Cunista - ein Dorf in Bosnien

Ein ziemlich typisches Dorf in Bosnien

== Erwachen ==
Das Muhen einer Kuh weckt mich aus meinen Träumen. Kein Autohupen, kein Überschall-Knall, auch kein Kikeriki (bosnisch für Erdnuß). In der Ferne das leise Tuckern eines Dieselmotors, wahrscheinlich ein Trecker. Ich schlage verschlafen die Augen auf, schaue an die Holzdecke und drehe mich noch mal um. Wen interessiert die Uhrzeit, es ist Urlaub. Juli 2008 in Bosnien, in Cunista. Wie fast jedes Jahr verbringen wir hier ein paar Wochen im Kreise der Familie.

== Cunista ??? ==
Cunista (gesprochen: Tschunischta) ist ein kleines Bergbauerndorf, wie viele andere in Südosteuropa, aber dennoch etwas Besonderes. Denn hier wohnt ein Teil meiner Familie, genauer gesagt die Eltern und Geschwister meiner Frau nebst Kindern. Wo liegt Cunista? Eigentlich ganz einfach: genau in der Mitte der Welt - jedenfalls wenn man den Globus richtig herum hält. Aber der Reihe nach: Cunista ist im moslemischen Teil des demokratischen Staates "Bosna i Hercegovina" gelegen, einem ehemaligen Teil von Jugoslawien, am Rande des Balkans. Bosnien ist im Norden, Westen und Süden umgeben von Kroatien, im Osten von Serbien und im Südosten von Montenegro. Cunista liegt nun etwa in der Mitte von Bosnien, ca. 20 km westlich des Städtchens Olovo, das wiederum etwa in der Mitte zwischen den Großstädten Tuzla und Sarajevo liegt.

== Dorf-Spaziergang ==
Nebel wabert über den bewaldeten Bergspitzen rund um Cunista. Seit zwei Tagen regnet es. In den letzten zwei Monaten war es hier heiß und trocken. Im bosnischen Sommer sind Temperaturen über 30 ° die Regel, aber wenn es mal regnet, dann richtig. Und das waren die letzten drei Tage. Momentan ist es bewölkt und kühl. Katzenbabies lungern vor der Tür herum, als ich hinaustrete, warten auf Essensreste. Ich kann meinen Atem sehen, wie er kleine Wölkchen bildet. Am Brunnen liegen ein paar Kuhfladen, denen ich behende ausweiche. Leichten Schrittes überquere ich auf zwei Holzbohlen den zum Wildwasser angeschwollenen, eigentlich kleinen Bach vorm Haus und gehe zum Lebensmittel-Laden, um frisches, weißes Brot zu kaufen. Höchstens 80 Penninge kostet der Laib Brot, umgerechnet 41 Cent. Auf dem Weg begegnen mir einige alte Menschen, die mich freundlich grüßen. Die Häuser hier sind meist klein und ärmlich, oftmals nicht verputzt. Dennoch gepflegt, keine Slums. Die Bergbauern sind zwar arm, aber stolz und fleißig.

Kühn reckt sich das weiße Minarett der erst vor ein paar Jahren in Eigenarbeit erbauten Moschee in den Himmel. Das Wahr-zeichen von Cunista, der Stolz der ganzen Gemeinde. Ich muß den Berg hinunter laufen, denn heute hat nur einer der drei winzigen Dorfläden Brot. Viel gibt es im Dorf nicht zu sehen. Fast jedes Haus besitzt einen kleinen Stall mit zwei Kühen und Schafen, die Misthaufen dampfen. Im Garten stehen die Heumieten. Das Dorf hat nur ein paar Hundert Einwohner, ist unbe-deutend. An öffentlichen Gebäuden gibt es nur die Grundschule. Kneipen, Restaurants oder gar ein Hotel sucht man hier vergeblich. Einer der Läden übernimmt die Funktion des öffentlichen Treffpunkts. Hier sitzen die alten Männer bis spät in die Nacht bei einer Flasche Pivo (Bier). Industrie gibt es hier nicht, nur ein kleines Familien-Sägewerk kämpft tapfer ums Überleben. Der Dorflehrer arbeitet schon im Garten. Er freut sich, mich zu sehen und spricht ein paar Worte in gebrochenem Deutsch mit mir. Freundlichkeit und Gastfreundschaft werden hier noch groß geschrieben und man wird oft eingeladen. Cunista ist ein typisches bosnisches Dorf, ruhig und verschlafen. Es scheint, als käme hier alles 50 Jahre später…

