familand-Visionen: familienfreundliche Bäder
...
== Das familienfreundliche Bad ==
Immer öfter benutzen Bäder die Vokabel "Familienbad". Damit soll ausgedrückt werden, daß man besonders familienfreund-lich ist und Angebote für alle Altersschichten bereithält. Was macht aber nun ein Schwimmbad familiengerecht oder wie kann man sein "normales" Schwimmbad zum "Familienbad" weiterentwickeln? Ich gehe hier nicht auf ein spezielles Schwimmbad ein, sondern auf familienorientierte Bäder im Allgemeinen. Hier also mal ein paar meiner Gedanken zum Thema "Familienbad", um vielleicht einmal so etwas wie einen "Standard" zu definieren und den geneigten Lesern die Beurteilung von Bädern zu erleichtern…

== Die "Familienkarte" ==
Zunächst sollte man den Begriff "Familie" einmal genauer unter die Lupe nehmen. Laut Definition ist die Familie die kleinste gesellschaftliche Einheit, bestehend aus Mann, Frau und ihren Kindern. Als Großfamilie bezeichnet man eine Familie und deren (evtl. verheiratete) Kinder mit den jeweiligen Ehepartnern, Kindern und Kindeskindern. Im strengen Sinne gehören die Großeltern also nicht zur Familie, ebenso nicht die Enkel, Tanten oder Onkel.

In vielen Bädern gibt es sogenannte "Familientarife". Diese sind jedoch oft nicht näher definiert. Daraus ergeben sich für die Kassierer/innen in den Bädern teilweise große Schwierigkeiten. Es muß für einen "Familientarif" möglichst immer genau erklärt werden, was das Bad unter einer Familie verstehen möchte. Sinnvoll ist es, ein oder zwei (nicht gleichgeschlechtliche) Elternteile und deren leibliche (sowie evtl. auch adoptierte) Kinder als Familie anzusehen. Will man sich unnötigen Ärger ersparen, sollte man anstelle der Eltern auch ersatzweise die Großeltern akzeptieren, da die Eltern oftmals tagsüber die Kinder in die Obhut der Großeltern geben.

Natürlich kommt es immer wieder einmal vor, daß Erwachsene mit einer ganzen Schar von Kindern auftauchen, die man schwerlich als eine einzige Familie ansehen möchte. Wohl gibt es auch heute noch Familien mit fünf oder mehr Kindern, üblich sind jedoch eher ein bis zwei Sprößlinge. Hin und wieder werden wohl die Kids aus der Nachbarschaft oder des Kindergartens gleich mitgenommen, da es ohnehin keinen Aufpreis kostet.

Dem kann der Badbetreiber einen Riegel vorschieben, indem der Familientarif auf zwei Eltern- bzw. Großelternteile und bis zu zwei Kinder begrenzt wird. Werden mehr Kinder mitgebracht, so ist für diese zusätzlich zu zahlen, evtl. ein ermäßigter Tarif. Natürlich könnte man auch einen Nachweis verlangen, z. B. die Eintragung in den Ausweis der Eltern oder die Kopie der Geburtsurkunden oder ein anderes amtliches Dokument. Doch das führt zu unnötigen Wartezeiten und Diskussionen an der Kasse, was man ja tunlichst vermeiden möchte. Schließlich sollen die Gäste ja nicht verärgert werden.

Nichts ist schädlicher für das Image eines Bades als ärgerliche Gespräche über die Unfreundlichkeit des Personals. Und wer richtig sauer ist, wird dies in der Regel allen mitteilen, die gerade in der Nähe sind. Deshalb sollte man auf solche Dokumente verzichten, zumal auch dann keine Sicherheit besteht, daß die Kinder auch wirklich mit der Bescheinigung übereinstimmen.

Um einen Anreiz für den Familien-Ausflug zu geben oder soziale Verantwortung zu zeigen, sollte der Familientarif auch wirklich eine Vergünstigung darstellen. Er sollte keinesfalls höher ausfallen als der Tarif für zwei Erwachsene und einen Ju-gendlichen. So macht man zwar mit den Kindern nicht viel Umsatz, gewinnt jedoch durch die zusätzlichen, teureren Er-wachsenen-Karten und erreicht auch eine künftige engere Bindung der Kinder ans Bad.

Schwer nachvollziehbar ist es auch, die Tarife für Kinder und Jugendliche auf 13 oder 15 Jahre zu begrenzen und ältere Ju-gendliche als "Erwachsene" zu bezeichnen. Das schafft unnötigen Unmut bei den Besuchern. Erwachsen bzw. volljährig ist man in Deutschland laut Gesetz mit dem vollendetem 18. Lebensjahr, also am 18. Geburtstag (seit 1975, bis dahin war es der 21. Geburtstag). Meist umgehen die Betreiber die daraus resultierenden Schwierigkeiten damit, daß man ermäßigte Tarife auch für Schüler, Studenten, Azubis etc. anbietet.

Aber welches Kind unter 18 Jahren ist denn heutzutage kein Schüler oder Azubi? Dann kann der Kindertarif doch wohl auch bis 17 Jahre (18. Geburtstag) gehen. Übrigens bedeutet die Abgrenzung bis x Jahre immer, daß Personen bis einen Tag vor dem x+1. Geburtstag diesen Tarif nutzen dürfen. Biete ich also einen Tarif bis 16 Jahre an, so ist dieser einschließlich und darf bis einen Tag vorm 17. Geburtstag auch in Anspruch genommen werden. Und am Geburtstag sollte man sowieso kostenlosen Eintritt haben.

Übrigens sieht man es sehr häufig, daß Kindertarife bis 16 Jahre angeboten werden, ältere Jugendliche den Erwachsenentarif zahlen müssen. Es betrifft also in diesen Fällen nur die 17-Jährigen. Warum macht man wegen dieses einen Jahrganges einen solchen Ärger? Oder wußten die Verantwortlichen einfach nicht, daß "bis 16 Jahre" die 16-Jährigen mit einschließt? Dann sollte man vielleicht im Prospekt besser definieren, so daß es eindeutig wird. Am verständlichsten wäre bestimmt: bis zum x-ten Geburtstag. Im Zweifel sollte die Kassenkraft immer für den Badegast entscheiden, denn sonst wird er nicht wiederkommen.

== Bauliche Voraussetzungen ==
Genauso wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so macht ein "Familientarif" allein noch lange kein familienfreund-liches Bad aus. Es müssen vor allem einige bauliche Gegebenheiten erfüllt sein. So ist es beispielsweise zwingend notwendig, eigene Bereiche für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie gemeinsame Zonen (Kinder spielen, Eltern beobachten) zu schaffen.

== Haupt-Bestandteile eines Familienbades ==
- Kleinkinder-Spielzone
- Wasserspaß und Unterhaltung
- Sport und Fitneß
- Erholung und Gesundheit
- Sauna und Wellness
- Sommer- oder Freibad
- Gastronomie

== Die Kleinkinder-Spielzone ==
Der klassische Kinderbereich besteht aus einem flachen Planschbecken für Kleinkinder. Dieses Becken hat idealerweise eine Temperatur zwischen 32 und 36 Grad, so daß sich das Kind auch längere Zeit darin wohlfühlt. Der Einstieg erfolgt möglichst über eine Schräge ohne Stufen.

Die Wassertiefe sollte je nach Altersstufe 20 bis 40 cm nicht überschreiten. Für Kleinkinder empfehlen sich als Wasser-Attraktionen eine Minirutsche (z. B. ein Rutsch-Elefant), ein Quellstein, Bodensprudler, Wasserigel, Spritzdüsen und Schiff-chenkanal. Geeignetes Wasserspielzeug aus Plastik erhöht das Vergnügen. Um das Kleinkinderbecken herum sollten sich Sitz- und Liegegelegenheiten für die Eltern und kleine Stühle und Spieltische für die Kinder befinden. Sinnvoll ist auch die Einrichtung einer Kinder-Toilette und eines Eltern-Kind-Zimmers bzw. Wickeltisches. Ein warmer Trockenbereich mit be-heiztem Fußboden und Spielmöglichkeiten ist ebenfalls begrüßenswert.

Wichtig ist es, daß die Kinder sicher untergebracht sind. Da Kleinkinder nicht rational denken, sind sie besonders gefährdet, gerade solange sie noch nicht schwimmen können. Kinder unter vier Jahren erkennen nicht die Gefahr des Ertrinkens und spielen unbekümmert an den gefährlichsten Stellen. Kostenlos auszuleihende Schwimmhilfen können Leben retten und sollten nicht fehlen. Die ständige Nähe des Bäder-Fachangestellten ist ebenfalls begrüßenswert. Da zumeist wegen Personalmangels (Kosten!) keine permanente Überwachung stattfinden kann (obgleich sie gesetzlich vorgeschrieben ist), ist die Nähe des Raumes der Bade-Aufsicht wünschenswert. Auch eine ständige Kamera-Überwachung (für alle sichtbar) mit Aufzeichnung möglichst aus mehreren Perspektiven sollte stattfinden.

Es kann auch hilfreich sein, dezent auf die Aufsichtspflicht der Eltern hinzuweisen, z. B. an gut sichtbarer Stelle in den Um-kleiden, am Kinderbecken sowie im Faltblatt. Nicht zu vergessen auch in der Hausordnung, die gut sichtbar zumindest im Kassenbereich angebracht sein sollte. Kinder unter zehn Jahren sollten das Bad sowieso nur in Begleitung Erziehungsberech-tigter nutzen.
Und ganz wichtig ist es, daß der Bereich baulich gegen die tieferen Schwimmerbecken abgegrenzt ist. Es sollte für das Baby unmöglich sein, sich aus diesem Kleinkind-Bereich unbemerkt zu entfernen und evtl. in ein zu tiefes Becken zu gelangen. Auch wenn der bauliche Aufwand dadurch um einige Tausend Euro steigt, muß ein Menschenleben weitaus mehr wert sein als diese Investition.

== Wasserspaß und Unterhaltung ==
Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter sind wesentlich anspruchsvoller als Kleinkinder. Verlangt werden für ein Spielbecken eine Wassertiefe von etwa 80 bis max. 135 cm und möglichst abwechslungsreiche Attraktionen. Es bieten sich z. B. Wasserpilz, Strömungskanal, Massagedüsen, Nackenduschen, Wasserkarussell, Grotte, Hangelstrecke, Wasserkanone und Kurzrutsche an. Massagedüsen, Nackenduschen, Grotten, Wasserfälle, Sprudelliegen, Wellenbecken und Whirlpools werden von allen Altersgruppen gerne genutzt. Sinnvoll ist evtl. auch die Einrichtung eines abgegrenzten Ballspiel-Bereiches mit (Basket-) Ballkorb und Wasserball-Tor.

