DE-06712 Zeitz: Schloß-Restaurant Moritzburg
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Dieser Bericht bezieht sich nicht direkt auf die Gaststätte, sondern auf die Ritteressen, die der Betreiber der Gaststätte in einem Nebenraum des Schlosses mit seinem Gaststättenpersonal ausrichtet. Hierzu werden zusätzlich Animateure für die Veranstaltung hinzu gezogen. Wie wohl die meisten hier wissen, bin ich ein leidenschaftlicher Motorradfahrer und bin seit ein paar Jahren mit einer gruppe Bikern unterwegs. Ende Oktober werden dann unsere Motorräder zum Winterschlaf eingepackt. Damit uns die Zeit bis zum Frühling nicht zu lang wird, treffen wir uns dann einmal im November zum jährlichen Ritteressen. Damit auch ein wenig Abwechslung in den Alltag kommt, ist jedes Mal ein anders Domizil angesagt. In diesem Jahr war unsere Wahl auf das Schloss Restaurant Moritzburg in mitten von Zeitz gefallen. Wie der Name schon sagt, war das Zreffen richtig passend in einer alten Schlossanlage. Alle freuten sich auf den Abend.

ANFAHRT. Da unsere Gruppe weit verstreut in Thüringen, Sachsen und Sachsen Anhalt wohnt, war Zeitz eigentlich der genaue Mittelpunkt. Aus allen Himmelsrichtungen wurde mit dem Auto angereist. Das Schloss befindet sich mitten im Stadtzentrum von Zeitz. Mein Navi hatte damit wie gewohnt kein Problem und steuerte sicher auf den Schlossparkplatz. Stellplätze gab es ausreichend.
DAS RESTAURANT

Auf der Suche nach dem Rittersaal schlenderten wir erst einmal zu Schlossgaststätte. In einem Seitenflügel der riesigen Schlossanlage befanden sich die Stilvoll eingerichteten Gasträume. Das, was wir zu sehen bekamen war echt super. Wir meldeten uns zum Ritteressen an. Der Kellner sagte uns. Da sind sie hier ein wenig falsch und wies uns den Weg über den Schlosshof. In einer Toreinfahrt war eine große Tür. Nach dem öffnen zeigte sich eine steile Treppe in den Schlosskeller. Na dann ging es eben abwärts. Unten angekommen in einem altertümlichen Vorraum wurden wir von einer witzigen mit äußerst altertümlichem Bartwuchs, dem Burgvogt empfangen. Eine Vitrine mit Glasscheibe war gefüllt mit altertümlichen Klamotten. Die waren aber zum Glück nicht für uns gedacht.

DER RITTERSAAL. Nun wurden wir in einen sehr stilvoll eingerichteten Burgkeller, dem Rittersaal geführt. Alles sah nach einem richtig guten Abend aus. Da nicht alle Gäste zur selben Zeit erschienen füllte der Saal sich nur allmählich. Der Tisch war standesgemäß gedeckt. Lustig fand ich das Besteck. Geschnitzte Holzlöffel und Messer zierten die Seiten eines großen Tellers. Auf dem Tisch waren Laibe Brot und ein paar Schüsseln mit Obst und Gemüse verteilt.
DAS RITTERESSEN

Bürgermahl hieß unsere Essenswahl diese bestand aus folgendem: Begrüßungstrunk
Gang 1: Steinbrotfladen
Gang 2: Spanferkelkeulen in schwarzem Bier
Gang 3: gesottener Ochs in Tunke von scharfen Wurzeln, in Wein gestampfter Kohl, Möhrengemüse, Semmelknödel nach Burgfräulein Art, gebackene Erdäpfel in Schmalz und Petersilienbund
Gang4: gebackene Apfelringe in süßer Tunke
Kosten; bei 20 - 35 Personen 37,00 Taler, ab 36 - 50 Personen 34,00 Taler
Da wir leider nur 28 Leute waren sollte das Essen also 37e kosten. Bestellt hatten wir telefonisch. Was uns bei der Sache schon etwas komisch vorkam war, das wir einen Vorvertrag abschließen mussten.