== Bewohner ==
Noch vor ein paar Jahren gab es hier - wie überall in Bosnien - ein blühendes, intaktes Dorfleben. Man lebte in Frieden mit der Welt. Doch dann kam der Krieg. Eigentlich unvorstellbar bei einem demokratischen Staat mitten in Europa, aber dennoch Realität. Von 1992 bis 1995 tobte in Bosnien der Bruderkampf zwischen den russisch-orthodoxen Serben, den römisch-katholischen Kroaten und den islamischen Bosniaken. Die Welt schaute jahrelang einfach zu, während hier unschuldige Menschenleben dem unsinnigen Machtstreben von Diktatoren geopfert wurden. Auch in Cunista gab es viele Tote zu bekla-gen. Während des Krieges wurde die bosnische Bevölkerung arg dezimiert, wobei vor allem in den waffentechnisch hoff-nungslos unterlegenen moslemischen Gebieten sehr viele junge Männer und Kinder ihr Leben lassen mußten. Wer konnte, flüchtete ins Ausland. Das merkt man noch heute. Traditionell leben zwar auch heute noch alle Generationen unter einem Dach. Doch in den wenigsten Familien gibt es heute noch fünf Kinder, wie das früher üblich war. Geblieben sind vorwiegend die Alten und diejenigen, die nicht weg konnten. Gerade in den ländlichen Gebieten ist die mittlere Altersschicht sehr dünn geworden. Auch in Cunista ist das so. Doch jetzt herrscht wieder Frieden und die Dorfgemeinschaft in Cunista ist weitgehend erhalten geblieben.

== Der Fluß ==
Das wildromantische Flüßchen Krivaja, das sich von Olovo aus über eine Strecke von fast 100 Kilometern bis Zavidovici durch ein enges Tal schlängelt, ist zum reißenden Fluß angewachsen. Er führt jetzt viel braune Erde mit sich. In ein paar Tagen wird die Krivaja wieder hell und klar sein, ein typischer Bergfluß eben. Cunista liegt an einem Hang links des Flusses. Der Flußlauf ist wild und ungezügelt, es gibt keine Begradigung oder Dämme. Im Laufe der Jahrtausende hat sich der Fluß sein Bett durch den weichen Kalkstein geschnitten und es gibt hier Schluchten von mehreren Hundert Metern Höhe. Hin und wieder sieht man Eingänge zu Tropfstein-Höhlen, die größtenteils noch nicht erforscht sind. Die einzige Straße windet sich immer am Fluß entlang, teilweise wirklich abenteuerlich. Ab und zu queren provisorisch wirkende Brücken den Flußlauf. Früher machten sich die Kinder einen Spaß daraus, den Fluß mit aufgeblasenen LKW-Schläuchen zu befahren, eine Art Wildwasser-Rafting. Heute ist das aber eher aus der Mode gekommen.

Ich laufe ein wenig am Fluß entlang, beobachte das Gurgeln der Stromschnellen, werfe ein paar dicke Kieselsteine ins Wasser. Vorgestern haben wir hier das alljährliche Familienfest gefeiert. Ein Schaf wurde geschlachtet, über offenem Feuer geröstet. Lecker. Die Kinder haben im flachen, kalten Wasser gespielt, auf die Wassermelone aufgepaßt und Steindämme gebaut. Jetzt ginge das nicht mehr. Das ruhig dahinplätschernde Flüßchen ist zum gefährlichen Raubtier geworden, das erbarmungslos alles mit sich reißt. Sogar dicke Baumstämme führt das Wasser mit sich, zerbricht sie wie Streichhölzer.

== Die Landschaft ==
Cunista ist von einem bewaldeten Mittelgebirge umgeben, wobei die Laubwälder oftmals von Viehweiden durchbrochen wer-den. Hier kann man kilometerweit wandern, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Nur hin und wieder sieht man ein paar Bauern auf den Feldern. Ideal, um auszuspannen, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Am Bachlauf von Cunista, den jeder hier einfach Bach nennt, kann man ein paar Kilometer weit aufwärts in die Berge wandern, vorbei an Quellen und bis in eine Schlucht hinein und auf der anderen Bergseite wieder zurück. Bis über 1.200 Meter hoch sind die Hügel in der Umgebung von Cunista. Sie erheben sich etwa 700 Meter über den Ort. Ein sehr schöner Nachmittags-Spaziergang, auf dem man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei uns seltenen Tieren wie der Smaragd-Eidechse, Admiral- und Apollofalter, Blindschleiche oder Igel begegnet. In der Krivaja kann man übrigens auch an vielen Stellen baden. Ein sehr schöner Platz ist nur wenige Kilometer von Cunista entfernt. Dort entspringt direkt neben dem Flußlauf eine warme Quelle mit ca. 30 ° Temperatur und einem vielleicht fünf m² großen Quellbecken. Ideal, um sich selbst im Winter zu entspannen - was hier natürlich keiner tut.

Im Sommer sind wir oft auf den Feldern. Schafe hüten, Heu machen. Alles von Hand, nur ein Mini-Traktor zieht den Heu-wagen. Es ist anstrengend, das Gras zu wenden und aufzuhäufen. Und manchmal auch gefährlich. Nicht nur die harmlosen Blindschleichen und Ringelnattern fühlen sich hier wohl, sondern auch Kreuzottern, Grubennattern und andere Vipern. Man sollte vorsichtig sein, denn ein Schlangenbiß ist schmerzhaft und muß sofort im Krankenhaus behandelt werden. Normaler-weise gehen die Kriechtiere den Menschen aber aus dem Weg.

