sich vor allem im weitläufigen Saunaland ohne Stilbruch nahtlos fort.

Wie wohl sonst nirgends in Mitteleuropa ist es gelungen, das Lebensgefühl vor allem der arabischen Kultur am Mit-telmeer glaubhaft darzustellen. Man fühlt sich stellenweise wirklich in eine marokkanische Kasbah, das Innere eines Harems oder auch nach Andalusien versetzt. Die Entwurfsplanung für dieses phantastische Bad stammt von Prof. Dr. Rudolf Wienands aus München, der ebenfalls für seine recht eigenen Ansichten über gute Architektur bekannt ist. Bei der Ausführung waren dann die Architekten Geising + Böker aus Hamburg und Vechta maßgeblich beteiligt, auch diese als sehr kreativ bekannt.

== Therme Erding ==
Als drittes Beispiel für gästefreundliche, einzigartige Architektur sei die "Therme Erding" benannt, die von vielen Fachleuten als das vielleicht beste Thermalbad Europas benannt wird. Selbst die "Stiftung Warentest" vergab für dieses Bad in 2001 die Note "beinahe sehr gut" (1,6) und verwies damit über 100 Mitbewerber mit weitem Abstand auf die Plätze. Zwischenzeitlich wurden jedoch noch etliche Verbesserungen und Erweiterungen vorgenommen. Viel wichtiger ist jedoch, daß die Gäste mit den Füßen abgestimmt haben und das Bad zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten überhaupt gemacht haben. Jährlich sollen momentan etwa 1,5 Millionen zufriedene (und gut zahlende) Gäste pro Jahr hierher kommen. Damit ist die "Therme Erding" nicht nur eines der größten Erlebnisbäder der Welt, sondern zumindest in Europa auch das erfolgreichste.

Haupt-Merkmal nach außen hin ist natürlich die größte zu öffnende Glaskuppel Europas, die das Badeland überspannt (56 m Durchmesser, 20 m lichte Höhe). Viel wichtiger sind hier jedoch die "inneren Werte". Die Atmosphäre ist stimmig, man fühlt sich wohl und geborgen. Trotz hoher Besucherzahlen gibt es keine Hektik und keinen Streß. Fast jedes Becken ist in seiner Art einzigartig, dabei stets gemütlich. Das gilt auch für die Saunenwelt, was man hier wörtlich nehmen kann. Hier kann man wirklich eine Rundreise durch alle Sauna-Länder erleben. Es gibt zwischenzeitlich so viele Schwitzräume, daß es absolut unmöglich ist, alles an einem Tag zu erkunden.

Architekten und gleichzeitig auch Eigentümer und Betreiber der "Therme Erding" sind Josef und Jörg Wund. Zuvor haben die Architekten Wund bereits die "Schwaben-Therme" in Aulendorf gebaut - ebenfalls mit großer Glaskuppel - sowie die Jordan-Therme in Biberach. Und auch die neue Therme in Bad Wörishofen wurde von den Herren Wund gezeichnet und läuft im Eigenbetrieb.

== Toskana-Therme ==
Als Vorzeigeobjekt kann auch die "Toskana-Therme" in Bad Sulza bezeichnet werden. Die Gebäudehülle wölbt sich in mehreren Kuppeln gegen den Himmel, wobei die Becken in die natürliche Gelände-Neigung eingepaßt wurden. Glanzstück ist hier natürlich der "Liquid-Sound"-Dom mit seinem unbeschreiblich schönen Raumgefühl. Nicht so gut gelungen ist hier allerdings das Saunaland. Es gibt aber bei allen Bädern, auch den allerbesten, immer noch Verbesse-rungs-Möglichkeiten. Das "perfekte" Bad wird es wohl nie geben.

== Weitere gute Beispiel-Bäder ==
Wirklich gute Bäder erkennt man daran, daß man sich eine Zwei-Stunden-Karte kauft, dann aber trotz der Drohung hoher Nachzahlungen den ganzen Tag bleibt und dabei auch kräftig konsumiert (Gastronomie, Solarien, Wellness etc.). Man will eben einfach nicht mehr nach Hause gehen, weil man sich so wohl fühlt. Beispielhaft für menschen-freundliche, interessante, abwechslungsreiche Architektur und teilweise sehr schön thematisierte Gestaltung sind meiner Meinung nach, außer den oben bereits genannten, auch zumindest folgende Bäder:

