... DE-89250 Senden FKK-Badestrand ...

"Nahtlos bräunen in Senden"

== Vorwort ==
Vor ein paar Jahren war ich als Geschäftsführer des Freizeitbades "Nautilla" in Illertissen tätig, in der Nähe von Ulm. Natürlich erkundete ich auch die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in der Umgebung. Im Sommer war dabei hin und wieder ein Seengebiet in der nur wenige Minuten entfernten Kleinstadt Senden mein Ziel. Dort kann man sich in sauberem Wasser er-frischen und außerdem auch hüllenlos braun werden. Und das alles kostenlos und ohne Zwänge. Kürzlich habe ich die Loca-tion mal wieder besucht und mir den Stand der Dinge angeschaut, damit dieser Bericht aktuell ist. Ich weiß nicht, welche Namen die Seen haben, doch man kann sicherlich vom Lido-Strand in Senden sprechen.

== Anfahrt ==
Es gibt in Deutschland mehrere Orte namens Senden, so daß man schon den richtigen ins Navigationssystem eingeben sollte. Es handelt sich hier nicht um Senden im Münsterland, sondern um die Kleinstadt in Bayern, an der Grenze zu Baden-Württemberg. Senden liegt an der Autobahn Würzburg - Kempten, etwa 10 km von Ulm / Neu-Ulm entfernt. Man kann auch die Landstraße von Illertissen oder Neu-Ulm kommen. Die Seen liegen am Ortseingang links (von Illertissen aus) oder am Ortsausgang rechts (von Senden / Neu-Ulm aus). Von Möbel Inhofer aus also auf der Hauptstraße durch den ganzen Ort fah-ren, die Aral-Tankstelle links liegen lassen, durch den Kreisverkehr Richtung Illertissen und an der nächsten Ampel am Ortsausgang rechts (scharfe Kurve, auf Fahrradfahrer und Fußgänger achten). Dann den geteerten Feldweg etwa 300 Meter bis zum Parkplatz.

== Parken ==
Es gibt einen kleinen, kostenlosen Schotter-Parkplatz, auf dem ca. 50 Autos Platz finden. Einige weitere Fahrzeuge können entlang der Straße mehr oder weniger vorschriftsmäßig geparkt werden. Vorsicht, nicht im absoluten Halteverbot oder in der Feuerwehr-Zufahrt parken, denn dort verteilt die Polizei regelmäßig Strafzettel und schleppt auch mal ab. Auch nicht an der Mühle parken, denn diese Parkplätze gehören den Anwohnern. Zur Not also lieber ein paar Meter weiter laufen und den Wa-gen im Industriegebiet auf der anderen Straßenseite parken.

== Die Badeseen ==
Zwischen Illerkanal, Iller und Donau wurde früher Kies abgebaut. Die ehemaligen Kiesgruben wurden renaturiert und füllten sich mit Grundwasser. Mindestens drei der größeren Seen können heute zu Badezwecken genutzt werden.

== Der Schilfsee ==
Direkt rechts neben dem Parkplatz, noch vor dem Illerkanal, liegt ein großer Schilfsee. Der Zugang ist über ein paar kleine Wege möglich, das Ufer ist flach und erdig. Tagsüber sitzen hier viele Leute einfach nur am See und schauen über das Schilf, abends gibt's auch mal ein Lagerfeuer. Man kann auch durch das Schilf streifen und den Libellen zusehen.

== Der Familienstrand ==
Zu den anderen Seen geht es über die kürzlich erst erneuerte Brücke neben dem Mühlenhaus. Geht man nach links, an der Mühle vorbei, kommt man nach etwa 500 Metern zur großen Liegewiese. Hier findet man Jung und Alt, vorwiegend aber Familien. Man badet vorwiegend in Badebekleidung, obgleich FKK geduldet ist. Es gibt hier auch einen langen Steg, auf dem auch mal ein paar Angler sitzen. Es gibt aber normalerweise keine Boote auf dem See, man schwimmt im am Ufer recht warmen, zur Mitte hin viel kühleren Wasser. Die Wassertiefe in der See-Mitte beträgt sicherlich mehr als zehn Meter, ich konnte nicht bis zum Grund tauchen. Wer nicht gut schwimmen kann, sollte den Uferbereich nicht verlassen. Eine Bade-Aufsicht bzw. DLRG-Kräfte gibt es nicht und der See ist nur bis etwa fünf Meter Tiefe einsehbar. Also besser nicht untergehen. Man kann übrigens auch um den ganzen See herum spazieren, was allerdings mehr als eine Stunde dauert.

