familand-Visionen: Kundenbindung in Freizeit- und Spaßbädern
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== Spaß-Maximierung? ==
Die Konkurrenz-Situation unter den freizeitorientierten Bädern hat sich in den letzten Jahren weiter ver-schärft - und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Ob wegen oder trotz der Finanzkrise: allerorten rüsten nicht nur die Marktführer auf, vor allem mit noch längeren, noch steileren und noch abenteuerlicheren Rutschen. Wie können die kleineren Spaßbäder da noch mithalten?

== Kunden-Erfassung ==
Investieren, bauen, wachsen - das ist oftmals die Antwort. Doch es geht auch anders. Eigentlich sind nur minimale Investitionen erforderlich, um dem Bad zu neuem Schwung zu verhelfen. Die moderne IT-Technologie bietet viele Möglichkeiten, doch bislang werden sie kaum genutzt. So verfügen heutzutage nahezu alle freizeitorientierten Bäder über ein Transponder-Schlüsselsystem. Auf dem Chip werden Daten gespeichert wie Datum, Ankunftszeit, Schrank-Nummer sowie Nutzungen von Gastronomie, Saunaland, Solarium und Massage. Und obgleich der Speicherplatz des Chips viel mehr hergeben würde, macht man nicht mehr daraus.

Es wäre beispielsweise ein Leichtes, den Chip zu personalisieren. Das muss natürlich auf freiwilliger Basis geschehen. Das Bad hätte davon einen Nutzen, doch der Kunde muss ebenfalls einen Nutzen sehen. Die Vorteile für den Betreiber liegen vor allem darin, dass - wie bei den Kundenkarten im Supermarkt - ein Nutzerprofil angelegt werden kann. Man weiß dann von jedem Gast, der sich freiwillig beteiligt, wann und wie oft er das Bad besucht, wie lange er bleibt und was er nutzt. Wenn Adresse oder e-Mail mit diesen Daten verknüpft werden, hat man auch ein hervorragendes Marketing-Instrument für personifizierte Anschreiben.

== Spaßbad-Card ==
Die Verknüpfung kann bereits an der Kasse geschehen, z. B. durch Einlesen einer Kundenkarte (eigene oder auch Payback, Deutschlandcard, ADAC-Card, Bankkarte etc.) oder auch Eingabe einer Kunden-Nummer. Vielleicht ließe sich auch eine eigene „Spaßbad-Card“ für alle Erlebnisbäder lancieren. Es wäre aber auch möglich, diese Daten im Laufe des Aufenthaltes vom Gast selbst eingeben zu lassen. Dazu braucht man nur einen handelsüblichen Computer oder Laptop (um die 500 €) sowie ein Chip-Lesegerät, welches von den Gästen an einem trockenen und überwachten Ort bedient werden kann. Diese freiwillige Eingabe kann dann echte Adressdaten enthalten oder nach Kundenwahl auch ein Pseudonym (z. B. „Rutschenkönig“ oder „Tube-Tiger“). Natürlich muss der Gast auch einen Nutzen darin erkennen, dass er seine Daten preisgibt. Das kann beispielsweise eine Ermäßigung / Bonus sein (bei Payback etc. beträgt dieser in der Regel ein Prozent der Kaufsumme) oder auch die Aussicht auf einen Gewinn (z. B. monatliche Verlosung von Gutscheinen für Besuch, Gastronomie oder Massage). So haben beide Seiten einen sichtbaren Nutzen.