PREISE: Essen: 37 €, Bier 0,4l: 3 €, Saft 0.3l: 2,80 €, Wasser 0,25l: 1,80 €; für einen Wasserkrug wurden 14 € verlangt - es sollten 2,0 l sein, waren es aber nie im Leben.
Meine Rechnung für 3 Personen 135 €, da war sogar noch Trinkgeld dabei.

DIE VERANSTALTUNG. Beim Einlass in der Ritterraum gab es ein kleines Gläschen zum mitnehmen, das sollte aber erst zur Eröffnung getrunken werden. Da wir die ersten waren hatte auch die Kellnerin noch Zeit ihre Bestellung auf zu nehmen. Da es ja keine große Auswahl an Getränken gab, wurde es ein Bier für mich und Orangensaft für frau und Tochter. Doch leider konnte sich die Bedienung keine Gesichter merken und irrte mit den Getränken irgendwie verwirrt durch den Raum. Irgendwie schien sie recht Lustlos. Zur Eröffnung gab es nun das Schnapsglas zum Prosten. Das war wohl so eine Art Honigwein und der Begrüßungstrunk war vom Veranstalter abgehackt.

Der erste Gang stand schon auf dem Tisch, wenn man ihn so bezeichnen kann. Brot gab es genug doch leider vom Fladenbrot gab es nur 2. Das was an unseren Tisch lag war leider von unten total verbrannt. Na dann nahm ich mir eben das andere Brot. Aber wo war das Schmalz. Ich glaube es waren 3 kleine Becher nicht mal so groß wie ein Senfbecher die auf den Tischen versteckt standen. Ich musste um die halbe Tafel laufen um dann noch den Boden des Bechers auszukratzen. Laut Veranstalter sollten es 7 Becher gewesen sein, dann wird sie wohl der Küchenchef in der Speisekammer vergessen haben. Nach einem Gespräch mit den anderen Gästen hat nicht mal jeder zweite ein Schmalzbrot essen können.

Der zweite Gang ließ auch nicht lange auf sich warten. Die Fleischteller wurden auf dem Tisch verteilt. Ich war noch mit deinem Banknachbarn in ein Gespräch vertieft, so dass ich nicht gleich zugeschlagen habe. So kann es dann auch dass ich leer ausging und stattdessen nur noch Kraut und Soße bekam. Ich war schon etwas verärgert. Na dann gab es eben eine Scheibe Brot dazu, denn die Kellner sahen zwar die leeren Teller, machten aber keine Anstalten wieder etwas nachzureichen.

Vor dem dritten Gang gab es erste einmal Gesellschaftsspiele, das war echt lustig. Das ließ meinen knurrenden Magen erst einmal wieder verstummen. Leider plagte mich dann doch auch noch der Durst. Es dauerte aber ewig bis die Kellnerin wieder mal Zeit für mich hatte. Nur wurde der dritte Gang aufgetischt. Diesmal war ich aber schnell. Fix zwei kleine knödel auf den Teller und ein Stückchen Fleisch. Leider wusste ich da noch nicht, das auch die Knödel abgezählt waren und sich nun wegen der überschnellen Hungrigen die anderen Gäste mit den Kartoffeln aus dem ersten Gang begnügen mussten. Als ich noch mal nachschlag wollte war das Fleisch leider auch schon wieder alle.

Satt war ich noch nicht, aber jetzt waren schon wieder Spiele angesagt. Nun kam es zum Ende und er letzte Gang wurde serviert. Die Kellnerin machte erste eine Runde und zählte die Gäste. Jetzt war klar auch der letzte Gang wird abgezählt sein. So war es dann auch 28 Apfelringe wurden auf dem Tisch verteilt und ei paar kleine Näpfchen Vanillesauce. Die meisten Gäste getrauten sich kaum bei den Apfelringen zu zugreifen, der Grund war aber sicherlich nicht, dass die Leute satt waren. Sie trauten sich nicht, aus Angst die Kellnerin könnte sich verzählt haben.

