HU-7100 Szekszard: Hotel Zodiaco
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== Im Zeichen der Sterne ==

„Hotel Zodiaco, HU-7100 Szekszard, Szent Laszlo utca 19, www.hotelzodiaco.hu“


Auf unserer Tour zu den ungarischen Thermen übernachteten wir in Szekszard, einem Städtchen in Pannonien. Die Auswahl an Hotels in dem 40.000-Einwohner-Ort ist überschaubar. Wir haben jedenfalls nur zwei Hotels gefunden, die beide in etwa den gleichen Preis haben. Wir entschieden uns für das Hotel Zodiaco am Rande der Innenstadt, ein 3-Sterne-Haus. Von außen macht das Hotel jedenfalls einen vernünftigen Eindruck, mit einer recht futuristischen Architektur. Im Logo finden sich nicht nur drei Sterne, sondern auch alle Sternzeichen. Vielleicht ist der Eigentümer etwas esoterisch angehaucht. Wir beschlossen also nach etwas Zögern, die Macht der Sterne zu erforschen.

Der Preis für das Doppelzimmer mit Frühstück beträgt 1.550 Forint, also etwa 60 Euro. Hinzu kommen 250 Ft Kurtaxe pro Erwachsenem. Da wir auf das Frühstück verzichteten, konnten wir 50 Euro (1.300 Forint) als Preis aushandeln. Das liegt etwas höher als der Preis für ein Etap-Hotel in Deutschland, für ungarische Verhältnisse (ca. 500 Euro Monats-verdienst im Schnitt) ist das aber schon ein enorm hoher Preis.

Parken kann man direkt neben dem Haus, wobei der Parkplatz unbeleuchtet ist und keinen guten Eindruck macht. Wir parkten daher mit etwas Glück im Hof. Hier stehen normalerweise die Autos der Restaurant-Gäste. Die Tische hinter dem großen Torbogen sind ziemlich beliebt, man isst hier hauptsächlich wohl Pizza und Pasta. Man nimmt also seine Koffer und geht durch den Innenhof an den gaffenden Essern vorbei zum Eingang, wobei eine ziemlich lange Freitreppe zu bewältigen ist. Die Treppenstufen sind teilweise beschädigt, also Vorsicht. Einen Aufzug gibt es nicht. Dann geht es am Empfang vorbei noch eine Etage höher zu den Zimmern.

Es gibt normale Zimmerschlüssel, man sollte dann von innen absperren. Unser Raum (Nr. 116) hatte eine Größe von ca. 40 m², war also recht geräumig. Der Boden mit Laminat belegt, kleiner Kühlschrank vorhanden, außerdem ein Flachbild-TV. Fernbedienungen für Fernseher und Klima-Anlage hatten wir am Empfang erhalten, ebenso den Code fürs WLAN. Dusche und WC in einem separaten Raum, außerdem gibt es zwei Schreibtische, einen Stuhl, ein Dop-pelsofa, einen Fahrrad-Heimtrainer, ein 160 cm breites Bett, einen Spiegel und einen Schrank.

Die Ausstattung war also so weit okay, wenn auch nicht üppig. Die Klima-Anlage versuchte ich auf 18 °C einzustellen (hier ist es meistens heiß), doch eine Wirkung bemerkte ich nicht. Konnte ich allerdings auch nicht, denn die Klima-Anlage muss zuerst am Gerät (hängt oben über der Couch) eingeschaltet werden. Das wußte ich nicht und bemerkte es erst am nächsten Morgen. Funktioniert also doch. Der Fernseher hängt an der Wand, ist von LG und mit Breitbild. Nach etwas Rumhantieren mit der Fernbedienung funktionierte der auch ganz gut, offenbar war nur die Batterie der Remote-Control etwas schwach. Es gibt eine ausreichende Anzahl an Satelliten-Programmen, darunter auch deutsche. Keine Beanstandung.