Gestern waren wir auf einer Bergweide, haben Bohnen und Kürbisse geerntet, herabgefallene Äpfel für die Kuh gesammelt. Ein Riesenspaß für die Kinder, auf dem offenen Anhänger des Traktors mitzufahren. Und für meinen Sohn habe ich ein wenig liegengebliebenes Heu umgedreht. Ich wußte schon, was ich finde. Unter dem warmen Gras versteckte sich eine braune Schlange. Vorsichtig, aber schnell habe ich sie hinter dem Kopf gefaßt. Damit der Schwanz nicht abreißt. Natürlich war es nur eine Blindschleiche. Richtige Schlangen zu fangen überlasse ich lieber den wahren Helden. Nachdem wir die Mädels gehörig erschreckt hatten, ließen wir das etwas verwirrte Reptil wieder frei.

Mein Lieblingsplatz in Cunista ist schwer zu erreichen. Über eine Stunde geht es bergauf, kilometerweit, bis ganz auf die Spitze eines hohen Berges, etwa 1.200 Meter hoch. Dort liegt eine der vielen verstreuten Weiden, die Mujo gehören. Mujo ist mein Schwiegervater, ein großer, stattlicher Mann, der im ganzen Dorf hoch geachtet ist. Oben auf dem Berg sitzen wir dann an einer kleinen Quelle mit bestem Wasser, beobachten die Schmetterlinge auf den Distelblüten und essen frisch gebackene Hefefladen mit Vajkrem (einem rahmigen Brotaufstrich) und Pecenica (geräucherten Rindfleisch-Streifen) oder Argeta (feine Hühner-Pastete). Nirgends schmeckt ein einfaches Mahl so gut wie hier, auf der Wiese im Sonnenschein.

== Abends ==
Es wird hier früher dunkel als an der Nordsee-Küste, auch wegen der umgebenden Berge. Wir sitzen dann alle in der Stube, trinken Kaffee und reden. Aber eigentlich ist es draußen schöner. Die Sterne leuchten hell, keine Lichter stören den schwarzen Nachthimmel. Eine Straßenbeleuchtung gibt es nur unten in der Hauptstraße, in den Häusern ist meist nur ein Zimmer beleuchtet. Der Mond erscheint mir hier größer als in Deutschland. Wenn das Vogelzwitschern aufhört, ist nur noch das mo-notone Murmeln des Baches zu hören. Und um 22.15 Uhr der Gesang des Muezzin, der vom festlich beleuchteten Minarett aus zum fünften Gebet des Tages ruft.

== Nachtleben ==
Natürlich fängt für die Dorfjugend die Nacht erst um 24 Uhr an. Dann geht es ab in die Glitzerwelt der Discos. Ha, das war natürlich ein Witz. Ein Nachtleben gibt es in Bosnien nur in den Großstädten Sarajevo, Zenica und Banja Luka. In Cunista schläft man spätestens um 23 Uhr, denn morgens geht es wieder früh raus.

== Exkursionen ==
Wie jedes Jahr machten wir auch diesmal wieder etliche Ausflüge, denn wir müssen natürlich Verwandte und Bekannte be-suchen und wollen auch etwas vom Land sehen. Nach ein paar Tagen Beschaulichkeit in Cunista ist ein Ausflug immer eine willkommene Abwechslung für uns.

== Olovo ==
Die am nächsten gelegene Stadt ist das nur 20 Minuten von Cunista entfernte Olovo (ca. 5.000 Einwohner) mit einer alten Basilika und einem sanierungsbedürftigen, aber sehr heilsamen Kurbad. Olovo heißt übersetzt übrigens Blei, denn hier gab es im Mittelalter ergiebige Bergwerke. Diese sind allerdings längst vergessen. Zumindest einmal sollte man auch von Olovo aus durch das komplette Krivaja-Tal fahren, am besten gleich noch ein Stück an der Bosna entlang bis zum Städtchen Maglaj mit der alten Burg und der schönen Moschee.

== Sarajevo ==
Ein stets lohnendes Ausflugsziel ist natürlich die quirlige Hauptstadt Sarajevo (1 ½ Std. Entfernung). Über die ehemalige Olympiastadt läßt sich natürlich viel berichten. Zunächst einmal fällt auf, daß zwischenzeitlich fast alle zerschossenen Häuser wieder instandgesetzt wurden. Leider ist aber auch die Einwohnerzahl (etwa eine halbe Million) und damit das Verkehrs-problem bis an die Grenze des Erträglichen angestiegen. Hat man allerdings einen der raren, engen und teuren Parkplätze ergattert, steht einem interessanten Stadtbummel nichts mehr im Wege. Sehenswert sind beispielsweise die bedeutenden Mo-scheen, die alte Markthalle, die im Wiederaufbau befindliche, einmalige Bibliothek und die engen Altstadtgassen.

