Toyota Picnic Mini-Van

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Erfahrungsbericht Toyota Picnic Benziner 128 PS, Bj. 1998

== Vorwort ==
Ich will hier mal über ein Auto berichten, das meiner Familie und mir seit drei Jahren ein treuer Begleiter ist und uns schon in fast alle Ecken Europas gebracht hat. Eigentlich sollten wir uns, bei Tachostand jetzt über 270.000, schon längst ein anderes Familienauto angeschafft haben - doch wir können uns einfach nicht trennen. Darum werden wir mal austesten, wie viele Kilometer der Wagen wohl noch schafft. Ich hoffe, daß mein Bericht nicht zu langweilig ist und freue mich auf eure hoffentlich positive Kritik.

Ich mache hier keine Werbung für unser Auto und unser Picnic-chen ist auch nicht zu verkaufen. Ich bemühe mich um Objektivität. Falls ihr andere Erfahrungen gemacht habt, schreibet mir bitte einen Kommentar oder ins GB!

== Unser Picnic ==
Wir haben wirklich lange nach unserem Wunsch-Auto gesucht. Es sollte nach Möglichkeit ein Toyota Picnic sein, ersatzweise evtl. auch ein Mitsubishi Space Wagon. Grundbedingung war jedoch eine Klima-Anlage, mein Wunsch zusätzlich ein Glas-Schiebedach.

Man glaubt gar nicht, wie lange wir suchen mußten. Im Internet findet man die üblichen Wucher-Angebote der Händler, die ihre schlampig zusammengeflickten Unfallautos weit über Listenpreis losschlagen möchten oder die Betrugs-Angebote mit billigen, angeblich perfekten Autos, die aber leider gar nicht existieren. Dann fährt man hin und der eben noch vorhandene Wagen ist gerade verkauft worden, es gibt da aber noch einen ähnlichen (Schrott-) Wagen zum günstigen (Wucher-) Preis. Oder diese Schnäppchen aus dem Ausland, wo man erst mal in Vorkasse treten soll, ohne den Wagen gesehen zu haben. Das Geld ist dann natürlich weg, der Wagen existiert gar nicht.

Jedenfalls wollten wir einen Wagen entweder von Privat oder vom Vertragshändler, aber nur aus erster Hand und wirklich perfekt. Wie gesagt, das ist schwer, denn die wenigsten Händler hatten überhaupt einen brauchbaren Minivan da, und dann zumeist zu Phantasie-Preisen. Wir hatten dann das Glück, daß der Toyota-Händler in Saarbrücken gerade ein paar Minuten vor unserer Ankunft einen Picnic in Zahlung genommen hatte (der Vorbesitzer hatte sich einen neuen Avensis Verso gekauft).

Das Auto hatte zwar nicht meine Traumfarbe (hellblau-metallic oder flieder-metallic), war aber hübsch (dunkelblau-metallic mit silber) und vor allem mit Voll-Ausstattung. Klima-Anlage, sieben Sitze sowie Glas-Hebedach vorne und elektrisches Glas-Schiebedach hinten. Eine Kombination, wie sie vielleicht einer von hundert Picnics aufweist. Der Preis war schnell ausgehandelt, 8.000 Euro inklusive neuem TÜV, neuem Zahnriemen / Keilriemen, Ölwechsel, neuen Sommer-Reifen auf Alus plus Winterreifen auf Stahlfelgen sowie R/CD-Einbau. Also eine komplette Überholung des Wagens inklusive. Nach der Bezahlung erhielten wir sofort den Brief zugeschickt, wir konnten den Wagen eine Woche später wie ein Neuwagen blitzend abholen. Ein Minichamps-Modell in 1/43 von einem Celica gab es noch obendrauf. Solche Autohändler mag ich.

== Aussehen / Vergleichbarkeit ==
Tja, der Wagen sieht aus wie ein Mini-Van eben, also ein großer Kombi mit vieeeeel Platz. Leider hat der Wagen keine Schiebetüren hinten, aber ich finde das Auto sehr hübsch und wir haben auch ständig Kaufangebote von fliegenden Händlern am Scheibenwischer. Der Wagen wirkt nicht bullig oder klotzig, sondern hat eine elegante Linienführung und fällt auch durch die schöne Zweifarb-Lackierung auf. Von vorne durch die Doppelscheinwerfer und die Nebelleuchten vielleicht ein wenig aggressiv, aber nicht aufdringlich. Ein Auto, mit dem man genauso gut in den Waldkindergarten wie auch zur Oper fahren kann. Frisch gewaschen zieht er so manchen neidischen Blick auf sich, vor allem von jungen Müttern und Vätern. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum es vergleichsweise wenige Picnics auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt.