Und warum nicht auch ein wenig experimentieren? Vielleicht mit Unterwasser-Sichtfenstern, Tauchbecken-Kameras oder Unterwasser-Lautsprechern. Ein Riesen-Erfolg auf der "Expo 2000" in Hannover war das mysteriöse Mini-Tauchbecken mit warmer Grotte. Sicherlich läßt sich so etwas in geringerer Tiefe aber mit wesentlich mehr Erlebnis in fast jedem Schwimmbad realisieren. Durch solche im weiten Umkreis einmaligen Attraktionen kommt man ins Gespräch und wird zum "Trendbad". Stark ansteigende Besucherzahlen sind die Folge.

== Riesenrutsche ==
Ein "Muß" für jedes Familienbad ist heutzutage die große Wasserrutsche. Möglichkeiten dafür gibt es sehr viele. Man wählt zwischen offenen Mulden (Halfpipes) und geschlossenen Röhren (Tunnelrutschen), Turbo- oder Familienrutsche, GFK oder Edelstahl und Dutzenden von Möglichkeiten der Ausgestaltung. Die Länge ist dabei natürlich ein wesentlicher Spaß-, aber auch Kostenfaktor. Mit Rutschen unter 50 Metern lockt man kaum noch Kleinkinder hinterm Ofen vor. Die Kids wollen dreistellige Längen, je länger je lieber. 100 Meter Rutsche bedeuten etwa 20 Sekunden Rutschvergnügen. Die derzeit größten Rutschen liegen bei etwa der doppelten Länge. Eine Begrenzung gibt es nicht nur durch den Preis (Mittelwert ca. 5.000.- Euro je Meter) sondern auch durch die Höhe des Aufstiegsturmes (ca. 5 Treppenstufen je 10 m Rutsche).

Mehr als 50 Treppenstufen legt man freiwillig nur selten zurück. Rolltreppen oder Lifts zum Rutscheneinstieg gibt es - bislang - jedoch noch in keinem Erlebnisbad. Und natürlich möchte man auch nicht eine halbe Stunde anstehen, um eine halbe Minute zu rutschen. Doppelrutschen verkürzen die Wartezeit und erlauben Wettrutschen. Bäder wie die "Ostsee-Therme Scharbeutz" profitieren davon sehr und veranstalten jährlich sogar Rutsch-Meisterschaften.

Man sollte sich jedoch schon bei der Planung darüber im Klaren sein, was man seinen Gästen zumuten möchte. Die ver-gleichsweise billigeren Indoor-Rutschen, vor allem in offener Form, haben einige große Nachteile. Sie verschandeln das Bild der Halle und nehmen wichtigen Raum weg, sie tropfen stets und es ergibt sich zwangsläufig eine hohe Lärmbelastung. Besser ist es, eine Röhrenanlage anzubauen, die vollkommen von den anderen Bereichen abgetrennt ist. Zur Lärmminderung (und auch zur Minderung des Wärmeverlustes) trägt eine doppelwandige Rutsche bei, die man in GFK oder Edelstahl ordern kann.

Wichtig bei allen Rutschenarten ist immer ein heller, rutsch- und tropfsicherer Aufstiegsturm und eine sichere Nutzung. Dazu gehören die Zutritts-Regelung per Schranke und Ampel, eine permanente Kamera-Überwachung und der ebene Sicherheits-Auslauf ("Sofa"). Außerdem sollte stets eine aufmerksame, in "Erster Hilfe" versierte Aufsicht in der Nähe sein. Fast jedes Jahr kommt es zu ernsthaften Unfällen (schon mehrmals tödliche) durch Rutschenanlagen, weil die Sicherheit nicht ernst genug genommen wird.

Schon bei der Rutschen-Planung sollte man auf enge Doppelkurven mit Richtungswechsel und total dunkle Stellen in "Black-Hole"-Rutschen verzichten. Auch das früher gängige Eintauchen ins Auslaufbecken aus 30 cm Höhe ist äußerst gefährlich, denn es können sich Personen unter dem Auslauf befinden. Schwere Kopf- und Rückenverletzungen und sogar Querschnitts-lähmungen und Genickbrüche sind an solchen Ausläufen nicht auszuschließen. In mehreren Bädern - so z. B. im zwischen-zeitlich geschlossenen "Aquadrom" in Bochum, kam es sogar schon zu Unfällen mit Todesfolge. So etwas ist nicht nur für die Angehörigen eine Katastrophe, sondern auch für den Ruf des Bades. Auch wenn ein "Sofa-Auslauf" mehr kostet, sollte man darauf auf gar keinen Fall verzichten und das Auslaufbecken möglichst flach halten.

Wer den besonderen Kick für seine Gäste anbieten möchte, sollte gesteigerten Wert auf Zusatz-Ausstattung legen. Es gibt beispielsweise Lauflichter, Stroboskope, Wasserfälle mit Laser-Projektion, Nebelmaschinen und Sound-Effekte für fast jede Rutsche, zwischenzeitlich sogar "gläserne Röhren" (das war übrigens meine Idee, von den Rutschen-Herstellern in 1999 al-lerdings noch als "unmöglich zu bauen" und "unzumutbar für die Badegäste" betitelt).

Auch in den Formen läßt es sich variieren. Die "klassische" Röhre und vor allem die Halfpipe-Rutsche werden in der Be-liebtheit immer mehr von "Black-Hole", Turborutsche und Breitrutsche verdrängt. Ganz neu sind "X-Tube"-Rutschen und "Free-Joice"-Rutschen (mit Routen-Option". Kürzlich wurde sogar die erste Looping-Rutsche der Welt (im slovenischen Moravske Toplice) eingeweiht. Eine weitere folgt demnächst im Sauerland (im "AquaMagis" in Plettenberg).

Stark im Kommen sind aber vor allem Reifenrutschen für eine oder mehrere Personen (z. B. "Crazy-River"). Diese gibt es zwischenzeitlich auch in ebener Ausführung, d. h. der Vortrieb wird nicht mehr durch die Schwerkraft, sondern durch die Strömung und evtl. Wasserkanonen übernommen (siehe "Albspitz-Bade-Center" in Nesselwang oder "Lausitzbad" in Hoyerswerda). Der Vorteil liegt darin, daß die komplette Rutsche auch unter der Erde verlaufen kann und somit keinen wert-vollen Platz beansprucht. Nur Einstieg und Auslauf sind sichtbar.

Eine aufregende Sonderform der Rutschen kommt aus Amerika und ist bislang in Europa noch selten im Einsatz. Es handelt sich um Wasserachterbahnen, die sogenannten "Master-Blaster". In Deutschland gibt es Anlagen im "Schwapp Fürstenwalde" und im "Aquana Würselen", in Österreich im "Tropicana" und im "Diana-Bad". Ähnlich wie beim "Crazy River" sitzt man in einem Gummireifen. Der Vortrieb wird wechselseitig von der Schwerkraft (wenn es abwärts geht) und von Wasserkanonen (aufwärts) vorgenommen. Diese Anlagen können z. B. an der Außenwand von Hallenbädern entlang geführt werden und sind nicht auf einen Rutschenturm angewiesen (man kann ihn jedoch integrieren). Der Spaßfaktor bei solchen Rutschen ist hoch, die Verletzungsgefahr recht niedrig.

Seit einigen Jahren gibt es auch Wildwasserstrecken (nein, das sind keine Strömungskanäle) in Freizeitbädern. Vorreiter war die "CenterParcs"-Gruppe, die in fast jedem "AquaMundo" eine solche Rutsche durch den Garten führt, meist mit mehreren Zwischenstopps. Auch das "Aquatoll" in Neckarsulm, das "Südsee Badeparadies" in Witzenhausen sowie das "Alpamare" im schweizerischen Pfäffikon verfügen über eine solche Rutsche.

In 2008 entstanden weitere Wildwasserstrecken im "Europabad" in Karlsruhe sowie im "Sport-Paradies" in Gelsenkirchen. Früher wurden diese Bahnen nur aus Beton modelliert, jedoch gibt es heutzutage auch Ausführungen in GFK (z. B. im "Ca-lypso" in Saarbrücken, im "HanseDom" Stralsund und im "BadKap" in Albstadt), auch mit flexibler Oberfläche (z. B. im "Aggua" in Troisdorf). Die Wildwasserkanäle sollten möglichst nicht aus Beton sein, da man sich sonst schnell Blessuren holt.

Der Spaßfaktor beim Rutschenbau scheint nach oben hin offen zu sein. Immer noch versuchen sich die Betreiber in Anzahl und Größe der Rutschen gegenseitig zu übertrumpfen. Mehr als ein Kilometer Gesamt-Rutschenlänge, verteilt auf bis zu einem Dutzend Großrutschen, sind derzeit in Mitteleuropa das Maß der Dinge. So zu finden beispielsweise in den beiden "Alpamare"-Bädern (Bad Tölz und Pfäffikon) oder in der "Therme Erding" (derzeit in Deutschland die hierbei führende Anlage). Übertroffen wird dies allerdings schon von Outdoor-Waterparks in den U.S.A. (z. B. Disney-World Orlando), am Mittelmeer (Spanien, Frankreich, Türkei) sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Japan. Dort gibt es auch schon Spaßbäder mit mehr als 50 Rutschen.

Und schließlich gibt es auch für Surfpools mit permanenter Welle sicherlich noch einen größeren Markt. Der Kick des Wel-lenreitens ist nicht nur im Eiskanal des "Englischen Gartens" in München schon seit langem ein Trendsport. Für eine gute Welle fliegen viele Deutsche sogar bis nach Hawaii. Mit geeigneten Anlagen könnte daraus sicherlich ein Breitensport werden. Die erste in Deutschland steht im "alpamare", eine zweite findet man auf der Insel Borkum im "Gezeitenland". Weitere sind in Planung.