Diesmal begegneten wir übrigens beim Bummeln dem wohl beliebtesten Künstler Bosniens, nämlich dem genialen Sänger Dino Merlin. Vergleichbar vielleicht mit unserem Herbert Grönemeyer. Zwei Tage zuvor hatte Merlin vor über begeisterten 60.000 Zuhörern ein Konzert im Olympiastadion von Sarajevo gegeben. Und nun grüßte er uns ganz freundlich und ließ sich bereitwillig zusammen mit den Kindern fotografieren, ganz ohne Star-Allüren oder Bodyguards. Dieser Mann ist wirklich unglaublich. Ein wahrer Mann des Volkes. Anschließend aßen wir wie immer Cevapcici bei Zeljo (10 Stück zu 3 Euro inkl. Fladenbrot und Zwiebeln) und anschließend ein Stück wirklich superbe "Havana"-Torte im "Wiener Café" (3 Euro inklusive Milchkaffee oder Orangina). Und wie jedes Jahr stand auch der Besuch mit den Kindern im einzigen modernen Freizeitbad des Landes, der "Terme Ilidza" auf dem Programm (15 Euro die Tageskarte für drei Personen). Schade nur, daß wir auf Hin- und Rückfahrt je eine Stunde lang im Stau standen.

== Tuzla ==
Die Großstadt Tuzla ist etwa zwei Stunden Autofahrt von Cunista entfernt, wobei wir diesmal über Banovici fuhren, einer Industriestadt mit fast schon sehenswerten, schreiend häßlichen Plattenbauten. In Tuzla gab es früher ein Heilbad und das Hotel Bristol mit Salzwasser-Bädern, doch das ist Vergangenheit. Seit kurzem gibt es aber das neue Salzwasser-Naturbad "Pannonica Jezero", das zwei große Natursole-Becken mit insgesamt 16.000 m² Wasserfläche bietet. Der Eintritt ins Som-merbad kostet 1,30 Euro für Erwachsene plus 1 Euro Parkgebühr für den Wagen. Ins Schwimmbad-Gelände integriert ist ein archäologischer Park mit alten Pfahlbauten, daneben befinden sich ein alter Sole-Förderturm, eine uralte Moschee und eine katholische Basilika.

Nach dem Schwimmbad-Besuch machten wir noch das daneben gelegene Kart-Gelände unsicher. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn alle Kinder wollten natürlich mit den Rennkarts fahren, inklusive meines kleinen Sohnes, der noch gar nicht an die Pedale kommt. Vier Rennrunden mit dem Motorkart zu 50 Cent, das ist doch ein Angebot und natürlich wollten wir das den Kindern nicht vorenthalten. Meine 11-jährige Nichte Emina, die in den USA lebt und mit ihrer Mama gerade ebenfalls Urlaub in Bosnien macht, fuhr allerdings schon in der ersten Runde ihren Kart mit Vollgas in die Reifenstapel. Glücklicherweise verhinderten die Reifen eine ernsthafte Verletzung. Nach dem Schreck verlustierten wir uns noch in der Neustadt und plünderten ein Eiscafé.

== Travnik ==
Auf dem Programm stand wie immer auch ein Besuch in der alten Türkenstadt Travnik, etwa drei Stunden von Olovo entfernt in einem Tal gelegen. Dort kann man in der noch türkisch anmutenden Altstadt bummeln, die Moschee "Sarena dzamija" besichtigen oder die Burgruine hoch über der Stadt erklimmen. Wir kommen aber hauptsächlich wegen des Essens hierher, denn nirgends schmecken die frisch zubereiteten Forellen und das Cevapcici besser als hier, direkt neben einem wild plätschernden Flußlauf. Das reißende Flüßchen "Plava Voda" entspringt nur gut hundert Meter oberhalb des Lokals mitten aus dem Berg, treibt nach nur 20 Metern schon eine mächtige Turbine an und speist nebenbei noch etliche Fischteiche. Nach nur etwa 300 Metern mündet er dann schon in den Fluß Lasva. Ein Natur-Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen soll-te. Zwei gebackene Forellen, fünf Minuten zuvor gefangen, kosten übrigens inklusive Pommes, Salat und Wein ca. 10 Euro. Für bosnische Verhältnisse bestimmt kein Sonderangebot - in Deutschland würde man allerdings mindestens das Dreifache bezahlen.

== Visoko ==
Ein weiterer Ausflug führte uns ins 1 ½ Stunden entfernte Städtchen Visoko. Dort gibt es eine schöne Altstadt und auch eine alte Moschee. Außerdem hat man aber vor kurzem angefangen, zwei riesige, wohl jahrtausendealte, geheimnisvolle Pyrami-den freizulegen. Diese wurden vor wenigen Jahren von einem Architekten nach alten Zeichnungen identifiziert. Es handelt sich wahrscheinlich um die größten Pyramiden der Welt, doch noch sind sie von meterhoher Erde bedeckt und bewaldet. Eine archäologische Weltsensation, aber außerhalb Bosniens noch kaum bekannt. In ein paar Jahren könnte die hiesige Mond-Pyramide mit Weltwundern wie den Pyramiden von Gizeh, Macchu Piccu oder der Burg Bederkesa (Scherz!) konkurrieren - falls die bosnische Regierung die Ausgrabungen forciert und nicht schläft. Leider ist aber genau das zu erwarten. Vielleicht kommt aber einer wie Erich von Däniken und macht mal die Welt aufmerksam. Ich warte ganz gespannt auf die komplette Freilegung der Pyramiden.