Ähnlich ist der Picnic vor allem dem Mitsubishi Space-Wagon oder dem Mitsubishi Space-Runner. Das Nissan-Vergleichsmodell ist der Quest, der allerdings in Deutschland nicht erhältlich ist. Von Honda gibt es den Shuttle. Da der Minivan-Markt neuerdings boomt, erscheinen auch ständig neue Modelle von praktisch allen Herstellern. Die alle aufzuzählen, wäre hier wohl allerdings nicht der richtige Ort.

== Besonderheiten ==
Außer der Zweifarb-Metallic-Lackierung, die bei den Picnics allerdings fast schon Standard ist (einfarbige sieht man eher selten), haben wir sieben Sitze. Das ist vor allem dann sehr praktisch, wenn man den Kofferraum braucht und die letzte Sitzreihe herausnimmt. Dann hat man nämlich immer noch einen Fünfsitzer, was man mit Kindern auch braucht. Der 6-Sitzer hat in der zweiten Sitzreihe nämlich eine große Lücke, die ich nicht gut finde.

Eine weitere Besonderheit ist die Klima-Anlage, die sehr gut funktioniert und vor allem im Sommer für uns unentbehrlich ist. Meine Frau fährt nicht gerne bei offenem Dach, darum läuft die Klima-Anlage bei Sonnenschein sehr oft. Die dritte Besonderheit sind die beiden Glasdächer. Vorne ist es ein Klappdach, das relativ klein ist. Die Mitfahrer in der Mittelreihe können sich über ein großes, elektrisch betriebenes Glasdach freuen. Beide Dächer haben einen schiebbare Innenabdeckung, so daß man auch abdunkeln kann.

== Nützlichkeit ==
Mini-Vans sind die perfekte Kombination zwischen Aussehen und Fahrleistungen eines Mittelklasse-PKWs und der Lade-Kapazität eines kleinen Transporters. Für mich das optimale Fahrzeug für jede Familie. Man kann damit sowohl zum Kindergarten oder zur Schule fahren als auch zum Groß-Einkauf. Ein ideales Urlaubsauto, denn damit kann man wirklich alles mitnehmen. Sogar als Lastesel zum Holzholen fürs Kaminfeuer oder als Baustellen-Fahrzeug sind solche Autos gut zu gebrauchen. Der Picnic hat außerdem noch ein recht gefälliges Aussehen, so daß er sogar für feierliche Anlässe wie Hochzeiten oder den Theaterbesuch salonfähig ist.

== Türen ==
Die vier Türen sind breit und leicht zugänglich. Die Heckklappe öffnet auch geschmeidig weit nach oben, die Dämpfer sind noch wie am ersten Tag. Sehr schade finde ich allerdings, daß es den Picnic nicht mit hinteren Schiebetüren gibt. Das fand ich ganz toll bei unserem Nissan Prärie Pro (wurde leider nur bis 1994 gebaut, hatte zwei Schiebetüren hinten), aber auch beim Space-Runner, beim Previa oder beim Serena. Fast schon ein Grund, zu einem bequemen Franzosen zu wechseln (Citroen Picasso oder Peugeot 807 vielleicht), doch dort bin ich von der Qualität nicht so überzeugt. Naja, kein Auto ist perfekt (außer vielleicht dem Lexus RX 600 h, doch der ist leider für uns unerschwinglich).