== Personifiziertes Rutschen ==
Eine noch weitaus stärkere Kundenbindung vor allem bei Jugendlichen erreicht man aber durch die Registrierung von Rutsch-Vorgängen. Jedes Spaß- oder Freizeitbad verfügt ja über eine Riesenrutsche, wobei aber bisher in der Mehrzahl der Anlagen noch keine Zeitnahme erfolgt. Das ist aber zwingend nötig. Die Anschaffung einer solchen Lichtschranken-Anlage mit Zeit-Anzeige ist relativ preiswert und erhöht die Anzahl der Rutschvorgänge erheblich. Gerade die Jüngeren versuchen nämlich, ihren eigenen Rekord oder auch den der Freunde ständig zu unterbieten. Es geht dabei um Hundertstel Sekunden. Sinnvoll ist es, auf der Anzeige nicht nur die gerade gerutschte Zeit gut sichtbar mitzuteilen, sondern auch die jeweils letzten drei Rutschvorgänge, sowie die Rekorde für Tag, Woche, Monat und Jahr. Natürlich muss die Software so eingerichtet sein, dass Fehlmessungen und Schummeleien unmöglich sind. Um eine Zuordnung der Rutschen-Zeiten zum jeweiligen Nutzer vornehmen zu können, muss der Rutscher jeweils direkt vor dem Einstieg in die Röhre seinen Chip vor ein Lesegerät halten. Dann weiß der Computer genau, welche/r Rutscher/in wie oft gerutscht ist und welche Zeiten er/sie erreichte.

== Überwachung ==
Man benötigt kein Extra-Personal für die Überwachung. Jeder Rutschende checkt ja selbst mit dem Chip ein, wobei man evtl. auch mit einem zusätzlichen Drehkreuz das beliebte Schlangenrutschen vermeiden kann. Toll ist es, wenn man nicht nur an Rutscheneinstieg und Auslauf eine Kamera installiert, sondern auch im Verlauf der Strecke. So kann man beispielsweise auch komplette Rutschen-Videos eines bestimmten Vorganges aufzeichnen und dem jeweiligen Nutzer zuordnen. Diese können dann per e-Mail zugeschickt oder auch ins Netz gestellt werden (youtube oder auch eine eigene Rutschen-Website). Außerdem ist es für alle in der Schlange Stehenden oder auch unten Wartenden sehr unterhaltsam, den Rutschvorgang an Monitoren mitverfolgen zu können. Als nützlicher Nebeneffekt erhöht sich so die Beweis-Sicherheit bei eventuellen Unfällen.

== Wettbewerb ==
Nun kommt aber der Gag, der die Kids zu häufigeren Besuchen animiert: die Competition. Hat der Rut-schende nämlich seinen Namen oder seinen Nickname eingegeben, so erscheint er auf der täglich zu aktualisierenden Bestenliste im Internet. Und natürlich erhalten die Besten in regelmäßigen Abständen (z. B. nach Monats-Ablauf) eine Belohnung. Das kann z. B. ein Give-Away sein, eine Freikarte oder auch eine Einladung zu einem Rutsch-Wettbewerb. Noch sinnvoller wäre z. B. ein T-Shirt mit dem Bäder-Logo UND einer Rücken-Aufschrift wie „Ich war der Schnellste auf der Teufelsrutsche im XY-Bad im Januar 2013“. Das wird der Gewinner mit Stolz tragen und allen seinen Freunden zeigen.

== Urkunden ==
Ebenso stolz sind gerade Kinder und Jugendliche auf Urkunden und Abzeichen. Es ist z. B. möglich, noch während des Besuches eine Urkunde mit der erreichten Rutschzeit und dem Namen des Rutschenden auszudrucken. Die kann man sogar mit einem eigenen Foto versehen. Und wer besonders gut war oder besonders oft gerutscht ist, kann auch einen Aufnäher für die Badehose verliehen bekommen. Das macht Kinder und Eltern stolz und erhöht die Kundenbindung enorm. Das ist ähnlich wie bei einem Seepferdchen-, Totenkopfschwimmer- oder DLRG-Abzeichen. Der Mensch an sich ist ja ein Jäger und Sammler.