== Varez ==
Auf dem Rückweg nahmen wir diesmal eine Nebenstraße über Varez. Das ist allerdings Abenteuer pur. Bis zur Montanstadt Varez mit kilometerlangen, sehenswert häßlichen Industrie-Ruinen (wie konnten hier jemals Menschen arbeiten?) und wirklich gräßlichen Hochhäusern (wie können hier immer noch Menschen leben?) ist die Straße noch gut.

Doch gleich dahinter wird es ernst. Zunächst gilt es, einen Tunnel zu durchqueren. Dieser würde auf der ADAC-Sicherheitsskala von 1 bis 5 ungefähr bei 10 landen. Den offenbar größtenteils natürlich entstandenen Granitschlund teilt man sich mit einem reißenden Gebirgsfluß. Die "Straße" besteht aus grobem Schotter mit riesigen Schlaglöchern. Der Tunnel ist etwa 500 Meter lang und gewunden und außerdem stockdunkel. Selbst mit Fernlicht sieht man nicht viel, denn es ist obendrein staubig. Man hat das Gefühl, nie wieder raus zu kommen, wenn man sich in Schrittgeschwindigkeit durch die Dunkelheit tastet. Hier bekommt jeder seinen Adrenalinstoß, vor allem wenn einem auf der engen Durchfahrt noch ein Lastwagen entgegenkommt. Das war bei uns aber glücklicherweise nicht der Fall, denn es war Sonntag. Mein Schwiegervater ist hier mal mit dem Bagger in den Fluß gerutscht, als er am Winter den Tunnel durchqueren wollte und plötzlich alles vereist war. Ich weiß nicht, ob dieser Tunnel der gefährlichste der Welt ist, aber sicher gehört er mit zur Spitzengruppe. Schlimmer kann eigentlich nur noch die Fahrt am Rande eines tätigen Vulkankraters sein. Meine Frau jedenfalls wird den Schlund nur unter äußerster Gewaltandrohung noch einmal durchqueren. Schade, daß ich kein Foto gemacht habe, aber irgendwie kam mir das beim Durchfahren nicht in den Sinn…

Weiter geht es dann die nächsten 30 Kilometer über übelste Schotterstrecke, wobei man sich das enge Tal stets mit einem Fluß teilt, der manchmal 100 Meter unterhalb der Piste dahin rauscht. Wer hier von der Straße abkommt, wird vielleicht nie wieder gefunden. Natürlich windet sich der Weg in Serpentinen bergauf und bergab, übersät von Schlaglöchern unbestimmter Tiefe, mit tiefen Spurrinnen und bar jeder Wegweiser. Normalerweise fahren hier vorwiegend die schweren Holztransporter. Zwischendurch habe ich den Wagen auch noch hart aufgesetzt und dabei den Auspuffkrümmer verbeult.

Belohnt wird man allerdings mit traumhafter, ursprünglicher und sauberer Landschaft aus alten Wäldern, schroffen Felsen, wilden Bachläufen und Kalkstein-Höhlen. Zwar braucht man für die 30 Kilometer mindestens eine gute Stunde (und das Auto altert dabei wohl um ein Jahr), doch an dieses Erlebnis wird man sich noch lange erinnern.

== Zenica ==
Die quirlige Großstadt Zenica, die nach Sarajevo und Banja Luka drittgrößte Stadt des Landes, ist etwa zwei Stunden Auto-fahrt von Olovo entfernt. Dabei kann man auch auf ca. 30 km Strecke die erste Autobahn des Landes benutzen, was 80 Cent kostet. Danach sind allerdings weitere 30 km Baustellenfahrt angesagt.

Zenica liegt wie Sarajevo an der Bosna und wird vom hier schon sehr breiten Fluß in der Mitte durchschnitten. Für uns ist natürlich am interessantesten, daß hier meine Schwägerin Sutka mit ihrer Familie lebt. So haben wir hier immer viel Spaß. An der Bosna-Promenade gibt es mehrere Spielplätze und ein großes, aber leider altes Freibad. Und in der Stadtmitte können die Kinder für 50 Cent eine Runde mit der Eisenbahn oder fünf Minuten mit dem Elektro-Auto fahren. In der Stadt gibt es ein neues Museum und vier bedeutende Moscheen zu sehen. Uns interessierte allerdings mehr das Angebot des neuen, riesigen Konzum-Einkaufszentrums. Hier konnten wir endlich auch (für 6 Euro) die einzige vernünftige Straßenkarte von Bosnien kaufen, die im österreichischen Verlag "freytag & berndt" erscheint (Maßstab 1 : 250.000). Als ortsfremder Autofahrer braucht man diese in Bosnien wirklich ganz dringend, zumal es für das ganze Land noch keine Software für Navigations-Systeme (und damit auch keine Navis) gibt.