- "Aggua" in Troisdorf
- "Agrippabad" in Köln
- "Ahr-Thermen" in Bad Neuenahr
- "Aqualand" in Köln
- "Badegärten" in Eibenstock
- "Badehaus" in Masserberg
- "Bahia" in Bocholt
- "Bali-Therme" in Bad Oeynhausen
- "Bergische Sonne" in Wuppertal
- "Bodensee-Therme" in Überlingen
- "Calypso" in Saarbrücken
- "Caracalla-Thermen" in Baden-Baden
- "Carolus-Thermen" in Bad Aachen
- "Claudius-Therme" in Köln
- "Euro-Therme" in Bad Schallerbach
- "Felsen-Therme" in Vals
- "Fürthermare" in Fürth
- "Gyogyfürdö" in Sarvar
- "H2O" in Remscheid
- "HanseDom" in Stralsund
- "Inselparadies" in Sellin
- "Ishara" in Bielefeld
- "Itäkeskus Baths" in Helsinki
- "Keltenbad" in Bad Salzungen
- "Königliche Kristall-Therme" in Schwangau
- "Kristall Rheinpark" in Bad Hönningen
- "Kurhessen-Therme" in Kassel
- "Maritimo" in Oer-Erkenschwick
- "Maximare" in Bad Hamm
- "Maya Mare" in Halle
- "Meersburg-Therme" in Meersburg
- "Midsommerland" in Hamburg
- "monte mare" in Rheinbach
- "NaturTherme" in Templin
- "Nautica" in Magdeburg
- "Ocean Dome" in Miyazaki City
- "Prienavera" in Prien
- "Schwaben-Quellen" in Stuttgart
- "Solemar" in Bad Dürrheim
- "Spreewald-Therme" in Burg
- "Stein-Therme" in Belzig
- "Taunus-Therme" in Bad Homburg
- "Thermapolis" in Amnéville
- "Therme Aibling" in Bad Aibling
- "Therme Geinberg" in Geinberg
- "Therme Obernsees" in Mistelgau
- "Tirol-Therme" in Längenfeld
- "Titania" in Neusäß
- "Wonnemar" in Ingolstadt

Damit wären meine ganz persönlichen "Top 50"-Bäder aufgezählt. Abschließend möchte ich im Namen des zufriede-nen Badegastes an die Architekten, aber genauso auch an die Bauherren, die Planungs-Ausschüsse und die Mitarbeiter der Bauämter appellieren, bei der Ausarbeitung neuer Bäderprojekte doch mehr Phantasie und neue Ideen einfließen zu lassen. Nicht das ganze Geld nur in Beton gießen und in einer tollen Technik verbuddeln, sondern ruhig etwas mehr in die Ausgestaltung investieren!

== Resumée ==
Schöne Bäder müssen nicht teurer sein als "gewöhnliche" und in Zeiten von CAD (Rechnergeführter Entwurf) und CAM (automatisierte Fertigung) dürfen die Formen heutzutage gerne fließend sein. In der Natur gibt es auch fast keine geraden Linien und der alte Architekten-Spruch "rund ist doppelt so teuer" gilt heute schon lange nicht mehr. So etwas sagen nur Leute, die es nicht besser können. Oder anders ausgedrückt: Die Kurve sollte bei den Entwürfen eine viel größere Rolle spielen als der rechte Winkel. Wahre Künstler brauchen kein Lineal. Archimedes konnte sogar den perfekten Kreis frei aus der Hand zeichnen.

Schuld an der (oftmals unerkannten) Misere tragen aber nicht unbedingt die Architekten. Die können es meistens viel besser, als das fertige Objekt es vermuten läßt. Die Entscheidung darüber, wie das Bad letztendlich aussehen wird, trägt der Bauherr selbst. Er sucht aus den vielen eingereichten Entwürfen den vermeintlich besten heraus und entscheidet während der Bauphase darüber, welche Details das Bad erhalten wird und wie es von innen aussehen soll.

Dabei wird dann gerade in den letzten Monaten, wenn das Geld knapp wird, oftmals an der falschen Stelle gespart. Eine gut durchdachte Planung mit Unterstützung von (mindestens) einer kompetenten Unternehmensberatung hilft solche Fehler zu vermeiden. Ein interessantes Bad ist stets ungleich wirtschaftlicher als ein "08/15-Bauwerk" und selbst zunächst als teuer empfundener guter Rat ist auf jeden Fall wesentlich billiger als eine falsche Tat. Darum möchte ich im Namen aller Bäder-Liebhaber hoffen, daß der Phantasie im Bäderbau künftig ein größeres Augenmerk gewidmet wird.
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Und nun viel Spaß beim Nachdenken! Wir freuen uns über Ihre Meinung: >>info@familand.de<<


Übrigens: obwohl wir bei familand Ideealisten sind, würden wir uns nicht darüber beschweren, auch einmal Geld mit unseren Ideen verdienen zu können...

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