Jetzt war noch Verabschiedung. Da ich immer noch richtig hunger hatte wollte ich mich schnell auf den Heimweg machen. Leider kann niemand zum abkassieren. So ging ich in die Küche und fragte nach der Rechnung. Bezahlt wurde dann schon mit angezogener Jacke im Vorraum. Ich ärgere mich jetzt immer noch dass ich für einen knurrenden Magen zu dem 130€ Rechnung auch noch 5€ Trinkgeld gegeben habe.

DIE SCHAUSTELLER. Es war eine echte Wonne. Die Unterhaltung wurde durch einen Burgherren, der nicht nur zeitgemäß gekleidet war abgehalten, nein er hatte auch einen sehr lustigen Bart. Zwei lustige Zöpfe baumelten ihm vom Kinn. So wurde erst ein Burgfürst ernannt, weiter ging es mit den Tischmanieren, die ja zum Glück in der alten Zeit nicht so fein waren, was auch zu einer Gruppe wild gewordener Biker passte. Der Höhepunkt war dann ein Lustspiel, in dem fast alle anwesenden mit teilnahmen, echt super Idee. Der Burgherr stand noch eine Gehilfin zur Seite. Diese war der ganzen Sache noch nicht so mächtig und schaffte es nicht ganz so gut die Leute zu unterhalten. Die zwei hätten, könnte man sie einzeln bewerten echt 5 Punkte verdient. Aber das der Rest nicht so gut war, dazu können die zwei ja eigentlich nichts. Die kamen ja aus einer Kabarettgruppe und waren vom Veranstalter nur hinzu gebucht.

KONTAKT: www.moritzburg-zeitz.de; Ansprechpartner: Schloßrestaurant Moritzburg; Geschäftsleiter: Wolfgang Obenauf; Schloßstraße 6, 06712 Zeitz; Telefon: 03441-6889927, Fax: 03441-6889928

GÄSTEBUCH. Das Restaurant besitzt nicht nur eine richtig gute Homepage sondert verbindet damit auch ein Gästebuch. Um meinem Frust und den meiner Kumpel etwas Luft zu machen wagte ich einen Eintrag zu hinterlassen. Hier den Inhalt meiner Nachricht: Ein Ritteressen für nicht so Hungrige!
Gestern traf sich unsere Biker Truppe zu jährlichen Ritteressen. Die Moritzburg war unser Ziel. In einen standesgemäßen Rittersaal nahmen wir Platz. Die Unterhaltung der Herolde war auch sehr unterhaltsam. Hier gab es echt nichts zu meckern. Doch leider war nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Zu meckern gab es echt beim Essen. Es war auf keinen Fall die Qualität, das muss ich eingestehen, aber ich bin bis jetzt noch nie hungrig von solch einer Veranstaltung heimgekehrt. Die Menge war fast wie abgezählt. 3 kleine Becher Fett sollten für fast 30 Leute reichen und wurden nur nach Aufforderung aufgefüllt. Auch beim zweiten Gang gab es grad mal ein Stückchen Fleisch und nur wenig Beilage. Der dritte Gang war noch knausriger ausgelegt, ein kleiner Knödel musste reichen so gingen einige sogar leer aus. Zum Ende gab es Apfelringe für Jeden einer auf dem Tablett durchgereicht. Das Essen kostete 37€, eindeutig zu viel fürs gebotene. Echt schade. Wer richtig Hunger hat sollte vor dem Besuch schon mal ein Brot im vorab essen.