Man baut ja auch Ganzjahres-Indoor-Skicenter im Flachland (Japan, England, Neuss, Bottrop, Senftenberg, Berlin) und das in riesigen Dimensionen (meiner Meinung nach aber langfristig überdimensioniert). Was ebenfalls im Aufwind ist, sind ganze Spielwelten mit Pirateninsel oder Segelschiff. "Disney" und "CenterParcs" waren auch hier die Vorreiter. In Deutschland kann man solche Spielwelten beispielsweise im "Aquana Würselen", im "Schwapp Fürstenwalde" und im "Lausitzbad Hoyerswerda" bewundern. Eine Investition in die Zukunft, die sicherlich lohnt. Schließlich bieten sich noch Kamikaze-Rutschen mit Trichter-Ausläufen (sog. "Space-Bowls", wie im "Titania Neusäß", der "Therme Wörishofen" oder der "Therme Erding") als Attraktion an.

Bald werden in den besseren Familien- und Spaßbädern auch spezielle Tauchbecken und Tropenbecken mit integrierten Aquarien oder künstlichen Korallenbänken zur Standard-Ausstattung gehören. Immer mehr vor allem Kinder und Jugendliche wollen nicht mehr nur baden und schwimmen, sondern auch etwas erleben. Vielleicht kann man ja bald auch in manchen Bädern zwischen Riffhaien und Buntbarschen frei umherschwimmen. Das von einer Wassergrotte aus zu betrachtende Aqua-rium mit Besatz von Piranhas im "Tropenbad Weißenhäusser Strand" ist jedenfalls seit Jahren eine Attraktion für die Besu-cher. Und im "monte mare" in Rheinbach gibt es sogar ein zehn Meter tiefes Tauchbecken für Gerätetaucher. Auf den Baha-mas findet man seit kurzem sogar eine gläserne Röhrenrutsche, die mitten durch ein Haifischbecken führt. Vielleicht kann man ja bald auch in irgendeinem Spaßbad mit Delphinen um die Wette schwimmen oder durch ein Krokodilbecken hüpfen...

== Wellenbecken ==
Seit längerem im Angebot sind Wellenbecken. Es gibt sie in vielen Ausführungen. Ob hydraulisch, pneumatisch oder me-chanisch, mit Meer- oder Süßwasser, eckig, lagunenförmig oder rund, vielleicht sogar mit Wellenball. Wellenbecken sind bei den Gästen beliebt, aber wegen der hohen Kosten, des Platzbedarfs, der Unfallgefahr und des Personal-Aufwandes nicht überall sinnvoll.

Dennoch werden auch heute noch viele Spaßbad-Neubauten mit Wellenbecken ausgestattet. Warum aber gibt es nirgendwo ein flaches Wellenbecken mit permanenter, niedriger Brandung, Bodenbelag aus Quarzsand und einem daran anschließenden Sandstrand? Die Phantasie der Architekten sollte sich vielleicht einmal mehr am Freizeitverhalten der Bevölkerung orientieren, die solche Örtlichkeiten offensichtlich liebt. Es wäre sicherlich schön, wenn wirklich einmal ein naturnahes Erlebnisbad gebaut werden würde.

== Spielzimmer ==
Weitaus weniger aufwendig als Wellenbecken, aber bei den Kids sehr beliebt sind Trocken-Spielzimmer. Man sollte dabei weniger an Legosteine denken als vielmehr an Flipper, einarmige Banditen und elektronische Spiele. Auch manuelle Spiele wie Tischtennis, Billard, Darts, "Super-Taifun" oder Tischfußball stehen immer noch hoch im Kurs. Brett-, Karten- und Rol-lenspiele zum Ausleihen werden gerne angenommen. Wie wäre es mit Spielabenden für Gäste? Und warum nicht auch mal eine Carrera-Rennbahn oder eine Modelleisenbahn aufstellen? Was im Kaufhaus und im Technik-Supermarkt funktioniert, klappt auch im Spielzimmer des Erlebnisbades. Also her mit den Spielkonsolen von "Sony", "Nintendo", "Atari" und wie sie alle heißen mögen. Vielleicht gesponsert von der jeweiligen Hersteller-Firma und mit den neuesten Demo-Versionen versehen.

Wer den Zug der Zeit nicht verpassen möchte, bietet außerdem Computerspiele und Internet-Zugang an. So ermöglicht man den unbeschränkten Datentransfer per e-mail und den Zugriff auf das gesammelte Wissen der Welt. Nicht nur die Kids werden dieses Angebot nutzen, auch Erwachsene wissen es zu schätzen und sind vielleicht schon darauf angewiesen. Und sei es nur, um die Post nachzuschauen oder das tägliche Date im Chatroom nicht zu verpassen. Mit all diesen Zusatz-Angeboten gewinnt man zusätzliche Gäste und wird zum In-Treff. Natürlich sind die Spiel-Angebote nicht immer kostenlos und tragen ihren Teil zum Erfolg des Bades bei (und sei es nur durch die verlängerte Aufenthalts-Dauer). So holt man auch solche Kids ins Bad, die sonst nur in Spielhallen herumlungern.

== Sport und Fitneß ==
Vor allem in der Altersklasse zwischen 15 und 40 Jahren achtet man besonders auf das Äußere. Der durchtrainierte Körper mit Muskeln an den richtigen Stellen und der knackige Po sind zum Statussymbol der Junggebliebenen geworden. So geht man auch gerne ins Bad, um etwas für die Fitneß und das gute Aussehen zu tun.

== Schwimmbecken ==
Das Sportbecken steht vor allem bei den mittleren und älteren Jahrgängen immer noch hoch im Kurs. Das Bahnenschwimmen macht Spaß und hält fit. Ein Normbecken mit 25 Metern Länge, 180 cm Tiefe, Startblöcken und vier bis sechs Bahnen sollte deshalb auch im Familienbad nicht fehlen. Größere Becken sind unwirtschaftlich und entstehen meist nur aus dem Wunsch der Kommune heraus - die dafür auch kräftig in die Tasche greifen muß. Als besondere Gags kann man bunte Unterwasser-Beleuchtung, Gegenstrom-Anlagen, Unterwasser-Lautsprecher, Massagedüsen, Bullaugen, Buchten und Unterwasser-Kameras einbauen.

== Sprungbecken ==
Auf den Sprungturm am Sportbecken kann man verzichten, denn dieser beeinträchtigt das Schwimmen. Will man einen Turm mit 1- und 3-Meter-Brett und evtl. auch 5-m-Plattform haben, sollte ein eigenes Sprungbecken vorhanden sein. Vor allem für Kinder und Jugendliche stellt der Sprungturm auch heute noch eine besondere Attraktion dar und ist oft ebenso beliebt wie die Riesenrutsche. Sprungbretter und -türme stellen jedoch ein besonderes Risiko dar und erfordern eine permanente Überwachung. Plattformen von fünf oder gar zehn Metern braucht ein Familienbad sicherlich nicht. Dafür gibt es Sport- und Wettkampfbäder in jeder größeren Stadt.

Die Wassertemperaturen sollten bei etwa 26 bis 30 Grad liegen. Die optimale Temperatur für entspanntes Schwimmen liegt bei 28 Grad. Für Schwimmer interessant ist eine permanente, digitale Uhr an jedem Bahnen-Ende, damit man seine ge-schwommene Zeit direkt ablesen kann. Weiterhin kann man das Schwimm- und das Sprungbecken für alle Altersgruppen durch Aktionen wie Spiel-Nachmittage, Seniorenschwimmen, Schatztauchen, Wettkämpfe oder das Einsetzen von Gummi-tieren aufwerten.

== Fitneßcenter ==
Immer beliebter wird der Fitneßbereich in Bädern. Dabei genügt es heute nicht mehr, einfach eine Hantelbank und ein Bauchbrett aufzustellen. Der Fitneß-Freak ist anspruchsvoll geworden und erwartet den Komfort eines modernen Studios. High-Tech-Anlagen mit Farbmonitoren und Kalorienzähler werden gefordert. Und auch das Gruppenerlebnis mit diversen Programmen von Aerobic über Rücken-Fit bis zu Yoga und Shiatsu. Dafür zahlt der Gast auch gerne die üblichen Monatsbei-träge um 50 Euro und wird gleichzeitig noch Stammgast in Bad und Sauna.

== Erholung und Gesundheit ==
Nicht nur die älteren Badegäste, sondern auch gestreßte Eltern und zunehmend Gäste unter 30 Jahren verbinden den Aufent-halt im Familienbad mit den Aspekten Erholung und Gesundheit. Dazu braucht man eigene Bereiche, von den Kinderbecken und Rutschen räumlich getrennt - schon alleine wegen der Lärmbelästigung.

Erholung setzt Ruhe voraus. Das bedeutet nicht, daß Redeverbot herrschen sollte. Aber die Hektik darf gerne außen vor blei-ben. An Wasserflächen bieten sich neben dem beliebten Hot-Whirlpool vor allem Liege- und flache Bewegungsbecken an. Diese können mit Süßwasser, aber auch mit Sole oder Heilwasser (z. B. Kohlensäure- oder schwefelhaltig) befüllt sein. Wichtig ist die niedrige Wassertiefe unter 135 cm (Nichtschwimmer) und eine Temperatur, die möglichst zwischen 32 und 36 Grad liegen sollte. Kältere Becken eignen sich nicht für einen längeren Aufenthalt ohne Bewegung und wärmere Becken werden meist als unangenehm empfunden, da sie zu einer Überwärmung des Körpers führen.

Wichtiges Zubehör bei diesen Becken sind Massagedüsen, die möglichst nicht zu hart eingestellt sein sollten (vielleicht auch rotierend). Nicht fehlen dürfen auch Nacken- und Schwallduschen, Sitzsprudler, Sprudelliegen und Bodensprudler. Gerne angenommen werden auch Wassergrotten, Strömungskanäle und Wasserfälle. Nicht alltägliche Extras wie Unterwasser-Musik, bunte Wasserorgel und Kaskaden machen das Bad unverwechselbar und bringen den Vorsprung zum Mitbewerb.

== Aktivitäten ==
In besseren Bädern gehört die (kostenlose) Animation mittlerweile zum unverzichtbaren Bestandteil des Angebotes. Die Na-men hierfür sind vielfältig, von Wassergymnastik über Aqua-Power bis hin zum Watsu. Allen gemeinsam ist die hohe Ak-zeptanz. Ja, viele Gäste kommen nur deswegen. Schließlich ist die Bewegung im Wasser durch den Auftrieb viel angenehmer und gelenkschonender, was vor allem bei älteren und übergewichtigen Gästen wichtig ist. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Ruhezonen. Ein abgeschlossener Bereich mit bequemen Liegen sollte verfügbar und leicht erreichbar sein. Dabei ist "Durchgangsverkehr" zu vermeiden, so daß auch ein kleines Nickerchen möglich ist. Schließlich kostet ein schla-fender Gast kein Geld und erholt sich dennoch optimal. Am schönsten sind Ruheräume mit Wintergarten oder Ausblick, möglichst nach Süden hin oder auf unverbaute Landschaft.