== Zuverlässigkeit ==
Wie alle (in Japan gebauten) Toyotas ist auch dieser sehr zuverlässig. In der Pannenstatistik des ADAC in der Kategorie Mini-Vans lag der Toyota Picnic (zusammen mit dem Toyota Previa) immer auf einem der Spitzenplätze - ebenso wie in der TÜV-Statistik. Der Ölverbrauch ist kaum meßbar, die Aggregate machen keine Probleme. Sozusagen alles immer im grünen Bereich. Bisher ist der Wagen stets sofort angesprungen und nie stehen geblieben. Nach nunmehr 270.000 km Fahrleistung unseres Wagens kann man die Zuverlässigkeit wohl schon einschätzen. Typische Toyota-Qualität eben, wie man es vom "besten Autohersteller der Welt" erwarten darf. Bis auf die eine Panne eben, die ich mal näher beschreiben möchte…

== Panne ==
Nichts ist unmöglich! Einmal habe ich den Wagen über den Klee gelobt, was er uns prompt verübelte. Wir waren auf der Autobahn mit etwa 120 km/h unterwegs, der Wagen lief wie ein frisch geölter Blitz und ich sagte: "Schau mal Schatz, jetzt haben wir 260.000 km auf dem Tacho und es ist noch nie etwas kaputt gegangen. Das ist ein wirklich gutes Auto". Etwa eine Stunde später begann es dann: beim Beschleunigen ruckelte der Wagen in der Lenkung, das Schlagen wurde immer stärker. Auf dem nächsten Parkplatz überprüfte ich die Reifen, alles in Ordnung. Auch der herbeigerufene ADAC-Engel konnte nichts feststellen. Wir fuhren dann noch 30 km zur nächsten (Opel-) Werkstatt, wo unsere Vorderräder (frisch gewechselt wegen Winterreifen) ausgewuchtet werden sollten. Dort wurden wir aber drei Stunden lang stehen gelassen, bis man uns mitteilte, daß noch andere Opel-Stammkunden vor uns dran seien.

Ich empfand das als große Unverschämtheit, da wir uns mit einem kleinen Kind (5) auf Urlaubsreise befanden und sich nun, um 15 Uhr, auch langsam der Hunger meldete. Bei Opel dachte man, wir würden bis 18 Uhr hier warten, nur um die Reifen ausgewuchtet zu bekommen, was ja bekanntlich nur zehn Minuten dauert. So ließen wir denn Opel Opel sein und fuhren weiter bis zum nächsten Toyota-Händler. Ich darf anmerken, daß ich bei bislang vier Werkstatt-Besuchen bei Opel mit verschiedenen Autos und bei verschiedenen Werkstätten immer schlechte Erfahrungen machte. Einen Opel werde ich mir nie wieder zulegen, nicht mal geschenkt. Aber das ist eine andere Sache.

Jedenfalls wurden wir bei der Japan-Autowelt in Göttingen (die darf man ruhig lobend erwähnen) ganz anders empfangen. Bei diesem Vertrags-Händler für Toyota und Hyundai begrüßte uns der Geschäftsführer persönlich und einer der Meister kümmerte sich sofort um unser Problem. Es stellte sich bei der Probefahrt heraus - wie ich es mir schon gedacht hatte - daß eine Antriebswelle defekt war. Es handelte sich um die Welle vorne rechts (ja, hinten hat er natürlich keine Antriebswelle), die zweigeteilt ist und in der Mitte ein Gelenk hat. Dieses Gelenk wird von einer Gummi-Manschette geschützt. Diese Manschette war - nach 10 Jahren - gerissen und das Schmierfett war ausgelaufen. Damit lief das Gelenk trocken und gab den Geist auf.

Laut Meister hatte er dieses Problem bei einem Picnic noch nie und überhaupt müßte man bei Toyotas ganz selten mal eine Antriebswelle wechseln. Dem entsprechend war natürlich auch keine auf Lager und mußte zudem noch aus Frankreich bestellt werden. Da es schon Abend war, betrug die Lieferzeit 36 Stunden. So lange konnten wir aber nicht warten, da wir nach München mußten. Leider hatte der Händler aber kein entsprechendes Leihfahrzeug da, so daß wir wieder auf die Hilfe des ADAC zurückgreifen mußten. Dank unserer Gold-Karte (sehr empfehlenswert, kostet nicht viel und rentiert sich im Notfall wirklich) bekamen wir in Göttingen sofort einen Mini-Van (Opel) für vier Tage als Ersatz und zusätzlich noch eine Übernachtung im 4-Sterne-Hotel "Freizeit-In" (Wert: 150 Euro). Alles total problemlos. Da kann ich nur sagen: DANKE ADAC !!! Den Wagen holten wir auf der Rückfahrt wieder ab, die Kosten betrugen ca. 650 Euro (ja, nicht gerade billig) inkl. Komplett-Check des Wagens und Ersatz zweier Glühbirnchen. Mit dem Service dieses Autohauses waren wir aber überaus zufrieden, ebenso wie mit dem der Toyota Autowelt Saarbrücken und der Toyota-Händler in Homburg (Saar) und Kaiserslautern.