== Zusammenarbeit statt Konkurrenz ==
Ein Nebeneffekt ist, dass auf diesem Wege auch die Konkurrenz-Bäder und die weiter entfernten Mitbe-werber plötzlich zu Verbündeten werden können. Man kann nämlich einen ständigen Wettbewerb auslo-ben, um die fleißigsten und schnellsten Rutscher einer Region oder auch von ganz Deutschland bzw. ganz Europa zu ermitteln. So werden die Rutschen-Freaks, deren Zahl ständig wächst, zu immer mehr Besuchen animiert. Plötzlich kommen Gäste aus weit entfernten Regionen, die sich sonst nie ins eigene Bad verirrt hätten. Die Besucherzahl aller mitwirkenden Bäder wird sich also langfristig steigern.

== Werbeträger T-Shirt ==
Das Marketing-Instrument „T-Shirt“ erfährt so ebenfalls eine Renaissance. Man hält an der Kasse Shirts in knalligen Farben bereit, die z. B. mit der Aufschrift „Ich überlebte den Todes-Looping im XY-Bad“ be-druckt sind. Die werden natürlich nur an diejenigen verkauft, die den Rutschvorgang auf ihrem Chip ge-speichert haben. So animiert man einerseits zum Rutschen und erhöht andererseits das Verlangen nach ei-nem solchen T-Shirt, das ja irgendwie limitiert ist. Und natürlich macht man beim T-Shirt-Verkauf auch einen Gewinn, vom Nutzen der Werbung in der Öffentlichkeit mal ganz zu schweigen.

== Kosten- / Nutzenverhältnis ==
Lohnt sich der Aufwand? Ganz sicher! Zum einen erhält jedes Bad hervorragende Marketing-Instrumente durch sich automatisch erweiternde Kundenlisten - wobei auch ein Austausch unter mehreren Bädern möglich ist. Zum anderen wird darüber die Presse mit Freude und auch regelmäßig berichten (jeden Monat eine Pressemitteilung mit den Bestenlisten), was quasi unbezahlbar ist. Weiterhin kann man das alles auch auf der eigenen Website posten und bei den diversen Internet-Communities (z. B. Facebook, Twitter oder familand) verbreiten. So bleibt der Name des Bades immer in aller Munde.

== Refinanzierung ==
Mit dem Vorhalten des Chips vor jedem Rutschvorgang läßt sich auch ein finanzieller Nutzen für das Bad verknüpfen. Es ist dann nämlich möglich, auch eine Gebühr für das Rutschen zu erheben, ohne Bändchen zu verteilen oder eine Pauschalgebühr für jeden auf den Eintrittspreis zu schlagen. Sicherlich ist jeder be-reit, zehn oder zwanzig Cent für einmal Rutschen auszugeben. Vielleicht sogar 50 Cent. Bezahlt wird beim
Verlassen des Bades über den Nachzahl-Automaten. Bei 20 Cent je Rutschvorgang und durchschnittlich drei Vorgängen pro Minute kommt man so bei zehn Stunden Betrieb auf immerhin 360 € Zusatz-Einnahmen pro Tag oder auch 126.000 € pro Jahr (350 Tage). Eine ganz erkleckliche Summe. Natürlich muss man auch ein Limit für Viel-Rutscher einbauen, vielleicht einen Maximal-Zahlbetrag von 3 € pro Chip. Ansonsten bekommt man Probleme mit den Eltern. Auf jeden Fall wird die Rutsche so zum echten Zusatz-Geschäft. Mit nur minimalen Investitionen kann so auch jedes kleine Erlebnisbad mit einer Rutsche seine Wirtschaftlichkeit stark verbessern. Was hält sie also noch davon ab, die Sache anzugehen?
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Und nun viel Spaß beim Nachdenken! Wir freuen uns über Ihre Meinung: >>info@familand.de<<

Übrigens: obwohl wir bei familand Ideealisten sind, würden wir uns nicht darüber beschweren, auch einmal Geld mit unseren Ideen verdienen zu können...
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P.S.: Mit der Erst-Veröffentlichung von Ideen erwirbt man automatisch das Autoren-Copyright und damit einen Geschmacksmuster-Schutz, der gerichtlich anerkannt wird! Denken Sie daran!
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