== Kladanj ==
Hierher fahren wir, wenn wir in den Supermarkt wollen. Das verschlafene Städtchen liegt etwa 45 Minuten von Cunista ent-fernt. Man fährt über Olovo Richtung Tuzla. Mitten durch die Kleinstadt fließt ein schmaler Fluß, über den zwei Brücken führen. Es gibt hier eine alte und eine neue Moschee und viele kleine, nette Läden entlang des Flußlaufs. bzw. der beiden Hauptstraßen. Wir wurden hier in jedem Laden äußerst nett und korrekt bedient. Vor allem aber gibt es in Kladanj zwei Su-permärkte, wovon ich zumindest den ganz neuen, "Bingo" genannt, wärmstens empfehlen kann. Zwar ist die Auswahl nicht riesig, doch man findet hier viele leckere Sachen auch aus Deutschland, alles ist frisch und die Preise sind für bosnische Ver-hältnisse extrem günstig, teilweise um 50 % billiger als in Sarajevo oder Zenica.

== Vogosca ==
Die kleine Stadt vor den Toren von Sarajevo muß man nicht unbedingt gesehen haben. Es gibt hier vor allem vierstöckige Wohnhäuser. Früher sind wir in einem kleinen Café an der Hauptstraße immer Kolace (Kuchen) und Sladoled (Eis) essen gegangen. Es gibt hier auch eine sehr gute Lemonada (frisch gepreßtes Zitronenwasser). Heute besuchen wir hier nur noch die alleinerziehende Schwägerin Sabina und ihren halbwüchsigen Sohn Almin. Wie es eine Mutter alleine mit einem oder gar mehreren Kindern hier schaffen kann zu überleben, ist mir bis heute rätselhaft.

== Mostar ==
Die nach Sarajevo sicherlich bekannteste Stadt in BiH ist Mostar, die größte und vielleicht schönste Stadt der Hercegovina. Die Hercegovina ist grob gesagt der südliche Landesteil von BiH. Wir besuchten Mostar auf unserem Weg zur Adria, wobei wir von Sarajevo aus über Konjic und Jablanica (sehr schöner, großer Stausee Jablanicka jesero) kamen. Mostar hat ihren Namen von der 19 Meter hohen, ursprünglich aus türkischer Zeit stammenden Brücke über den Fluß Neretwa, denn "most" bedeutet Brücke.

Im Bosnien-Krieg wüteten hier starke Kämpfe zwischen Muslimen und Kroaten. Dabei wurde auch die alte Brücke zerstört und erst kürzlich von der EU wieder rekonstruiert. Das ursprünglich aus Kalkstein-Quadern errichtete Bauwerk besteht jetzt allerdings größtenteils aus Stahlbeton und hat viel von seinem ursprünglichen Charme verloren. Immer noch gibt es allerdings die Brückenspringer, die täglich ihre Künste vor den Touristen zeigen und kunstvoll von der Spitze der Brücke aus 19 Metern Höhe per Kopfsprung in die nur wenige Meter tiefe Neretwa springen. Respekt!

Sehr schön ist auch die Altstadt, die sich beidseitig der Neretwa ausbreitet. Auch hier wurden die meisten Gebäude wieder-hergestellt. In den Außenbezirken sieht man allerdings immer noch - 13 Jahre nach Kriegsende - mehrere zerschossene und verkohlte Hochhäuser.

Und auch der Tourismus ist nicht mehr so wie früher. Wo sich vor dem Krieg die Menschenmassen durch die engen Gassen drängelten, müssen die Händler der vielen kleinen Souvenir- und Kunstläden und Restaurants nun um die Kunden kämpfen. Wir aßen in einem der Terrassen-Restaurants an der Neretwa zu Abend und waren fast alleine mit der herrlichen Aussicht. Wirklich schade, denn diese Stadt gehört wirklich zu den schönsten im Lande. Zu besichtigen sind hier übrigens auch min-destens drei uralte Djamijas (Moscheen) und die "Schiefe Brücke" über einen kleinen Nebenfluß sowie drei Burgruinen über der Stadt. Ebenfalls erwähnenswert ist, daß es hier an der Hauptstraße die wohl erste automatische Radarfalle (Starenkasten) von ganz Bosnien gibt. Ausländer müssen davor allerdings kaum Angst haben, höchstens bei einer zufälligen Grenz-Kontrolle bei einer späteren Wieder-Einreise.

== Weitere Ziele ==
Sehenswerte Städtchen für Tages-Ausflüge sind beispielsweise die Heilbäder Tesanj, Banja Fojnica und Teslic (je ca. 3 Std. entfernt). Für Mehrtages-Ausflüge eignen sich außer Banja Luka z. B. die Adria-Küste mit dem kleinen hercegovinischen Küstenort Neum oder den tollen kroatischen Städten Split, Makarska, Zadar, Trogir und Dubrovnik (jeweils ca. 5 Stunden). Das stand noch auf unserem Programm für die letzten Tage…

== Tourismus ==
Eines findet man in ganz Bosnien und speziell in Cunista noch ganz selten: Touristen. Ein Phänomen, das eigentlich kaum erklärlich ist. Hier könnte man beispielsweise ganz toll wandern oder Nordic Walking machen oder mit dem Mountain-Bike fahren - doch davon hat man in Bosnien anscheinend noch nie etwas gehört. Der Flußlauf der Krivaja oder der weiterführen-den Bosna würde sich auch hervorragend für Kanu- oder Raftingtouren eignen, doch auch davon weiß man hier nichts. Die schroffen Kalkstein-Hänge könnten ein Paradies für Bergsteiger und Freeclimber sein, aber auch daran hat noch niemand gedacht.