Nach dem bestätigen und dem eingeben eines Codes wurde mir mitgeteilt, dass die Nachricht natürlich erst von einem Administrator geprüft werden muss. Wie ihr euch wohl denken könnt, ist der Beitrag nie im Gästebuch aufgetaucht. Ich war nicht der einzige, noch mindestens 2 weitere Gäste der Feier haben einen Eintrag hinterlassen und es ging ihnen genauso. Deshalb werdet ihr wohl immer nur positive Bewertungen dort finden. Kritik ist hier nicht erwünscht. WOZU BRAUCHT MAN DENN SO EIN GÄSTEBUCH? Link: www.moritzburg-zeitz.de/gaestebuch

MAILKONTAKT MIT DEM VERANSTALTER. Ich hatte mit dem misslungenen Gästebucheintrag eigentlich abgeschlossen, doch einige der anderen Gäste waren so verärgert, dass sie nun den direkten Kontakt mit dem Inhaber suchten. Sie schrieben ihm eine Mail, das sie etwas unzufrieden mit dem Essen waren. Was nun kam war eigentlich die Spitze der Frechheit. Jetzt antwortete der Inhaber, dass das Eseen auf jeden Fall ausreichend war und sich noch nie ein Gast darüber beschwert hat. Nun behauptete er, auch noch, das mindestens 2 Gäste die Zeche geprellt hätten und er über 70€ eingebüßt hätte. Also ich kenne alle der geladenen Gäste und würde echt meine Hand für diese ins Feuerlegen. Danach wurde er auch noch beleidigend und behauptete, das der Preis für einen Wasserkrug, der seiner Meinung 2 Liter Inhalt gehabt haben soll, ich hätte höchstens 1 Liter geschätzt seine verlangten 14 € voll wert sein sollte und rechnete es in Kosten von einzeln bestellten Gläsern um. Einer unsere Gäste hatte Cola verlangt, auf Karte stand aber nur Bier, Wasser oder Saft. So etwas gibt es nicht bei einem Ritteressen und erst nach mehrfachen bitten wurde diese ausgeschenkt.

FAZIT: Na dann fassen wir mal alles zusammen, alles hat eigentlich so gut angefangen, sich mit einer Gruppe mal richtig Spaß zu gönnen, ist eine echt gute Idee. Das Ritteressen war eine echt unterhaltsame Sache, wir hatten Spaß und wurden von den Schaustellern echt gut unterhalten. Die Räumlichkeit war echt gut eingerichtet und auch das drum herum gab eigentlich keinen Grund zum mecker. Das wichtigste bei so einer Veranstaltung ist aber dann doch das Essen und das war zwar gut gedacht, aber dann für den abverlangten Preis sehr, sehr dürftig. Der Küchenchef hat laut Veranstalter 250g Fleisch pro Person eingekauft. Wie will man denn mit so einem Stückchen Fleisch eine Horde Biker bewirten, einen kleinen Klos und einen Apfelring sollte es pro Person geben.

Hier handelt es sich um ein Ritteressen, da wird geschlemmt bis zum umfallen, es war dann aber eher eine Diätveranstaltung. So was nennt man schon nicht mehr sparsam, ich kann das nur als absolute Abzocke bezeichnen. 14 € für einen Krug Wasser ist dann aber eigentlich schon Wucher. Leider kann man den Bericht nicht Punkt los einstellen. Ich kann das Restaurant nicht empfehlen sei denn ihr seid nicht allzu hungrig und habt genug Geld übrig. Eine Frechheit hingegen ist es, wenn der Veranstalter keine Kritik verträgt, sein Gästebuch manipuliert und uns dann auch noch als Zechpreller hinstellt. Also VORSICHT. Sucht euch einen anderen Veranstalter.
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© 2011 - 2012 ff. by Eierkuchen70 (ciao.de-Pseudo) / Guido vom 27. Dezember 2011. Mit freundlicher Genehmigung des Autoren vom 04. Januar 2012.

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