== Sauna und Wellness ==
Seit den 1970er Jahren hat die Zahl der regelmäßigen Sauna-Besucher stark zugenommen. Das Saunieren ist gesellschaftsfä-hig geworden, was sich nicht nur in der Zahl von über einer Million Privatsaunas in Deutschland ausdrückt. Heute bezeichnen sich schon über 25 Millionen Deutsche als regelmäßige Saunagänger.

So darf eine Saunalandschaft auch im Familienbad nicht fehlen. Grundausstattung sind die klassische finnische Innensauna, das Dampfbad, der Ruheraum und der Kaltwasserbereich. Doch damit alleine kann man heute niemanden mehr hinter dem Ofen bzw. dem Fernseher hervorlocken. Ergänzen sollte man das Angebot durch "Warmräume für Einsteiger". "Farblicht-Sanarium", "Caldarium", "Laconium", "Tepidarium" und "Edelsteinsauna" sind nur einige Möglichkeiten. Auch Abkühlräume als Alternative zum Tauchbecken gewinnen an Beliebtheit - ob "Schnee-Paradies", "Iglu" oder "Eiskeller". Und nicht zu vergessen die Erlebnisduschen, die von Eisregen bis tropisches Gewitter inkl. Düften, Blitzen und Geräuschen alles bieten.

== Saunagarten ==
Stark zugenommen hat in den letzten Jahren die Bedeutung der Sauna-Außenbereiche. Man möchte im Sommer hüllenlos bräunen und auch mal nackt durch den Schnee laufen. Attraktive Saunahäuser, heute gerne aus Kelo-Holz (nordische, natur-belassene Polar-Kiefer) gefertigt, machen den Saunagarten zum Erlebnis. Erd- und Hügelsaunen und sogar Salzstollen gehören heute zum Repertoire der Saunaschreiner. "Exotische" Saunen wie Rauchsauna, Loftsauna und Pfahlsauna und sogar in-dianische Schwitzzelte können geordert werden.

Zwischenzeitlich hat auch die Wellness-Welle auf die Schwimmbäder übergegriffen. War vor wenigen Jahren noch das türki-sche Dampfbad der Inbegriff von Luxus, sind heute Rhassoul und Hammam schon fast Standard, zumindest in besseren An-lagen. Und nicht nur der Luxus der osmanischen Badewelt wurde wiederentdeckt, sondern auch Schwitzbäder aus dem bäu-erlichen Bereich. So gibt es Heukraxenofen, Waldboden-Treten, Brechelbad, Steinkorb-Verdampfer und neuerdings sogar Brotbad. Wannenbäder und heilende Packungen von Fango über Thalasso bis Cleopatrabad sind schon fast selbstverständ-lich. Man läßt sich verwöhnen wie einst die Kaiser, Kalifen und Pharaonen.

Zur Entspannung gehört selbstverständlich auch eine Massage. Klassisches Durchkneten wird nahezu in jedem Bad angebo-ten, aber auch die Hammam-Zeremonie ist auf dem Vormarsch und Ayurveda oder sogar Thai-Massage sind möglich. Auch mit ausgefallenen Massagetechniken läßt sich sehr preisgünstig (d. h. in der Regel mit zusätzlichem Gewinn) ein Vorsprung zum Mitbewerb erreichen.

Schließlich sollte man auch die gesunde Bräune nicht vergessen. In Zeiten verregneter Sommer und kurzer Urlaubsreisen er-leben die Solarien einen Boom. Kaum ein Sonnenstudio, das nicht jährliche Zuwächse zu verzeichnen hätte. Allerdings ist der Sonnenkunde verwöhnt und verlangt stets neueste Technik. Zumindest die regelmäßige Wartung ist somit Pflicht.

== Sommer- oder Freibad ==
Wichtig ist es, in einem Familienbad einen Freiluft-Bereich für sonnige Sommertage anzubieten. Ideal ist die Verknüpfung mit einem Freibad, sei es als Kombibad oder als Allwetterbad mit aufschiebbarem Dach. Wesentlich profitabler dürfte jedoch die Lösung sein, ein Freiluft-Sommerbecken (möglichst in Edelstahl) ans Hallenbad anzuhängen. Zu den geringeren Kosten kommen die höheren Freizeitbad-Einnahmen. Wichtig ist aber auch eine ausreichend große Liegewiese, ein phantasievoller Kleinkinder-Spielbereich und Sport-Möglichkeiten (Beach-Volleyball, Streetball, Fußball etc.). Gerne angenommen werden auch Tischtennis, Trampolin und Minigolf. Und warum nicht auch einmal ein Skater-Parcours oder eine Sommer-Rodelbahn, wenn man eine Hanglage hat?

== Gastronomie ==
Eine der Visitenkarten eines jeden Bades ist die Gastronomie. Gute Schwimmbad-Restaurants und Bistros erwirtschaften oft mehr als ein Drittel des Gesamt-Umsatzes. Deshalb sollte man diesen Bereich gut unter Kontrolle haben, möglichst sogar selbst betreiben. Die drei Säulen der Gastronomie sind das Restaurant für externe Gäste mit Blick aufs Bad, die Schwimmbad-Cafeteria und die Saunabar. Im Sommer kommt noch der Freibad-Kiosk hinzu. Auf ein Fitneß-orientiertes, appetitliches und preiswertes Angebot ist zu achten. Bargeldloses Zahlen mittels Chip-Key erhöht die Sicherheit beim Kunden und auch den Umsatz des Bades.

== Zeiten, Aktionen und Preise ==
Wichtig für den Erfolg eines Familienbades ist die genaue Ausrichtung auf die Bedürfnisse einer Familie. Es gibt Bäder, die Samstags oder Sonntags schon um 14 Uhr schließen. Das ist jedoch gerade die Zeit, wenn Familien das Bad besuchen möch-ten. Erfahrungsgemäß gehen die meisten Familien am Wochenende ins Bad, oft kurz nach dem Mittagessen. Und bleiben dann bis 18 oder 20 Uhr. Der Samstag-Abend wird oft von jungen Paaren oder Singles bevorzugt, so daß man ab 20 Uhr bei-spielsweise einen gemütlichen "Romantik-Abend" veranstalten kann.

In Gegenden mit hohem Kinderanteil kann es auch funktionieren, an bestimmten Wochentagen sogenannte "Spiel-Nachmittage" zu veranstalten, also Kinder-Animation. Dafür empfiehlt es sich, eine engagierte junge Frau zu beschäftigen, vielleicht eine gelernte Erzieherin / Kindergärtnerin. Dann kann man sichergehen, daß die Kinder optimal betreut werden und die Fachangestellten ihre sonstigen Pflichten nicht vernachlässigen.

Ein Muß sind natürlich das Eiersuchen an Ostern und der Besuch vom Nikolaus am 6. Dezember. Gerne angenommen werden aber auch Aktionen wie Schatztauchen, Wettschwimmen, Malen und Basteln, Spaß-Triathlon oder Sprungbrett-Hüpfen. Natürlich muß immer eine kleine Belohnung winken. Und die schönsten Bilder sowie die Gewinner wollen ausgehängt werden.

Heikel sind immer die Eintrittspreise für Familien. Kaum ein junges Paar mit Kindern kann fünfzig Euro oder mehr für einen Tag im Bad ausgeben. Zur Familienkarte sollte der Saunatarif für Erwachsene einzeln buchbar sein (Kinder wollen meist nicht in die Sauna). Die Familien-Tageskarte fürs Freizeitbad sollte die 30-Euro-Grenze nicht allzusehr überschreiten. Und es zählt nicht nur der Eintritt, sondern vor allem auch die Verpflegung. Es sollte also neben günstigen Familien-Tarifen auch preiswerte Kinder-Mahlzeiten (Curry-Wurst mit Pommes, Strammer Max, Kinderschnitzel, Fischstäbchen) geben. Natürlich mit lustigen Namen versehen und bunt dekoriert.

Ach ja, nicht zu vergessen die beliebten Kindergeburtstage. Für Kids ist es einfach das größte, den Ehrentag im Spaßbad zu feiern, natürlich im Kreise der Freunde und Eltern. Viele Bäder bieten daher komplette Arrangements an, manchmal sogar mit individueller Animation durch einen Zauberer oder Clown. Da bleibt das Baden bei allen in positiver Erinnerung und schon ein paar Tage später kommt sicherlich beim Frühstück die Frage: "Mama, wann gehen wir denn wieder ins Schwimmbad?".

== Schlußbemerkungen ==
Wie man sieht, ist es viel leichter, ein Bad zum "Familienbad" zu erklären, als auch tatsächlich eines zu betreiben. Man be-nötigt vor allem viel Platz und Geld, aber auch Kreativität, Motivation und die Bereitschaft zum Risiko. Von Vorteil sind ein vorhandenes Kombibad und engagiertes Personal mit der Fähigkeit, Ideen umzusetzen. Und natürlich der Wille und das Po-tential, Beträge in Höhe von mehreren Millionen Euro sinnvoll zu investieren (d. h. gewinnbringend).

== Fazit ==
Es wäre wünschenswert, daß mehr Kommunen auf die Familien-Freundlichkeit Wert legen würden als auf immer noch spek-takulärere und teurere Attraktionen. Oftmals wären die notwendigen Investitionen weitaus geringer als das jährliche Defizit. Das könnte gerade für kleinere Bäder ein Weg in die Wirtschaftlichkeit sein und würde eine breitere Bevölkerungsschicht zum Baden animieren, anstatt den Fernsehsessel oder den Barhocker anzuwärmen...

© by wellSPAss im September 2008 / 01. Oktober 2010
... 143kf … "Das familienfreundliche Bad"

F - wie Familienbad !!!