== Verbrauch / Unterhaltskosten ==
Je nach Fahrweise variiert der Verbrauch natürlich wie bei jedem Auto. Unser Normalverbrauch bei 120 km/h Dauergeschwindigkeit auf der Autobahn liegt bei ca. 8,5 Litern, der Minimalwert bei knapp unter 8 Litern. Der Maximalschnitt beträgt etwa 10 Liter bei Stadtverkehr oder "sportlicher" Fahrweise. Wir sind bisher aber selten schneller als 160 km/h gefahren und hatten auch nie mehr als 10 Liter Verbrauch.

== Sportlichkeit ==
Es ist sicherlich nicht üblich, über die Sportlichkeit eines Mini-Vans zu reden. Hier ist es aber vielleicht doch angebracht. Im Vergleich mit vielen anderen "Transportern", die ich schon gefahren habe, ist dieses Auto nämlich extrem spritzig. Es fährt sich wie ein ganz normaler PKW und beschleunigt recht ordentlich. Man muß keine Angst haben, beim Überholen oder am Berg zu "verhungern". Die Motorisierung ist wirklich ausreichend und hat uns nie Anlaß zur Klage gegeben.

Als wir den Wagen zu ersten Mal gefahren sind, kamen wir mit unserem alten Nissan Serena 1600er Benziner Minivan (98 PS) zum Händler. Nachdem wir eingestiegen waren, fragte meine Frau erst mal, ob der Motor schon läuft. Er lief natürlich, war aber kaum hörbar. Nach den ersten Kilometern meinte sie: "Das ist ja, als ob man von einem Traktor in ein Flugzeug umsteigt". Wir haben dann nicht lange gezaudert und den Wagen direkt gekauft.

Wer ein sportliches Auto gewohnt ist, wird mit dem Picnic nicht enttäuscht. Trotz des hohen Gewichts und der Abmessungen fährt sich das Auto fast wie ein Sportwagen (ja, das ist wirklich wahr). Laut Werksangaben ist er etwa 2 Sekunden schneller von Null auf Hundert als der immerhin 150 PS starke Mercedes E220 Cabrio. Mit herausgenommenen Rücksitzen sprintet er sogar unter 10 Sekunden auf 100 km/h, das ist ebenso schnell wie die meisten kleinen Sportflitzer mit 110 bis 150 PS.

== Mängel ==
Die serienmäßigen H7-Leuchten sind zwar leicht zugänglich (in fünf Minuten zu wechseln), aber nicht sehr haltbar (bei uns ca. ein halbes Jahr). Es empfiehlt sich, immer eine Ersatzbirne dabei zu haben.
Ansonsten sind mir wirklich keine Schwachstellen beim Picnic bekannt. Der Wagen ist dicht, rostfrei (noch nie ein verrostetes Modell gesehen), einfach gut.

== Robustheit ==
Dieser Wagen kann wirklich einiges ab. Bei Crashtests hat er stets sehr gut abgeschnitten, beim ADAC-Test (ich glaube das war 1997) Platz 2 unter den Minivans. Da man aber sein Auto selten so komplett zerlegt, kommt es eher auf die kleinen Rempler an. Dabei sollte man auf die Stoßstangen achten. Mir ist letztes Jahr ein VW Golf mit etwa 30 km/h aufgefahren, als ich an einer Vorfahrtsstraße wartete. Das gab bei uns einen Ruck und das wars. Der VW war vorne ziemlich lädiert, sicherlich 2.000 Euro Werkstattkosten. Bei uns war die hintere Stoßstange an einer Stelle eingedrückt und wie sich später in der Werkstatt herausstellte, auch die Aufhängung ein wenig gestaucht. Von außen allerdings nicht sichtbar. Die Stoßstange hat sich nach ein paar Minuten mit einem Plopp wieder in die alte Form zurechtgebogen, zu sehen war nicht mal ein Kratzer. Das nenne ich Stabilität. Auch mit lediglich zwei Airbags fühle ich mich in diesem Auto absolut sicher.