== Die FKK-Lagune ==
Für Nacktbader interessanter ist das andere See-Ufer. Man geht von der Brücke aus etwa 50 Meter rechts, dann links den Weg etwa 300 Meter lang, dann wieder links. Hier gibt es geschützte Schilf-Buchten, die von den Naturisten in Beschlag genommen sind. An dieser Stelle wird nur nackt gebadet. Es gibt einen kleinen Steg mit Einstieg in den See sowie zwei flache Zugänge. Das Publikum besteht natürlich - wie in wohl jedem FKK-Bereich - vorwiegend aus Männern, doch auch sehr viele Paare mittleren Alters und sogar jüngere Damen kann man hier finden. Man kann hier herrlich im Gras liegen, lesen, essen oder spielen und dabei streifenfrei bräunen.

Die Atmosphäre ist locker und entspannt, Reibereien gibt es eigentlich nie. Hin und wieder gibt es auch eine kleine Show-Einlage, wenn sich ein Paar in aller Öffentlichkeit sehr lieb hat. Nacktbaden ist natürlich eine gute Gelegenheit für Exhibiti-onisten und Voyeure, ihre Vorlieben auszuleben. Dabei kann man auch die neuesten Tattoos, diverse Rasuren sowie Intim-schmuck vorzeigen. Natürlich auch alle Körperteile, die man normalerweise eher unter der Kleidung versteckt. Wer es lieber etwas diskreter hat, bringt sich ein kleines Sonnenzelt oder Schirme mit. Die Hardcore-Liebhaber erkennt man daran, daß sie erst in den Abendstunden kommen, wo kaum noch eine Bräunung zu erwarten ist. Es soll vorkommen, daß man sich hier so-gar mitten in der Nacht zum Austausch von Streicheleinheiten oder Körperflüssigkeiten trifft, wobei dann wohl weniger darauf geachtet wird, wer mit wem liiert ist oder nicht. Abenteuerlustige Ehemänner führen hier wohl auch mal ihre rolligen Weibchen vor oder umgekehrt. Das habe ich nicht persönlich ausprobiert (ich komme nur zum Baden), aber aus Gesprächen der Nachbarn mitbekommen.

== Die Insel ==
In der Mitte des Sees, etwa 150 Meter vom Ufer entfernt, befindet sich eine kleine Insel, die etwa zwei Meter aus dem Wasser ragt. Diese ist nur an einer Stelle zu erklimmen und das auch nur mit akrobatischen Fähigkeiten. Die ganze Insel, die vielleicht 30 Meter Durchmesser hat, ist von hohen Bäumen bewachsen, inklusive dichtem Unterholz. Die Insel wird nie von jemandem betreten - außer von mir natürlich, denn ich bin ja neugierig. Also habe ich beim letzten Mal ein paar Kratzer in Kauf genommen und bin das Ufer hochgeklettert. Ich bahnte mir den Weg durch die Büsche und fand einen Graben in der Mitte der Insel mit daneben angehäuftem Erdwall. Sah aus wie ein Schützengraben und ist vielleicht noch aus dem 2. Weltkrieg. Obgleich es ziemlich schwer vorstellbar ist, daß sich gerade hier jemand im Krieg alleine verschanzen sollte. Aber warum sollte hier jemand einen Graben ausheben? Eines der letzten ungelösten Rätsel der Menschheit.