Und obgleich es jede Menge geeignete Wiesen gibt, habe ich in ganz Bosnien nur einen einzigen Campingplatz gefunden (beim Hotel Ilidza / Sarajevo). Selbst auf der größten Tourismus-Messe der Welt, der ITB in Berlin, erfährt man am kleinen Bosnien-Stand nur sehr wenig über die tollen Möglichkeiten des Landes. Bleibt zu hoffen, daß sich das bald ändert. Die Menschen hier könnten eine sichere Einnahmequelle gut gebrauchen und es gibt viel zu entdecken in diesem ursprünglichen Land.

== Anfahrt ==
Um von Cuxhaven aus nach Cunista zu kommen, braucht es sehr viel Geduld. Da wir stets großes Gepäck dabei haben - na-türlich bringen wir allen Verwandten und Bekannten lebensnotwendige Geschenke mit - ist die Anreise mit unserem Mini-Van Toyota Picnic obligatorisch. Und egal wie groß unser Auto ist, es ist dennoch immer zu klein für alle Mitbringsel. Somit fällt für uns die schnelle, sehr teure Anreise mit dem Flugzeug zum einzigen richtigen Flughafen des Landes in Sarajevo ebenso flach wie die sehr beschwerliche, zwei Tage dauernde Anfahrt mit dem unbequemen Reisebus.

Mit der Bahn kann man ebenfalls nur sehr umständlich nach Bosnien kommen, da es lediglich ein kleines Industrie-Schienennetz gibt. Der "Schnellzug" von Zagreb nach Sarajevo verkehrt nur sporadisch und mit rasanten 50 km/h. Bahn-übergänge sind übrigens wie fast überall im ehemaligen Jugoslawien stets unbeschrankt und ohne Warnlicht - also äußerste Vorsicht beim Überqueren von Schienen.

Wir fahren also zwei volle Tage mit dem Auto, wobei wir einen Zwischenstopp in München einlegen. Danach nutzen wir so weit wie möglich die teuren Autobahnen in Österreich und Kroatien. In Österreich umfahren wir allerdings die mautpflichtigen Tunnel der Radstädter Tauern sowie den Gleinalm-Tunnel bei Graz, was vielleicht eine Stunde länger dauert, doch pro Strecke ca. 25 Euro spart. Diesmal mußten wir zum Ausgleich aber nicht vier Stunden auf die Blockabfertigung am Tauerntunnel warten. Außerdem konnten wir dabei in Liezen tanken, wo es den billigsten Sprit in Österreich gibt. In Austria zahlten wir diesmal nur 1,30 Euro für Marken-Super - 29 Cent billiger als in München.

Die kurze Autobahnstrecke durch Slowenien sparen wir uns diesmal, denn seit Januar 2008 muß man hier eine Halbjahres-Maut in Höhe von 35 Euro bezahlen, was uns als Wucher erscheint. Dafür werden wir heute mit einem zweistündigen Stau zwischen Maribor und der kroatischen Grenze bei Macelj bestraft.

Wahrscheinlich fahren wir nächstes Jahr dann doch die schnellste Strecke über den Tauerntunnel, Ljubljana und die slowaki-sche Autobahn, obgleich das für Hin- und Rückfahrt wohl etwa 65 Euro mehr kostet als unsere etwa gleichlange Streckenfüh-rung über Graz / Spielfeld. Zu zahlen sind aber auf jeden Fall zwei Autobahn-Vignetten je 10 Tage für Österreich (zusammen 15 Euro) sowie die kroatische Autobahn zwischen Krapina und Slavonski Brod (ca. 30 Euro für Hin- und Rückfahrt). Von Slavonski Brod aus sind es über Doboj und das Krivaja-Tal noch etwa drei Stunden Landstraßen-Fahrt, teilweise ziemlich abenteuerlich.

== Autofahrer-Infos ==
Die Straßenverhältnisse haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, sogar auf den bosnischen Nebenstraßen. Das billigste Benzin fanden wir auf unserer Reise übrigens in Bosnien, wo man für Super 95 ca. 1,15 Euro und für Diesel ca. 1,25 Euro zahlt. Übrigens kann man zwischenzeitlich außer in der Landeswährung KM (konvertible Mark) überall auch in Euro bezahlen und der Wechselkurs ist (fast) immer absolut korrekt (100 Euro = 195 KM). In Slowenien ist das Tanken nur unwe-sentlich teurer (ca. 1,18 Euro für Super 95), in Kroatien allerdings zahlt man etwa so viel wie in Österreich (bis 1,35 Euro).