== Vorwort ==
Immer öfter benutzen Bäder die Vokabel "Familienbad". Damit soll ausgedrückt werden, daß man besonders familienfreund-lich ist und Angebote für alle Altersschichten bereithält. Was macht aber nun ein Schwimmbad familiengerecht oder wie kann man sein "normales" Schwimmbad zum "Familienbad" weiterentwickeln? Ich gehe hier nicht auf ein spezielles Schwimmbad ein, sondern auf familienorientierte Bäder im Allgemeinen. Hier also mal ein paar meiner Gedanken zum Thema "Familienbad", um vielleicht einmal so etwas wie einen "Standard" zu definieren und den geneigten Lesern die Beurteilung von Bädern zu erleichtern…

== Die "Familienkarte" ==
Zunächst sollte man den Begriff "Familie" einmal genauer unter die Lupe nehmen. Laut Definition ist die Familie die kleinste gesellschaftliche Einheit, bestehend aus Mann, Frau und ihren Kindern. Als Großfamilie bezeichnet man eine Familie und deren (evtl. verheiratete) Kinder mit den jeweiligen Ehepartnern, Kindern und Kindeskindern. Im strengen Sinne gehören die Großeltern also nicht zur Familie, ebenso nicht die Enkel, Tanten oder Onkel.

In vielen Bädern gibt es sogenannte "Familientarife". Diese sind jedoch oft nicht näher definiert. Daraus ergeben sich für die Kassierer/innen in den Bädern teilweise große Schwierigkeiten. Es muß für einen "Familientarif" möglichst immer genau erklärt werden, was das Bad unter einer Familie verstehen möchte. Sinnvoll ist es, ein oder zwei (nicht gleichgeschlechtliche) Elternteile und deren leibliche (sowie evtl. auch adoptierte) Kinder als Familie anzusehen. Will man sich unnötigen Ärger ersparen, sollte man anstelle der Eltern auch ersatzweise die Großeltern akzeptieren, da die Eltern oftmals tagsüber die Kinder in die Obhut der Großeltern geben.

Natürlich kommt es immer wieder einmal vor, daß Erwachsene mit einer ganzen Schar von Kindern auftauchen, die man schwerlich als eine einzige Familie ansehen möchte. Wohl gibt es auch heute noch Familien mit fünf oder mehr Kindern, üblich sind jedoch eher ein bis zwei Sprößlinge. Hin und wieder werden wohl die Kids aus der Nachbarschaft oder des Kindergartens gleich mitgenommen, da es ohnehin keinen Aufpreis kostet.

Dem kann der Badbetreiber einen Riegel vorschieben, indem der Familientarif auf zwei Eltern- bzw. Großelternteile und bis zu zwei Kinder begrenzt wird. Werden mehr Kinder mitgebracht, so ist für diese zusätzlich zu zahlen, evtl. ein ermäßigter Tarif. Natürlich könnte man auch einen Nachweis verlangen, z. B. die Eintragung in den Ausweis der Eltern oder die Kopie der Geburtsurkunden oder ein anderes amtliches Dokument. Doch das führt zu unnötigen Wartezeiten und Diskussionen an der Kasse, was man ja tunlichst vermeiden möchte. Schließlich sollen die Gäste ja nicht verärgert werden.

Nichts ist schädlicher für das Image eines Bades als ärgerliche Gespräche über die Unfreundlichkeit des Personals. Und wer richtig sauer ist, wird dies in der Regel allen mitteilen, die gerade in der Nähe sind. Deshalb sollte man auf solche Dokumente verzichten, zumal auch dann keine Sicherheit besteht, daß die Kinder auch wirklich mit der Bescheinigung übereinstimmen.

Um einen Anreiz für den Familien-Ausflug zu geben oder soziale Verantwortung zu zeigen, sollte der Familientarif auch wirklich eine Vergünstigung darstellen. Er sollte keinesfalls höher ausfallen als der Tarif für zwei Erwachsene und einen Ju-gendlichen. So macht man zwar mit den Kindern nicht viel Umsatz, gewinnt jedoch durch die zusätzlichen, teureren Er-wachsenen-Karten und erreicht auch eine künftige engere Bindung der Kinder ans Bad.

Schwer nachvollziehbar ist es auch, die Tarife für Kinder und Jugendliche auf 13 oder 15 Jahre zu begrenzen und ältere Ju-gendliche als "Erwachsene" zu bezeichnen. Das schafft unnötigen Unmut bei den Besuchern. Erwachsen bzw. volljährig ist man in Deutschland laut Gesetz mit dem vollendetem 18. Lebensjahr, also am 18. Geburtstag (seit 1975, bis dahin war es der 21. Geburtstag). Meist umgehen die Betreiber die daraus resultierenden Schwierigkeiten damit, daß man ermäßigte Tarife auch für Schüler, Studenten, Azubis etc. anbietet.

Aber welches Kind unter 18 Jahren ist denn heutzutage kein Schüler oder Azubi? Dann kann der Kindertarif doch wohl auch bis 17 Jahre (18. Geburtstag) gehen. Übrigens bedeutet die Abgrenzung bis x Jahre immer, daß Personen bis einen Tag vor dem x+1. Geburtstag diesen Tarif nutzen dürfen. Biete ich also einen Tarif bis 16 Jahre an, so ist dieser einschließlich und darf bis einen Tag vorm 17. Geburtstag auch in Anspruch genommen werden. Und am Geburtstag sollte man sowieso kostenlosen Eintritt haben.

Übrigens sieht man es sehr häufig, daß Kindertarife bis 16 Jahre angeboten werden, ältere Jugendliche den Erwachsenentarif zahlen müssen. Es betrifft also in diesen Fällen nur die 17-Jährigen. Warum macht man wegen dieses einen Jahrganges einen solchen Ärger? Oder wußten die Verantwortlichen einfach nicht, daß "bis 16 Jahre" die 16-Jährigen mit einschließt? Dann sollte man vielleicht im Prospekt besser definieren, so daß es eindeutig wird. Am verständlichsten wäre bestimmt: bis zum x-ten Geburtstag. Im Zweifel sollte die Kassenkraft immer für den Badegast entscheiden, denn sonst wird er nicht wiederkommen.

== Bauliche Voraussetzungen ==
Genauso wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so macht ein "Familientarif" allein noch lange kein familienfreund-liches Bad aus. Es müssen vor allem einige bauliche Gegebenheiten erfüllt sein. So ist es beispielsweise zwingend notwendig, eigene Bereiche für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie gemeinsame Zonen (Kinder spielen, Eltern beobachten) zu schaffen.

== Haupt-Bestandteile eines Familienbades ==
- Kleinkinder-Spielzone
- Wasserspaß und Unterhaltung
- Sport und Fitneß
- Erholung und Gesundheit
- Sauna und Wellness
- Sommer- oder Freibad
- Gastronomie

== Die Kleinkinder-Spielzone ==
Der klassische Kinderbereich besteht aus einem flachen Planschbecken für Kleinkinder. Dieses Becken hat idealerweise eine Temperatur zwischen 32 und 36 Grad, so daß sich das Kind auch längere Zeit darin wohlfühlt. Der Einstieg erfolgt möglichst über eine Schräge ohne Stufen.

Die Wassertiefe sollte je nach Altersstufe 20 bis 40 cm nicht überschreiten. Für Kleinkinder empfehlen sich als Wasser-Attraktionen eine Minirutsche (z. B. ein Rutsch-Elefant), ein Quellstein, Bodensprudler, Wasserigel, Spritzdüsen und Schiff-chenkanal. Geeignetes Wasserspielzeug aus Plastik erhöht das Vergnügen. Um das Kleinkinderbecken herum sollten sich Sitz- und Liegegelegenheiten für die Eltern und kleine Stühle und Spieltische für die Kinder befinden. Sinnvoll ist auch die Einrichtung einer Kinder-Toilette und eines Eltern-Kind-Zimmers bzw. Wickeltisches. Ein warmer Trockenbereich mit be-heiztem Fußboden und Spielmöglichkeiten ist ebenfalls begrüßenswert.

Wichtig ist es, daß die Kinder sicher untergebracht sind. Da Kleinkinder nicht rational denken, sind sie besonders gefährdet, gerade solange sie noch nicht schwimmen können. Kinder unter vier Jahren erkennen nicht die Gefahr des Ertrinkens und spielen unbekümmert an den gefährlichsten Stellen. Kostenlos auszuleihende Schwimmhilfen können Leben retten und sollten nicht fehlen. Die ständige Nähe des Bäder-Fachangestellten ist ebenfalls begrüßenswert. Da zumeist wegen Personalmangels (Kosten!) keine permanente Überwachung stattfinden kann (obgleich sie gesetzlich vorgeschrieben ist), ist die Nähe des Raumes der Bade-Aufsicht wünschenswert. Auch eine ständige Kamera-Überwachung (für alle sichtbar) mit Aufzeichnung möglichst aus mehreren Perspektiven sollte stattfinden.

Es kann auch hilfreich sein, dezent auf die Aufsichtspflicht der Eltern hinzuweisen, z. B. an gut sichtbarer Stelle in den Um-kleiden, am Kinderbecken sowie im Faltblatt. Nicht zu vergessen auch in der Hausordnung, die gut sichtbar zumindest im Kassenbereich angebracht sein sollte. Kinder unter zehn Jahren sollten das Bad sowieso nur in Begleitung Erziehungsberech-tigter nutzen.
Und ganz wichtig ist es, daß der Bereich baulich gegen die tieferen Schwimmerbecken abgegrenzt ist. Es sollte für das Baby unmöglich sein, sich aus diesem Kleinkind-Bereich unbemerkt zu entfernen und evtl. in ein zu tiefes Becken zu gelangen. Auch wenn der bauliche Aufwand dadurch um einige Tausend Euro steigt, muß ein Menschenleben weitaus mehr wert sein als diese Investition.

== Wasserspaß und Unterhaltung ==
Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter sind wesentlich anspruchsvoller als Kleinkinder. Verlangt werden für ein Spielbecken eine Wassertiefe von etwa 80 bis max. 135 cm und möglichst abwechslungsreiche Attraktionen. Es bieten sich z. B. Wasserpilz, Strömungskanal, Massagedüsen, Nackenduschen, Wasserkarussell, Grotte, Hangelstrecke, Wasserkanone und Kurzrutsche an. Massagedüsen, Nackenduschen, Grotten, Wasserfälle, Sprudelliegen, Wellenbecken und Whirlpools werden von allen Altersgruppen gerne genutzt. Sinnvoll ist evtl. auch die Einrichtung eines abgegrenzten Ballspiel-Bereiches mit (Basket-) Ballkorb und Wasserball-Tor.