Weiterhin fand ich ein lange verlassenes Nest mit elf riesigen, cremefarbenen Vogeleiern. Die Eier waren jedenfalls alle kalt und kein Vogel weit und breit. Vielleicht von einem Schwan - aber auf dem See gibt es nur kleine Enten. Die Eier sind jeden-falls mindestens doppelt so groß wie Hühnereier und recht schwer. Jurassic-Parc lässt grüßen. Fotografieren konnte ich leider nicht, da meine Ausrüstung etwas wasserscheu ist. Ja, und sonst? Ach ja, jemand hat am Rand noch ein Kreuz aus großen Kieselsteinen gelegt. Dabei habe ich auf der Insel gar keine Steine gesehen. Vielleicht ausgegraben. Und warum? Auch hier: keine Ahnung. Die Insel der Rätsel sozusagen. Rätselhaft auch, warum niemand die Insel nutzt. Ich habe mal ein wenig Un-terholz weggebrochen und man kann es sich hier richtig kuschelig machen. Mit ein paar Minuten Arbeit und im Schlauchboot mitgebrachten Utensilien (z. B. Klappstühle, Badematte und Picknick-Korb) wäre das auch ein toller Platz für den Zwi-schenstopp beim Nackt-Schwimmen oder sogar zum Bräunen.

== Der Bibersee ==
Auch am Ufer des nur durch einen Weg abgetrennten dritten Sees und in den Gebüschen darum findet man FKK-Bader. Dieser Bereich ist allerdings vorwiegend von Männern belegt, die offensichtlich unter sich sein wollen. Gebadet wird an diesem See-Ufer weniger, am mehrere Hundert Meter entfernten, gegenüberliegenden Ufer wird aber gerne Paddelboot gefahren. Auch hier gibt es eine Insel (oder große Halbinsel, hab ich noch nicht erkundet). Ich habe hier aber ein paar Biber gesehen. Biber wohnen wohl definitiv in der Gegend, denn es gibt an verschiedenen Stellen die typischen, abgenagten Bäume zu sehen.

== Sauberkeit ==
Nachdem sich hier noch vor einigen Jahren jedermann nach Herzenslust austobte und seine Spuren recht deutlich hinterließ, hat sich das nun gebessert. Die Stammgäste achten auf die Sauberkeit und haben sogar Wege befestigt. Jeder nimmt seinen Müll wieder mit und gebrauchte Taschentücher oder Kondome sieht man hier höchstens noch in versteckten Gebüschen. Ei-nen Mülleimer habe ich allerdings nicht gesehen, auch nicht am Parkplatz. Also nach Möglichkeit darauf achten, zumindest den eigenen Abfall auch wieder komplett mitzunehmen.

== Logistik ==
Restaurant, Cafeteria oder Pommesbude? Fehlanzeige. Wer etwas essen oder trinken möchte, ist auf mitgebrachte Verpfle-gung angewiesen. Schade eigentlich, denn an warmen Sommertagen ist es hier wirklich voll, dann findet man hier mehrere Hundert Badegäste. Eigentlich genügend Potential zumindest für einen fahrenden Eishändler oder eine Pommesbude. Aber dem ist nicht so. Und natürlich gibt es auch keine Automaten für Kondome oder Tempos. Wer so was braucht, sollte vor dem Besuch daran denken. Auch sanitäre Anlagen wie Duschen oder Toiletten gibt es leider nicht. Rücksichtsvolle Zeitgenossen werden aber ihre Geschäfte nicht im See-Bereich verrichten. In Senden gibt es ja auch diverse Kneipen, Schnellrestaurants, Eiscafés und Einkaufszentren, wo man so etwas erledigen kann.

== Fotos ==
Natürlich kann man hier, in der freien Natur, auch fotografieren. Ich habe das aber aus Diskretionsgründen unterlassen, da hier wirklich die meisten Leute nackt herumlaufen. Darum an dieser Stelle natürlich keine Fotos. Weiß ja wohl jeder, wie ein nackter Mensch aussieht...

== See-Hallenbad ==
Wer das Natursee-Erlebnis mit allem Komfort haben möchte, sollte das moderne See-Hallenbad in Senden besuchen. Dieses befindet sich in der Stadtmitte, direkt an einem weiteren Natursee, der nur für Hallenbad-Gäste zugänglich ist. Das See-Hallenbad verfügt über ein 25-Meter-Sportbecken, eine Riesen-Röhrenrutsche, eine Cafeteria, Kinderbecken und natürlich über ein riesiges Außengelände mit Natur-Badesee, Kinder-Außenbecken und Liegewiesen. Zudem gibt es auch noch eine kleine Massagepraxis mit Sauna. Ein preiswertes Erlebnisbad für die ganze Familie, wenngleich nicht mit dem nur wenige Minuten entfernten Riesen-Erlebnisbad "Atlantis" in Neu-Ulm oder dem Familien-Freizeitbad "Nautilla" in Illertissen ver-gleichbar.