Als ich den kippligen kleinen Kühlschrank öffnete, kam mir allerdings ein gekühltes Glas entgegen und zerschellte auf dem Boden. Ich las also die Splitter auf und wischte den Belag ab. Dabei bemerkte ich, dass das Taschentuch ganz schwarz war. Gleiches an anderer Stelle versucht - der Boden war schmutzig, und zwar überall. Das Zimmermädchen macht offensichtlich keinen wirklich guten Job, das Betreten des Bodens ohne Schuhe ist nicht empfehlenswert. Glei-ches gilt für das Badezimmer, wo man besser ebenfalls die Badeschuhe anhaben sollte.

Immerhin funktionierte die Toilette und auch das Waschbecken war so weit okay. Vor allem unten schmuddelig allerdings die Dusche, die dringend eine Grundreinigung nötig hätte. Sauber ist etwas anderes. Nicht benutzen konnten wir auch die Handtücher, die eher den Eindruck von Wischtüchern hinterließen. Sie waren alt und ausgeblichen und gelblich verfärbt. Also auch hier starke Punktabzüge.

Ebenfalls Abzüge für das Bett. Zwar stabil aus Vollholz gefertigt, doch die Bezüge sollte man sich besser nicht ansehen. Die billigen Decktücher waren unansehnlich und wirkten nicht wirklich frisch. Auf den Kopfkissen keine Bezüge. Glücklicherweise hatten wir wenigstens unsere Decken selbst mitgebracht. Das ist wirklich empfehlenswert, also möglichst mit eigenem Bettzeug anreisen.

Der Inhalt des Kühlschranks besteht aus Getränkedosen, die mit je ca. einem Euro berechnet werden. Das gilt auch für die ausliegenden Snacks. Wir haben eigene Getränke mitgebracht, benutzten also den Cooler nicht. Er kühlt aber und das mitunter recht lautstark. Das Internet immerhin funktioniert einwandfrei. Mit dem Code „hotelzodiaco0“ kommt man ins WLAN-Netz. Nicht gerade schnell, aber problemlos und mit gutem Empfang.

Als Wellness-Hotel können wir das Zodiaco leider nicht in unsere Listen aufnehmen. Zwar sind Massagen im Programm (ab 11 Euro / 30 Min. bis 18 Euro / Std.), doch muss man diese bis spätestens 19 Uhr am Vortag buchen. Wer also nach 19 Uhr erst ankommt, hat überhaupt keine Chance auf eine Massage. Normalerweise will man aber die Massage am Abend haben und das geht hier erst ab zwei Tagen Aufenthalt. Wellness also Fehlanzeige.

Als Gesamtbewertung möchten wir ein „sehr bedingt empfehlenswert“ vergeben. Mein kleiner Sohn war zwar ziemlich begeistert von dem Hotel, meine Ansprüche an ein 3-Sterne-Haus hat es aber nicht erfüllt. Für mich müssen vier Dinge stimmen: Ausstattung, Freundlichkeit, Preis und Sauberkeit. Mit der Ausstattung war ich recht zufrieden, hier würde ich 75 % werten. Bei 3-Sterne-Häusern übliche Zugaben wie Badewanne, Föhn oder Bügelbrett fehlen jedoch.

Die Freundlichkeit ist ebenfalls okay. Die Dame an der Rezeption gab sich viel Mühe und sprach sogar recht gut Deutsch. Der Preis für das Zimmer ist schon grenzwertig. Klar, ein 3-Sterne-Hotel kostet in Deutschland mindestens das Doppelte, aber hier ist das schon ein sehr hoher Preis und ich würde auch keine 3 Sterne hier vergeben können. Nach deutschem Standard pendelt es wohl eher zwischen einem und zwei Sternen. Mit 30 Euro wäre es angemessen bezahlt und für ungarische Verhältnisse immer noch nicht billig.

Ganz schlecht muss ich allerdings die Sauberkeit bewerten. Das ist ein wirkliches Basic. Hier darf der optimale Standard eigentlich überhaupt nicht unterschritten werden. Ein Schmuddel-Hotel betreten wir kein zweites Mal und hier war es schon grenzwertig. Von daher hier eine deutliche Abwertung. Bei diesen schmutzigen Böden und schmutziger Dusche sowie den nicht benutzbaren Handtüchern und grenzwertiger Bettwäsche können wir den Besuch leider nicht empfehlen. Ein deutliches Hallo also an den italienischen Betreiber: hier muss dringend nachgebessert werden…

© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 03. August 2011
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