Und warum nicht auch ein wenig experimentieren? Vielleicht mit Unterwasser-Sichtfenstern, Tauchbecken-Kameras oder Unterwasser-Lautsprechern. Ein Riesen-Erfolg auf der "Expo 2000" in Hannover war das mysteriöse Mini-Tauchbecken mit warmer Grotte. Sicherlich läßt sich so etwas in geringerer Tiefe aber mit wesentlich mehr Erlebnis in fast jedem Schwimmbad realisieren. Durch solche im weiten Umkreis einmaligen Attraktionen kommt man ins Gespräch und wird zum "Trendbad". Stark ansteigende Besucherzahlen sind die Folge.

== Riesenrutsche ==
Ein "Muß" für jedes Familienbad ist heutzutage die große Wasserrutsche. Möglichkeiten dafür gibt es sehr viele. Man wählt zwischen offenen Mulden (Halfpipes) und geschlossenen Röhren (Tunnelrutschen), Turbo- oder Familienrutsche, GFK oder Edelstahl und Dutzenden von Möglichkeiten der Ausgestaltung. Die Länge ist dabei natürlich ein wesentlicher Spaß-, aber auch Kostenfaktor. Mit Rutschen unter 50 Metern lockt man kaum noch Kleinkinder hinterm Ofen vor. Die Kids wollen dreistellige Längen, je länger je lieber. 100 Meter Rutsche bedeuten etwa 20 Sekunden Rutschvergnügen. Die derzeit größten Rutschen liegen bei etwa der doppelten Länge. Eine Begrenzung gibt es nicht nur durch den Preis (Mittelwert ca. 5.000.- Euro je Meter) sondern auch durch die Höhe des Aufstiegsturmes (ca. 5 Treppenstufen je 10 m Rutsche).

Mehr als 50 Treppenstufen legt man freiwillig nur selten zurück. Rolltreppen oder Lifts zum Rutscheneinstieg gibt es - bislang - jedoch noch in keinem Erlebnisbad. Und natürlich möchte man auch nicht eine halbe Stunde anstehen, um eine halbe Minute zu rutschen. Doppelrutschen verkürzen die Wartezeit und erlauben Wettrutschen. Bäder wie die "Ostsee-Therme Scharbeutz" profitieren davon sehr und veranstalten jährlich sogar Rutsch-Meisterschaften.

Man sollte sich jedoch schon bei der Planung darüber im Klaren sein, was man seinen Gästen zumuten möchte. Die ver-gleichsweise billigeren Indoor-Rutschen, vor allem in offener Form, haben einige große Nachteile. Sie verschandeln das Bild der Halle und nehmen wichtigen Raum weg, sie tropfen stets und es ergibt sich zwangsläufig eine hohe Lärmbelastung. Besser ist es, eine Röhrenanlage anzubauen, die vollkommen von den anderen Bereichen abgetrennt ist. Zur Lärmminderung (und auch zur Minderung des Wärmeverlustes) trägt eine doppelwandige Rutsche bei, die man in GFK oder Edelstahl ordern kann.

Wichtig bei allen Rutschenarten ist immer ein heller, rutsch- und tropfsicherer Aufstiegsturm und eine sichere Nutzung. Dazu gehören die Zutritts-Regelung per Schranke und Ampel, eine permanente Kamera-Überwachung und der ebene Sicherheits-Auslauf ("Sofa"). Außerdem sollte stets eine aufmerksame, in "Erster Hilfe" versierte Aufsicht in der Nähe sein. Fast jedes Jahr kommt es zu ernsthaften Unfällen (schon mehrmals tödliche) durch Rutschenanlagen, weil die Sicherheit nicht ernst genug genommen wird.

Schon bei der Rutschen-Planung sollte man auf enge Doppelkurven mit Richtungswechsel und total dunkle Stellen in "Black-Hole"-Rutschen verzichten. Auch das früher gängige Eintauchen ins Auslaufbecken aus 30 cm Höhe ist äußerst gefährlich, denn es können sich Personen unter dem Auslauf befinden. Schwere Kopf- und Rückenverletzungen und sogar Querschnitts-lähmungen und Genickbrüche sind an solchen Ausläufen nicht auszuschließen. In mehreren Bädern - so z. B. im zwischen-zeitlich geschlossenen "Aquadrom" in Bochum, kam es sogar schon zu Unfällen mit Todesfolge. So etwas ist nicht nur für die Angehörigen eine Katastrophe, sondern auch für den Ruf des Bades. Auch wenn ein "Sofa-Auslauf" mehr kostet, sollte man darauf auf gar keinen Fall verzichten und das Auslaufbecken möglichst flach halten.

Wer den besonderen Kick für seine Gäste anbieten möchte, sollte gesteigerten Wert auf Zusatz-Ausstattung legen. Es gibt beispielsweise Lauflichter, Stroboskope, Wasserfälle mit Laser-Projektion, Nebelmaschinen und Sound-Effekte für fast jede Rutsche, zwischenzeitlich sogar "gläserne Röhren" (das war übrigens meine Idee, von den Rutschen-Herstellern in 1999 al-lerdings noch als "unmöglich zu bauen" und "unzumutbar für die Badegäste" betitelt).

Auch in den Formen läßt es sich variieren. Die "klassische" Röhre und vor allem die Halfpipe-Rutsche werden in der Be-liebtheit immer mehr von "Black-Hole", Turborutsche und Breitrutsche verdrängt. Ganz neu sind "X-Tube"-Rutschen und "Free-Joice"-Rutschen (mit Routen-Option". Kürzlich wurde sogar die erste Looping-Rutsche der Welt (im slovenischen Moravske Toplice) eingeweiht. Eine weitere folgt demnächst im Sauerland (im "AquaMagis" in Plettenberg).

Stark im Kommen sind aber vor allem Reifenrutschen für eine oder mehrere Personen (z. B. "Crazy-River"). Diese gibt es zwischenzeitlich auch in ebener Ausführung, d. h. der Vortrieb wird nicht mehr durch die Schwerkraft, sondern durch die Strömung und evtl. Wasserkanonen übernommen (siehe "Albspitz-Bade-Center" in Nesselwang oder "Lausitzbad" in Hoyerswerda). Der Vorteil liegt darin, daß die komplette Rutsche auch unter der Erde verlaufen kann und somit keinen wert-vollen Platz beansprucht. Nur Einstieg und Auslauf sind sichtbar.

Eine aufregende Sonderform der Rutschen kommt aus Amerika und ist bislang in Europa noch selten im Einsatz. Es handelt sich um Wasserachterbahnen, die sogenannten "Master-Blaster". In Deutschland gibt es Anlagen im "Schwapp Fürstenwalde" und im "Aquana Würselen", in Österreich im "Tropicana" und im "Diana-Bad". Ähnlich wie beim "Crazy River" sitzt man in einem Gummireifen. Der Vortrieb wird wechselseitig von der Schwerkraft (wenn es abwärts geht) und von Wasserkanonen (aufwärts) vorgenommen. Diese Anlagen können z. B. an der Außenwand von Hallenbädern entlang geführt werden und sind nicht auf einen Rutschenturm angewiesen (man kann ihn jedoch integrieren). Der Spaßfaktor bei solchen Rutschen ist hoch, die Verletzungsgefahr recht niedrig.

Seit einigen Jahren gibt es auch Wildwasserstrecken (nein, das sind keine Strömungskanäle) in Freizeitbädern. Vorreiter war die "CenterParcs"-Gruppe, die in fast jedem "AquaMundo" eine solche Rutsche durch den Garten führt, meist mit mehreren Zwischenstopps. Auch das "Aquatoll" in Neckarsulm, das "Südsee Badeparadies" in Witzenhausen sowie das "Alpamare" im schweizerischen Pfäffikon verfügen über eine solche Rutsche.

In 2008 entstanden weitere Wildwasserstrecken im "Europabad" in Karlsruhe sowie im "Sport-Paradies" in Gelsenkirchen. Früher wurden diese Bahnen nur aus Beton modelliert, jedoch gibt es heutzutage auch Ausführungen in GFK (z. B. im "Ca-lypso" in Saarbrücken, im "HanseDom" Stralsund und im "BadKap" in Albstadt), auch mit flexibler Oberfläche (z. B. im "Aggua" in Troisdorf). Die Wildwasserkanäle sollten möglichst nicht aus Beton sein, da man sich sonst schnell Blessuren holt.

Der Spaßfaktor beim Rutschenbau scheint nach oben hin offen zu sein. Immer noch versuchen sich die Betreiber in Anzahl und Größe der Rutschen gegenseitig zu übertrumpfen. Mehr als ein Kilometer Gesamt-Rutschenlänge, verteilt auf bis zu einem Dutzend Großrutschen, sind derzeit in Mitteleuropa das Maß der Dinge. So zu finden beispielsweise in den beiden "Alpamare"-Bädern (Bad Tölz und Pfäffikon) oder in der "Therme Erding" (derzeit in Deutschland die hierbei führende Anlage). Übertroffen wird dies allerdings schon von Outdoor-Waterparks in den U.S.A. (z. B. Disney-World Orlando), am Mittelmeer (Spanien, Frankreich, Türkei) sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Japan. Dort gibt es auch schon Spaßbäder mit mehr als 50 Rutschen.

Und schließlich gibt es auch für Surfpools mit permanenter Welle sicherlich noch einen größeren Markt. Der Kick des Wel-lenreitens ist nicht nur im Eiskanal des "Englischen Gartens" in München schon seit langem ein Trendsport. Für eine gute Welle fliegen viele Deutsche sogar bis nach Hawaii. Mit geeigneten Anlagen könnte daraus sicherlich ein Breitensport werden. Die erste in Deutschland steht im "alpamare", eine zweite findet man auf der Insel Borkum im "Gezeitenland". Weitere sind in Planung.

Man baut ja auch Ganzjahres-Indoor-Skicenter im Flachland (Japan, England, Neuss, Bottrop, Senftenberg, Berlin) und das in riesigen Dimensionen (meiner Meinung nach aber langfristig überdimensioniert). Was ebenfalls im Aufwind ist, sind ganze Spielwelten mit Pirateninsel oder Segelschiff. "Disney" und "CenterParcs" waren auch hier die Vorreiter. In Deutschland kann man solche Spielwelten beispielsweise im "Aquana Würselen", im "Schwapp Fürstenwalde" und im "Lausitzbad Hoyerswerda" bewundern. Eine Investition in die Zukunft, die sicherlich lohnt. Schließlich bieten sich noch Kamikaze-Rutschen mit Trichter-Ausläufen (sog. "Space-Bowls", wie im "Titania Neusäß", der "Therme Wörishofen" oder der "Therme Erding") als Attraktion an.