== Ersatzteil-Lage ==
Obgleich den Japanern gerne Probleme mit Ersatzteilen nachgesagt werden, habe ich diese Erfahrung bisher noch nie gemacht. Davon abgesehen, daß meine Japaner fast nie Ersatzteile benötigen (im Gegensatz zu meinen Erfahrungen mit französischen und italienischen Autos), sind diese bei Bestellung vor 12 Uhr fast immer spätestens am nächsten Morgen da.
Die Ersatzteil-Preise sind etwas höher als bei VW, halten sich aber im Rahmen.

== Verkaufszahlen ==
In Deutschland gehört der Picnic eher zu den Exoten. Im Jahre 1999 wurden in Deutschland nur 4.000 Fahrzeuge verkauft, insgesamt in den fünf Produktionsjahren etwa 38.000. Allerdings haben die meisten davon bis heute überlebt, so daß man noch relativ viele Picnics auf der Straße sieht.

== Technische Daten ==
Aufbau: großer PKW-Kombi (Mini-Van)
Türen: vier Türen plus nach oben öffnende, große Heckklappe
Sitzplätze: 7 bei unserem Modell (normal 6), davon hintere Sitzreihe herausnehmbar (5)
Maschine (Benziner): 4-Zylinder Reihenmotor, Direkt-Einspritzer, Front-Einbau quer, Front-Antrieb, 5 Gänge manuell, 16 Ventile, zwei obenliegende Nockenwellen (DOHC), Zahnriemen, keine Turbo-Aufladung
Fahrwerk: Vorderachse Querlenker mit Federbeinen und Quer-Stabilisator, Hinterachse Verbundlenkerachse mit Schraubenfeder, Servolenkung, Bremsen vorne Scheibe innenbelüftet, Bremsen hinten Trommel. ABS Serienausstattung
Bereifung: Serienmäßig 195/65 R 14 T. 205er und 225er Bereifung möglich, aber selten.
Radstand: 2.735 mm
Außenmaße: 4.530 x 1.695 x 1.620 mm (Länge x Breite x Höhe)
Leergewicht: 1.410 kg (Benziner), 1.455 kg (Diesel)
Zuladung: 600 kg (Benziner)
Kofferraum-Volumen: 1.842 Liter (mit 2 Sitzen; 580 Liter mit 5 Sitzen; nur 182 Liter mit 7 Sitzen)
Anhängelast: ungebremst 500 kg, gebremst 1.500 kg (AHK kostet ca. 400 Euro Aufpreis)
Tankinhalt: 60 Liter
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 10,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Norm-Verbrauch: 9,2 Liter Super bleifrei 95 Oktan

== Motorisierung / Varianten ==
Es gibt den Picnic in zwei Motor-Varianten (jeweils Reihen-Vierzylinder):
- (f) 2 Liter Benziner Einspritzer mit 1.998 ccm, 16-Ventiler, 94 KW / 128 PS bei 5.400 rpm / 180 km/h / 8,9 Liter Super bleifrei je 100 km (Werksangaben), Bohrung 86 x Hub 86 mm, Verdichtung 9,5, max. Drehmoment 178 Nm bei 4.400 U/min.
Diese Maschine gab es seit Markt-Einführung Ende 1996 bis zum Produktions-Ende 2001. Die allermeisten Picnics sind mit diesem robusten, spritzigen und sparsamen Motor ausgestattet.

- (TD) 2,2 Liter Turbo-Diesel mit 2.184 ccm, 8-Ventiler, 66 KW / 90 PS bei 4.000 rpm / 165 km/h / 7,8 Liter Diesel je 100 km (Werksangaben), max. Drehmoment 205 Nm bei 2.200 rpm. CO2-Ausstoß 206 g / km
Ab Ende 1997 gab es den Picnic auch als Turbo-Diesel. Diesel-Modelle sind heute auf dem Markt vergleichsweise wenige zu finden (ca. 10 % Marktanteil).

== Umwelt-Freundlichkeit ==
Alle Picnic (Benziner) sind natürlich serienmäßig mit einem geregelten Katalysator ausgestattet. Die Schadstoffklasse ist Euro 2 (ca. 150 Euro Steuern pro Jahr).
Die Umwelt-Plakette ist problemlos zu erhalten. Es gibt die höchste Klasse "Grün", wie wohl für alle Benziner mit G-Kat. Die Einstufung für Diesel ist "Gelb".