== Fazit ==
Wer in der Nähe von Ulm einen schönen Platz in der Natur sucht, wo er sich wirklich frei bewegen kann, der ist in Senden gut aufgehoben. Wirklich einer der schönsten Plätze in Bayern, um hüllenlos zu bräunen. Jedenfalls empfehlenswert. Von mir einen Punkt Abzug wegen der fehlenden Logistik: vier von fünf Sternen.

© by wellSPAss im August 2008 / 01. Oktober 2010
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"Nahtlos bräunen in Senden"

== Vorwort ==
Vor ein paar Jahren war ich als Geschäftsführer des Freizeitbades "Nautilla" in Illertissen tätig, in der Nähe von Ulm. Natürlich erkundete ich auch die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in der Umgebung. Im Sommer war dabei hin und wieder ein Seengebiet in der nur wenige Minuten entfernten Kleinstadt Senden mein Ziel. Dort kann man sich in sauberem Wasser er-frischen und außerdem auch hüllenlos braun werden. Und das alles kostenlos und ohne Zwänge. Kürzlich habe ich die Loca-tion mal wieder besucht und mir den Stand der Dinge angeschaut, damit dieser Bericht aktuell ist. Ich weiß nicht, welche Namen die Seen haben, doch man kann sicherlich vom Lido-Strand in Senden sprechen.

== Anfahrt ==
Es gibt in Deutschland mehrere Orte namens Senden, so daß man schon den richtigen ins Navigationssystem eingeben sollte. Es handelt sich hier nicht um Senden im Münsterland, sondern um die Kleinstadt in Bayern, an der Grenze zu Baden-Württemberg. Senden liegt an der Autobahn Würzburg - Kempten, etwa 10 km von Ulm / Neu-Ulm entfernt. Man kann auch die Landstraße von Illertissen oder Neu-Ulm kommen. Die Seen liegen am Ortseingang links (von Illertissen aus) oder am Ortsausgang rechts (von Senden / Neu-Ulm aus). Von Möbel Inhofer aus also auf der Hauptstraße durch den ganzen Ort fah-ren, die Aral-Tankstelle links liegen lassen, durch den Kreisverkehr Richtung Illertissen und an der nächsten Ampel am Ortsausgang rechts (scharfe Kurve, auf Fahrradfahrer und Fußgänger achten). Dann den geteerten Feldweg etwa 300 Meter bis zum Parkplatz.

== Parken ==
Es gibt einen kleinen, kostenlosen Schotter-Parkplatz, auf dem ca. 50 Autos Platz finden. Einige weitere Fahrzeuge können entlang der Straße mehr oder weniger vorschriftsmäßig geparkt werden. Vorsicht, nicht im absoluten Halteverbot oder in der Feuerwehr-Zufahrt parken, denn dort verteilt die Polizei regelmäßig Strafzettel und schleppt auch mal ab. Auch nicht an der Mühle parken, denn diese Parkplätze gehören den Anwohnern. Zur Not also lieber ein paar Meter weiter laufen und den Wa-gen im Industriegebiet auf der anderen Straßenseite parken.

== Die Badeseen ==
Zwischen Illerkanal, Iller und Donau wurde früher Kies abgebaut. Die ehemaligen Kiesgruben wurden renaturiert und füllten sich mit Grundwasser. Mindestens drei der größeren Seen können heute zu Badezwecken genutzt werden.

== Der Schilfsee ==
Direkt rechts neben dem Parkplatz, noch vor dem Illerkanal, liegt ein großer Schilfsee. Der Zugang ist über ein paar kleine Wege möglich, das Ufer ist flach und erdig. Tagsüber sitzen hier viele Leute einfach nur am See und schauen über das Schilf, abends gibt's auch mal ein Lagerfeuer. Man kann auch durch das Schilf streifen und den Libellen zusehen.