Bald werden in den besseren Familien- und Spaßbädern auch spezielle Tauchbecken und Tropenbecken mit integrierten Aquarien oder künstlichen Korallenbänken zur Standard-Ausstattung gehören. Immer mehr vor allem Kinder und Jugendliche wollen nicht mehr nur baden und schwimmen, sondern auch etwas erleben. Vielleicht kann man ja bald auch in manchen Bädern zwischen Riffhaien und Buntbarschen frei umherschwimmen. Das von einer Wassergrotte aus zu betrachtende Aqua-rium mit Besatz von Piranhas im "Tropenbad Weißenhäusser Strand" ist jedenfalls seit Jahren eine Attraktion für die Besu-cher. Und im "monte mare" in Rheinbach gibt es sogar ein zehn Meter tiefes Tauchbecken für Gerätetaucher. Auf den Baha-mas findet man seit kurzem sogar eine gläserne Röhrenrutsche, die mitten durch ein Haifischbecken führt. Vielleicht kann man ja bald auch in irgendeinem Spaßbad mit Delphinen um die Wette schwimmen oder durch ein Krokodilbecken hüpfen...

== Wellenbecken ==
Seit längerem im Angebot sind Wellenbecken. Es gibt sie in vielen Ausführungen. Ob hydraulisch, pneumatisch oder me-chanisch, mit Meer- oder Süßwasser, eckig, lagunenförmig oder rund, vielleicht sogar mit Wellenball. Wellenbecken sind bei den Gästen beliebt, aber wegen der hohen Kosten, des Platzbedarfs, der Unfallgefahr und des Personal-Aufwandes nicht überall sinnvoll.

Dennoch werden auch heute noch viele Spaßbad-Neubauten mit Wellenbecken ausgestattet. Warum aber gibt es nirgendwo ein flaches Wellenbecken mit permanenter, niedriger Brandung, Bodenbelag aus Quarzsand und einem daran anschließenden Sandstrand? Die Phantasie der Architekten sollte sich vielleicht einmal mehr am Freizeitverhalten der Bevölkerung orientieren, die solche Örtlichkeiten offensichtlich liebt. Es wäre sicherlich schön, wenn wirklich einmal ein naturnahes Erlebnisbad gebaut werden würde.

== Spielzimmer ==
Weitaus weniger aufwendig als Wellenbecken, aber bei den Kids sehr beliebt sind Trocken-Spielzimmer. Man sollte dabei weniger an Legosteine denken als vielmehr an Flipper, einarmige Banditen und elektronische Spiele. Auch manuelle Spiele wie Tischtennis, Billard, Darts, "Super-Taifun" oder Tischfußball stehen immer noch hoch im Kurs. Brett-, Karten- und Rol-lenspiele zum Ausleihen werden gerne angenommen. Wie wäre es mit Spielabenden für Gäste? Und warum nicht auch mal eine Carrera-Rennbahn oder eine Modelleisenbahn aufstellen? Was im Kaufhaus und im Technik-Supermarkt funktioniert, klappt auch im Spielzimmer des Erlebnisbades. Also her mit den Spielkonsolen von "Sony", "Nintendo", "Atari" und wie sie alle heißen mögen. Vielleicht gesponsert von der jeweiligen Hersteller-Firma und mit den neuesten Demo-Versionen versehen.

Wer den Zug der Zeit nicht verpassen möchte, bietet außerdem Computerspiele und Internet-Zugang an. So ermöglicht man den unbeschränkten Datentransfer per e-mail und den Zugriff auf das gesammelte Wissen der Welt. Nicht nur die Kids werden dieses Angebot nutzen, auch Erwachsene wissen es zu schätzen und sind vielleicht schon darauf angewiesen. Und sei es nur, um die Post nachzuschauen oder das tägliche Date im Chatroom nicht zu verpassen. Mit all diesen Zusatz-Angeboten gewinnt man zusätzliche Gäste und wird zum In-Treff. Natürlich sind die Spiel-Angebote nicht immer kostenlos und tragen ihren Teil zum Erfolg des Bades bei (und sei es nur durch die verlängerte Aufenthalts-Dauer). So holt man auch solche Kids ins Bad, die sonst nur in Spielhallen herumlungern.

== Sport und Fitneß ==
Vor allem in der Altersklasse zwischen 15 und 40 Jahren achtet man besonders auf das Äußere. Der durchtrainierte Körper mit Muskeln an den richtigen Stellen und der knackige Po sind zum Statussymbol der Junggebliebenen geworden. So geht man auch gerne ins Bad, um etwas für die Fitneß und das gute Aussehen zu tun.

== Schwimmbecken ==
Das Sportbecken steht vor allem bei den mittleren und älteren Jahrgängen immer noch hoch im Kurs. Das Bahnenschwimmen macht Spaß und hält fit. Ein Normbecken mit 25 Metern Länge, 180 cm Tiefe, Startblöcken und vier bis sechs Bahnen sollte deshalb auch im Familienbad nicht fehlen. Größere Becken sind unwirtschaftlich und entstehen meist nur aus dem Wunsch der Kommune heraus - die dafür auch kräftig in die Tasche greifen muß. Als besondere Gags kann man bunte Unterwasser-Beleuchtung, Gegenstrom-Anlagen, Unterwasser-Lautsprecher, Massagedüsen, Bullaugen, Buchten und Unterwasser-Kameras einbauen.

== Sprungbecken ==
Auf den Sprungturm am Sportbecken kann man verzichten, denn dieser beeinträchtigt das Schwimmen. Will man einen Turm mit 1- und 3-Meter-Brett und evtl. auch 5-m-Plattform haben, sollte ein eigenes Sprungbecken vorhanden sein. Vor allem für Kinder und Jugendliche stellt der Sprungturm auch heute noch eine besondere Attraktion dar und ist oft ebenso beliebt wie die Riesenrutsche. Sprungbretter und -türme stellen jedoch ein besonderes Risiko dar und erfordern eine permanente Überwachung. Plattformen von fünf oder gar zehn Metern braucht ein Familienbad sicherlich nicht. Dafür gibt es Sport- und Wettkampfbäder in jeder größeren Stadt.

Die Wassertemperaturen sollten bei etwa 26 bis 30 Grad liegen. Die optimale Temperatur für entspanntes Schwimmen liegt bei 28 Grad. Für Schwimmer interessant ist eine permanente, digitale Uhr an jedem Bahnen-Ende, damit man seine ge-schwommene Zeit direkt ablesen kann. Weiterhin kann man das Schwimm- und das Sprungbecken für alle Altersgruppen durch Aktionen wie Spiel-Nachmittage, Seniorenschwimmen, Schatztauchen, Wettkämpfe oder das Einsetzen von Gummi-tieren aufwerten.

== Fitneßcenter ==
Immer beliebter wird der Fitneßbereich in Bädern. Dabei genügt es heute nicht mehr, einfach eine Hantelbank und ein Bauchbrett aufzustellen. Der Fitneß-Freak ist anspruchsvoll geworden und erwartet den Komfort eines modernen Studios. High-Tech-Anlagen mit Farbmonitoren und Kalorienzähler werden gefordert. Und auch das Gruppenerlebnis mit diversen Programmen von Aerobic über Rücken-Fit bis zu Yoga und Shiatsu. Dafür zahlt der Gast auch gerne die üblichen Monatsbei-träge um 50 Euro und wird gleichzeitig noch Stammgast in Bad und Sauna.

== Erholung und Gesundheit ==
Nicht nur die älteren Badegäste, sondern auch gestreßte Eltern und zunehmend Gäste unter 30 Jahren verbinden den Aufent-halt im Familienbad mit den Aspekten Erholung und Gesundheit. Dazu braucht man eigene Bereiche, von den Kinderbecken und Rutschen räumlich getrennt - schon alleine wegen der Lärmbelästigung.

Erholung setzt Ruhe voraus. Das bedeutet nicht, daß Redeverbot herrschen sollte. Aber die Hektik darf gerne außen vor blei-ben. An Wasserflächen bieten sich neben dem beliebten Hot-Whirlpool vor allem Liege- und flache Bewegungsbecken an. Diese können mit Süßwasser, aber auch mit Sole oder Heilwasser (z. B. Kohlensäure- oder schwefelhaltig) befüllt sein. Wichtig ist die niedrige Wassertiefe unter 135 cm (Nichtschwimmer) und eine Temperatur, die möglichst zwischen 32 und 36 Grad liegen sollte. Kältere Becken eignen sich nicht für einen längeren Aufenthalt ohne Bewegung und wärmere Becken werden meist als unangenehm empfunden, da sie zu einer Überwärmung des Körpers führen.

Wichtiges Zubehör bei diesen Becken sind Massagedüsen, die möglichst nicht zu hart eingestellt sein sollten (vielleicht auch rotierend). Nicht fehlen dürfen auch Nacken- und Schwallduschen, Sitzsprudler, Sprudelliegen und Bodensprudler. Gerne angenommen werden auch Wassergrotten, Strömungskanäle und Wasserfälle. Nicht alltägliche Extras wie Unterwasser-Musik, bunte Wasserorgel und Kaskaden machen das Bad unverwechselbar und bringen den Vorsprung zum Mitbewerb.

== Aktivitäten ==
In besseren Bädern gehört die (kostenlose) Animation mittlerweile zum unverzichtbaren Bestandteil des Angebotes. Die Na-men hierfür sind vielfältig, von Wassergymnastik über Aqua-Power bis hin zum Watsu. Allen gemeinsam ist die hohe Ak-zeptanz. Ja, viele Gäste kommen nur deswegen. Schließlich ist die Bewegung im Wasser durch den Auftrieb viel angenehmer und gelenkschonender, was vor allem bei älteren und übergewichtigen Gästen wichtig ist. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Ruhezonen. Ein abgeschlossener Bereich mit bequemen Liegen sollte verfügbar und leicht erreichbar sein. Dabei ist "Durchgangsverkehr" zu vermeiden, so daß auch ein kleines Nickerchen möglich ist. Schließlich kostet ein schla-fender Gast kein Geld und erholt sich dennoch optimal. Am schönsten sind Ruheräume mit Wintergarten oder Ausblick, möglichst nach Süden hin oder auf unverbaute Landschaft.