== Preis ==
Im Jahre 1998 kostete der Picnic in Serien-Ausstattung ohne Extras beim Händler ca. 45.000 DM. Der Diesel wurde mit rund 48.000 DM berechnet. Der Neupreis unseres Wagens lag wegen der Sonderausstattung bei knapp über 50.000 DM. Das Nachfolge-Modell Toyota Avensis Verso kostet in der Grundausstattung mindestens 30.000 Euro.

Gekauft haben wir den Wagen vor genau 3 Jahren für 8.000 Euro bei Toyota Autowelt in Saarbrücken. Ich denke, das war ein angemessener Preis für ein 6 ½ Jahre altes, nahezu neuwertiges Fahrzeug mit knapp 130.000 km und neuem TÜV und Alus, generalüberholt, ohne Macken, Kratzer, Dellen oder Rost. Andere Händler verlangten für Picnics mit weniger Extras und mehr Kilometern teilweise über 3.000 Euro mehr. Bislang haben wir mit diesem Wagen rund 140.000 km zurückgelegt (Tachostand jetzt ca. 270.000 km). Bis auf die rechte Antriebswelle (bei ca. 260.000 km, 650 Euro inkl. Einbau) sowie turnusmäßig der Zahnriemen mußte noch nichts erneuert werden.

== Serien-Ausstattung ==
Alle Picnics sind serienmäßig ausgestattet mit Anti-Blockiersystem, Fahrer- und Beifahrer-Airbag, vier elektrischen Fensterhebern, 2 elektrischen, beheizten Außenspiegeln, Nebelscheinwerfern vorne, Nebelrückleuchte, dritter Bremsleuchte, Zentralverriegelung, Dachreling, Heckscheiben-Wischer mit Intervall, Leuchtweiten-Regulierung, Gepäckraum-Abdeckung, leicht getönten Scheiben, Drehzahlmesser, heizbarer Heckscheibe, von innen zu öffnender Tankklappe, vier Lautsprechern in den Türen, 5-Gang-Getriebe (oder 4-Gang-Automatik), geregeltem Katalysator, Wegfahrsperre, H7-Frontleuchten, zwei einzeln herausnehmbaren Sitzen hinten (und bestimmt habe ich noch einiges vergessen).

Nicht serienmäßig sind Radio (Aufpreis), Klima-Anlage, Glasdächer, sieben Sitze (Serie: sechs Sitze), Leder- und Holzlenkräder (schwer zu bekommen wegen Airbag) sowie Alufelgen (ab ca. 500 Euro). Ebenfalls gegen Aufpreis gibt es einen Dachträger (ca. 100 Euro), Fahrradträger (ca. 150 bis 250 Euro), Anhängekupplung (ca. 400 Euro), Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung (150 Euro).

Überhaupt nicht gab es meines Wissens ASR. Auch Seiten-Airbags wurde nie angeboten. Es fand während des gesamten Produktions-Zeitraums übrigens keine Modellpflege statt, so daß alle Baujahre die gleiche Ausstattung bieten.

== Farben ==
Den Picnic gibt es zumeist in Zweifarb-Lackierung (unten silber oder gold) in den Grundfarben schwarz, weiß, silber-metallic, dunkelrot-metallic, mintgrün-metallic, dunkelgrün-metallic, königsblau-metallic, hellblau-metallic, Flieder-metallic. Metallic-Farben waren natürlich Aufpreispflichtig.

== Die Marke Toyota ==
Die Toyota Motor Corporation wurde 1937 in Toyota bei Nagoya in Japan gegründet und wuchs seither stetig. Toyota war in 2006 der größte Autohersteller der Welt und produzierte damit mehr Autos als Ford, General Motors, VW, BMW oder Mercedes. In 2007 lag Toyota hauchdünn wieder hinter GM. Der Jahresabsatz liegt knapp unter 10 Millionen Autos pro Jahr. Toyota hat den höchsten Börsenwert aller Automobil-Hersteller, erwirtschaftet die höchsten Gewinne und ist das sechstgrößte Unternehmen der Welt (204 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2007). Der Gewinn von Toyota lag im Jahre 2006 mit 14 Milliarden US-Dollar höher als der von DaimlerChrysler, BMW und VW zusammen. Toyota hat 522 Tochterunternehmen mit etwa 300.000 Mitarbeitern. Bekanntester Auto-Ableger von Toyota ist die Nobelmarke Lexus (die wohl zuverlässigste Automarke weltweit). Auch Daihatsu gehört zu Toyota. Seit 1970 gibt es Toyotas offiziell auch in Deutschland, allerdings wurde bereits seit 1963 aus Belgien nach Deutschland importiert.