Westliche Marken-Tankstellen gibt es im ganzen ehemaligen Jugoslawien übrigens nicht, aber jede Menge nachgeahmte (z. B. "Arall" oder "BP"). Der Sprit ist aber echt. Obgleich man auch in Bosnien zwischenzeitlich sehr viele neuere Autos findet (es dürfen nur Autos mit einem Höchstalter von 7 Jahren eingeführt werden), empfehle ich nicht, mit einem Neuwagen hierher zu kommen. Die Wahrscheinlichkeit, sich eine Beule oder Kratzer einzufangen, ist einfach zu groß. Parkplätze sind sehr knapp, da ist viel Geschick und Ideenreichtum beim Einparken gefragt. Öfters liegen auch Gegenstände wie Steine oder Kantholz auf der Fahrbahn. Und wenn man nicht immer ein paar Pfennige für die wirklich erbärmlich aussehenden, manchmal auch ganz süßen, bettelnden Zigeuner-Kinder (manchmal machen sie auch die Scheiben sauber) an den Ampeln bereithält, kann man sich dort auch mal einen "zufälligen" Kratzer einfangen.

Außerdem halten sich die meisten Bosnier für die besten Autofahrer der Welt, was aber leider nicht zutrifft. Verkehrsregeln werden grundsätzlich mißachtet und bei den Einheimischen schaut die Polizei da auch nicht so genau hin. Ausländer sollten aber für solche Fälle immer die obligatorischen zwei Zehn-Euro-Scheine dabei haben (für jeden Polizisten einen), um größeren Ärger zu vermeiden. Etwa alle 20 bis 30 Kilometer muß man auf den Hauptstraßen mit mobilen Radarkontrollen rechnen, stets an überraschenden Stellen mit starker Geschwindigkeits-Begrenzung und Überholverbot.

Man sollte sich aber dennoch nicht wundern, wenn man bergauf mit 10 km/h hinter drei langen LKWs hängt und man dann bei doppelt durchgezogener Linie, kommender Kurve und Null Sicht von einem alten, qualmenden Golf Diesel mit 30 km/h überholt wird. Für diesen Fall muß man einfach bremsbereit sein, genauso wie der evtl. entgegenkommende Verkehr. Das gilt z. B. auch dann, wenn man an einer gerade rot gewordenen Baustellen-Ampel noch mal von einem flugs ausscherenden LKW überholt wird, der einfach noch drüber fährt.

Es empfiehlt sich auch, eine gewisse Gelassenheit beim Autofahren an den Tag zu legen und auf Lichthupen von hinten, Drohgebärden und wildes Gehupe erregter Einheimischer nicht zu reagieren. Hier merkt man doch sehr das südländische Temperament der Bosniaken. Was bei uns zu Gerichtsverfahren führen würde, ist hier doch eine Lappalie. Nicht ärgern, nur wundern. Auch über die offenbar öfters vorhandenen, selbst ernannten Sheriffs, die irgendeine angebliche Polizeimarke in den Rückspiegel halten, obgleich sie in einem klapprigen Privatwagen sitzen. Darauf bin ich einmal beinahe reingefallen und habe gestoppt. Allerdings hätte ich den angeblichen Polizisten, der keinen Dienst-Ausweis hatte und dessen "Dienst-Marke" offensichtlich aus dem Kaufhaus stammte, anschließend beinahe verprügelt. Also, wie gesagt, einfach cool bleiben. Fünf Mi-nuten später ist der Ärger wieder verraucht. Man ist ja im Urlaub, nicht bei der Playstation-Autorallye.

== Resumée ==
Man muß sicherlich nicht - wie wir - jedes Jahr nach Bosnien oder Kroatien fahren. Aber einmal im Leben sollte man schon hier gewesen sein. Die Reise-Empfehlungen des Auswärtigen Amtes stimmen übrigens nicht. Bosnien ist ein relativ sicheres Land, zumindest so lange man Wiesen und Wälder am Rande der ehemaligen Kampfgebiete (Frontlinie) meidet. Diese teilweise noch verminten Gegenden sind aber stets mit Trassierband oder Totenkopf-Schildern gekennzeichnet (was wir übrigens auch im Touristen-Gebiet in Kroatien mehrfach gesehen haben). Also einfach nicht über die vielleicht noch verminten Wiesen laufen, dann passiert auch nichts.

Es ist nicht richtig, daß man in Bosnien nur auf Hauptstraßen und tagsüber fahren kann. Zwar sind die Straßen nicht immer tadellos, doch in ganz Bosnien geschehen wohl zusammen gerechnet weniger Verbrechen als in jeder deutschen Großstadt. Von großer Gefahr kann also keine Rede sein. Bosnien ist ein freundliches und preiswertes Urlaubsland. Dörfer wie Cunista haben sich noch die Ursprünglichkeit und Idylle bewahrt, wie man sie im frühen 20. Jahrhundert von deutschen Bauerndörfern kannte, seit mindestens 30 Jahren aber kaum mehr. Wer sich entspannen und wieder zu sich selbst finden möchte oder einfach einen sehr preiswerten, abenteuerlichen Urlaub verbringen möchte, ist hier sehr gut aufgehoben. Vielleicht sieht man sich - in Cunista…

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