== Sauna und Wellness ==
Seit den 1970er Jahren hat die Zahl der regelmäßigen Sauna-Besucher stark zugenommen. Das Saunieren ist gesellschaftsfä-hig geworden, was sich nicht nur in der Zahl von über einer Million Privatsaunas in Deutschland ausdrückt. Heute bezeichnen sich schon über 25 Millionen Deutsche als regelmäßige Saunagänger.

So darf eine Saunalandschaft auch im Familienbad nicht fehlen. Grundausstattung sind die klassische finnische Innensauna, das Dampfbad, der Ruheraum und der Kaltwasserbereich. Doch damit alleine kann man heute niemanden mehr hinter dem Ofen bzw. dem Fernseher hervorlocken. Ergänzen sollte man das Angebot durch "Warmräume für Einsteiger". "Farblicht-Sanarium", "Caldarium", "Laconium", "Tepidarium" und "Edelsteinsauna" sind nur einige Möglichkeiten. Auch Abkühlräume als Alternative zum Tauchbecken gewinnen an Beliebtheit - ob "Schnee-Paradies", "Iglu" oder "Eiskeller". Und nicht zu vergessen die Erlebnisduschen, die von Eisregen bis tropisches Gewitter inkl. Düften, Blitzen und Geräuschen alles bieten.

== Saunagarten ==
Stark zugenommen hat in den letzten Jahren die Bedeutung der Sauna-Außenbereiche. Man möchte im Sommer hüllenlos bräunen und auch mal nackt durch den Schnee laufen. Attraktive Saunahäuser, heute gerne aus Kelo-Holz (nordische, natur-belassene Polar-Kiefer) gefertigt, machen den Saunagarten zum Erlebnis. Erd- und Hügelsaunen und sogar Salzstollen gehören heute zum Repertoire der Saunaschreiner. "Exotische" Saunen wie Rauchsauna, Loftsauna und Pfahlsauna und sogar in-dianische Schwitzzelte können geordert werden.

Zwischenzeitlich hat auch die Wellness-Welle auf die Schwimmbäder übergegriffen. War vor wenigen Jahren noch das türki-sche Dampfbad der Inbegriff von Luxus, sind heute Rhassoul und Hammam schon fast Standard, zumindest in besseren An-lagen. Und nicht nur der Luxus der osmanischen Badewelt wurde wiederentdeckt, sondern auch Schwitzbäder aus dem bäu-erlichen Bereich. So gibt es Heukraxenofen, Waldboden-Treten, Brechelbad, Steinkorb-Verdampfer und neuerdings sogar Brotbad. Wannenbäder und heilende Packungen von Fango über Thalasso bis Cleopatrabad sind schon fast selbstverständ-lich. Man läßt sich verwöhnen wie einst die Kaiser, Kalifen und Pharaonen.

Zur Entspannung gehört selbstverständlich auch eine Massage. Klassisches Durchkneten wird nahezu in jedem Bad angebo-ten, aber auch die Hammam-Zeremonie ist auf dem Vormarsch und Ayurveda oder sogar Thai-Massage sind möglich. Auch mit ausgefallenen Massagetechniken läßt sich sehr preisgünstig (d. h. in der Regel mit zusätzlichem Gewinn) ein Vorsprung zum Mitbewerb erreichen.

Schließlich sollte man auch die gesunde Bräune nicht vergessen. In Zeiten verregneter Sommer und kurzer Urlaubsreisen er-leben die Solarien einen Boom. Kaum ein Sonnenstudio, das nicht jährliche Zuwächse zu verzeichnen hätte. Allerdings ist der Sonnenkunde verwöhnt und verlangt stets neueste Technik. Zumindest die regelmäßige Wartung ist somit Pflicht.

== Sommer- oder Freibad ==
Wichtig ist es, in einem Familienbad einen Freiluft-Bereich für sonnige Sommertage anzubieten. Ideal ist die Verknüpfung mit einem Freibad, sei es als Kombibad oder als Allwetterbad mit aufschiebbarem Dach. Wesentlich profitabler dürfte jedoch die Lösung sein, ein Freiluft-Sommerbecken (möglichst in Edelstahl) ans Hallenbad anzuhängen. Zu den geringeren Kosten kommen die höheren Freizeitbad-Einnahmen. Wichtig ist aber auch eine ausreichend große Liegewiese, ein phantasievoller Kleinkinder-Spielbereich und Sport-Möglichkeiten (Beach-Volleyball, Streetball, Fußball etc.). Gerne angenommen werden auch Tischtennis, Trampolin und Minigolf. Und warum nicht auch einmal ein Skater-Parcours oder eine Sommer-Rodelbahn, wenn man eine Hanglage hat?

== Gastronomie ==
Eine der Visitenkarten eines jeden Bades ist die Gastronomie. Gute Schwimmbad-Restaurants und Bistros erwirtschaften oft mehr als ein Drittel des Gesamt-Umsatzes. Deshalb sollte man diesen Bereich gut unter Kontrolle haben, möglichst sogar selbst betreiben. Die drei Säulen der Gastronomie sind das Restaurant für externe Gäste mit Blick aufs Bad, die Schwimmbad-Cafeteria und die Saunabar. Im Sommer kommt noch der Freibad-Kiosk hinzu. Auf ein Fitneß-orientiertes, appetitliches und preiswertes Angebot ist zu achten. Bargeldloses Zahlen mittels Chip-Key erhöht die Sicherheit beim Kunden und auch den Umsatz des Bades.

== Zeiten, Aktionen und Preise ==
Wichtig für den Erfolg eines Familienbades ist die genaue Ausrichtung auf die Bedürfnisse einer Familie. Es gibt Bäder, die Samstags oder Sonntags schon um 14 Uhr schließen. Das ist jedoch gerade die Zeit, wenn Familien das Bad besuchen möch-ten. Erfahrungsgemäß gehen die meisten Familien am Wochenende ins Bad, oft kurz nach dem Mittagessen. Und bleiben dann bis 18 oder 20 Uhr. Der Samstag-Abend wird oft von jungen Paaren oder Singles bevorzugt, so daß man ab 20 Uhr bei-spielsweise einen gemütlichen "Romantik-Abend" veranstalten kann.

In Gegenden mit hohem Kinderanteil kann es auch funktionieren, an bestimmten Wochentagen sogenannte "Spiel-Nachmittage" zu veranstalten, also Kinder-Animation. Dafür empfiehlt es sich, eine engagierte junge Frau zu beschäftigen, vielleicht eine gelernte Erzieherin / Kindergärtnerin. Dann kann man sichergehen, daß die Kinder optimal betreut werden und die Fachangestellten ihre sonstigen Pflichten nicht vernachlässigen.

Ein Muß sind natürlich das Eiersuchen an Ostern und der Besuch vom Nikolaus am 6. Dezember. Gerne angenommen werden aber auch Aktionen wie Schatztauchen, Wettschwimmen, Malen und Basteln, Spaß-Triathlon oder Sprungbrett-Hüpfen. Natürlich muß immer eine kleine Belohnung winken. Und die schönsten Bilder sowie die Gewinner wollen ausgehängt werden.

Heikel sind immer die Eintrittspreise für Familien. Kaum ein junges Paar mit Kindern kann fünfzig Euro oder mehr für einen Tag im Bad ausgeben. Zur Familienkarte sollte der Saunatarif für Erwachsene einzeln buchbar sein (Kinder wollen meist nicht in die Sauna). Die Familien-Tageskarte fürs Freizeitbad sollte die 30-Euro-Grenze nicht allzusehr überschreiten. Und es zählt nicht nur der Eintritt, sondern vor allem auch die Verpflegung. Es sollte also neben günstigen Familien-Tarifen auch preiswerte Kinder-Mahlzeiten (Curry-Wurst mit Pommes, Strammer Max, Kinderschnitzel, Fischstäbchen) geben. Natürlich mit lustigen Namen versehen und bunt dekoriert.

Ach ja, nicht zu vergessen die beliebten Kindergeburtstage. Für Kids ist es einfach das größte, den Ehrentag im Spaßbad zu feiern, natürlich im Kreise der Freunde und Eltern. Viele Bäder bieten daher komplette Arrangements an, manchmal sogar mit individueller Animation durch einen Zauberer oder Clown. Da bleibt das Baden bei allen in positiver Erinnerung und schon ein paar Tage später kommt sicherlich beim Frühstück die Frage: "Mama, wann gehen wir denn wieder ins Schwimmbad?".

== Schlußbemerkungen ==
Wie man sieht, ist es viel leichter, ein Bad zum "Familienbad" zu erklären, als auch tatsächlich eines zu betreiben. Man be-nötigt vor allem viel Platz und Geld, aber auch Kreativität, Motivation und die Bereitschaft zum Risiko. Von Vorteil sind ein vorhandenes Kombibad und engagiertes Personal mit der Fähigkeit, Ideen umzusetzen. Und natürlich der Wille und das Po-tential, Beträge in Höhe von mehreren Millionen Euro sinnvoll zu investieren (d. h. gewinnbringend).

== Fazit ==
Es wäre wünschenswert, daß mehr Kommunen auf die Familien-Freundlichkeit Wert legen würden als auf immer noch spektakulärere und teurere Attraktionen. Oftmals wären die notwendigen Investitionen weitaus geringer als das jährliche Defizit. Das könnte gerade für kleinere Bäder ein Weg in die Wirtschaftlichkeit sein und würde eine breitere Bevölkerungsschicht zum Baden animieren, anstatt den Fernsehsessel oder den Barhocker anzuwärmen...
...

Und nun viel Spaß beim Nachdenken! Wir freuen uns über Ihre Meinung: >>info@familand.de<<


Übrigens: obwohl wir bei familand Ideealisten sind, würden wir uns nicht darüber beschweren, auch einmal Geld mit unseren Ideen verdienen zu können...

...
P.S.: Mit der Erst-Veröffentlichung von Ideen erwirbt man automatisch das Autoren-Copyright und damit einen Geschmacksmuster-Schutz, der gerichtlich anerkannt wird! Denken Sie daran!

...
© 1994 - 2013 ff. by familand Freizeitführer / wellSPAss Freizeit-Unternehmensberatung. Jegliche Art der Vervielfältigung bedarf der vorherigen, schriftlichen Erlaubnis der Geschäftsleitung von www.familand.de! KOPIEREN VERBOTEN! Sämtliche Urheberrechts-Verletzungen kommen zur Anzeige und werden juristisch verfolgt !!!


Google-Analytics