Toyota produziert vor allem Volumenmodelle, die millionenfach verkauft werden, aber auch einige hübsche Nischenautos. In Deutschland werden momentan ca. 150.000 Toyotas / Lexus jährlich an den meist zufriedenen Kunden gebracht. Einige der bekanntesten Toyota-Modelle sind: Auris, Avensis, Aygo, Camry, Carina, Celica, Corolla, Crown, Land Cruiser, MR2, Paseo, Previa, Prius, RAV 4, Sera, Starlet, Supra, Tercel, Yaris und natürlich der Picnic. Der Prius war 1997 das erste serienmäßige Hybrid-Fahrzeug und ist heute noch das meistverkaufte weltweit. Auch beim Umweltschutz ist Toyota wegweisend. Der wohl schönste Toyota war das weiße 2000 GT Cabrio von 1967, das als James-Bond-Auto bekannt wurde.

== Meine Toyotas ==
Schon der erste Toyota, den ich je gesehen habe, faszinierte mich. Es war Ende der 1960er Jahre, als ein 800er Sport Targa vor unserem Haus parkte, mit offenem Dach. Später hatte unser Nachbar einen Celica TA 22 Targa von 1977 (mit den runden Doppelscheinwerfern) in braunmetallic. Die Farbe war häßlich, aber das Auto wunderschön (und superselten, denn sonst habe ich bis heute keinen von diesem Typ gesehen). Später fuhr ein Kumpel von mir einen Celica TA 23 Targa in perlmuttweiß, auch ein ganz tolles Auto. Damals begann meine heimliche Liebe zu Toyota, die bis heute anhält. Merkt man das?

Natürlich bin ich auch schon verschiedene Toyotas gefahren. Mein erster war ein roter Celica Tropic TA 40 Sun Chaser Targa mit 86 PS. Er war der Ersatz für meinen letzten Lancia Beta Spider. Dieses Auto war 13 Jahre in meinem Besitz, bis 2003. Außerdem fuhr ich von 1993 bis 2003 einen schwarzen Celica RA 60 GTI Vollcabrio mit 124 PS. Klappscheinwerfer, von der Form her fast wie ein Ferrari 308 oder der Dino Coupé, ein Traum von einem Auto. Zwischendurch hatte ich noch einen Celica TA 40 Vollcabrio mit 75 PS in blaumetallic und einen Celica TA 40 Liftback-Coupé 2000 mit 90 PS, ebenfalls in blaumetallic. Außerdem fuhr ich auch mal ein paar Monate einen Starlet Open Air (75 PS) mit Faltdach. Alles sehr schöne Autos. Zwischenzeitlich aber schon gesuchte Youngtimer. Mein jetziger Toyota Picnic ist dagegen natürlich richtig modern.

== Eignung ==
Mein Picnic ist ganz klar das Familien-Auto. Das Auto ist absolut allwettertauglich und durch den Frontantrieb auch im Winter gut beherrschbar, wobei auch das etwas holprige ABS beiträgt. Das Auto eignet sich auch für die Sportfahrer unter den Mini-Van-Freaks (unter 10 Sekunden von Null auf 100 möglich), vor allem aber für den Alltagsbetrieb. Durch die Größe weniger für Fahr-Anfänger geeignet, aber sehr übersichtlich. Gut geeignet auch für ältere Personen (hohe Sitzposition, leichter Einstieg) und Frauen (das ist nicht abwertend gemeint), da der Wagen wirklich gut beherrschbar ist, vor allem durch die leichtgängige Servolenkung. Die Übersichtlichkeit bzw. der Blick nach hinten sind gut. Für Behinderte ist die Automatik-Version interessant.

== Fazit ==
Für mich ist der Picnic ein sehr ansprechendes, praktisches, zuverlässiges und vielseitiges Auto, das ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat. Bisher bin ich sehr zufrieden damit. Ich kann den Wagen vor allem als Familienwagen wärmstens empfehlen.

© by familand.de / wellSPAss, 18. April 2008

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