== Der Familienstrand ==
Zu den anderen Seen geht es über die kürzlich erst erneuerte Brücke neben dem Mühlenhaus. Geht man nach links, an der Mühle vorbei, kommt man nach etwa 500 Metern zur großen Liegewiese. Hier findet man Jung und Alt, vorwiegend aber Familien. Man badet vorwiegend in Badebekleidung, obgleich FKK geduldet ist. Es gibt hier auch einen langen Steg, auf dem auch mal ein paar Angler sitzen. Es gibt aber normalerweise keine Boote auf dem See, man schwimmt im am Ufer recht warmen, zur Mitte hin viel kühleren Wasser. Die Wassertiefe in der See-Mitte beträgt sicherlich mehr als zehn Meter, ich konnte nicht bis zum Grund tauchen. Wer nicht gut schwimmen kann, sollte den Uferbereich nicht verlassen. Eine Bade-Aufsicht bzw. DLRG-Kräfte gibt es nicht und der See ist nur bis etwa fünf Meter Tiefe einsehbar. Also besser nicht untergehen. Man kann übrigens auch um den ganzen See herum spazieren, was allerdings mehr als eine Stunde dauert.

== Die FKK-Lagune ==
Für Nacktbader interessanter ist das andere See-Ufer. Man geht von der Brücke aus etwa 50 Meter rechts, dann links den Weg etwa 300 Meter lang, dann wieder links. Hier gibt es geschützte Schilf-Buchten, die von den Naturisten in Beschlag genommen sind. An dieser Stelle wird nur nackt gebadet. Es gibt einen kleinen Steg mit Einstieg in den See sowie zwei flache Zugänge. Das Publikum besteht natürlich - wie in wohl jedem FKK-Bereich - vorwiegend aus Männern, doch auch sehr viele Paare mittleren Alters und sogar jüngere Damen kann man hier finden. Man kann hier herrlich im Gras liegen, lesen, essen oder spielen und dabei streifenfrei bräunen.

Die Atmosphäre ist locker und entspannt, Reibereien gibt es eigentlich nie. Hin und wieder gibt es auch eine kleine Show-Einlage, wenn sich ein Paar in aller Öffentlichkeit sehr lieb hat. Nacktbaden ist natürlich eine gute Gelegenheit für Exhibiti-onisten und Voyeure, ihre Vorlieben auszuleben. Dabei kann man auch die neuesten Tattoos, diverse Rasuren sowie Intim-schmuck vorzeigen. Natürlich auch alle Körperteile, die man normalerweise eher unter der Kleidung versteckt. Wer es lieber etwas diskreter hat, bringt sich ein kleines Sonnenzelt oder Schirme mit. Die Hardcore-Liebhaber erkennt man daran, daß sie erst in den Abendstunden kommen, wo kaum noch eine Bräunung zu erwarten ist. Es soll vorkommen, daß man sich hier so-gar mitten in der Nacht zum Austausch von Streicheleinheiten oder Körperflüssigkeiten trifft, wobei dann wohl weniger darauf geachtet wird, wer mit wem liiert ist oder nicht. Abenteuerlustige Ehemänner führen hier wohl auch mal ihre rolligen Weibchen vor oder umgekehrt. Das habe ich nicht persönlich ausprobiert (ich komme nur zum Baden), aber aus Gesprächen der Nachbarn mitbekommen.

== Die Insel ==
In der Mitte des Sees, etwa 150 Meter vom Ufer entfernt, befindet sich eine kleine Insel, die etwa zwei Meter aus dem Wasser ragt. Diese ist nur an einer Stelle zu erklimmen und das auch nur mit akrobatischen Fähigkeiten. Die ganze Insel, die vielleicht 30 Meter Durchmesser hat, ist von hohen Bäumen bewachsen, inklusive dichtem Unterholz. Die Insel wird nie von jemandem betreten - außer von mir natürlich, denn ich bin ja neugierig. Also habe ich beim letzten Mal ein paar Kratzer in Kauf genommen und bin das Ufer hochgeklettert. Ich bahnte mir den Weg durch die Büsche und fand einen Graben in der Mitte der Insel mit daneben angehäuftem Erdwall. Sah aus wie ein Schützengraben und ist vielleicht noch aus dem 2. Weltkrieg. Obgleich es ziemlich schwer vorstellbar ist, daß sich gerade hier jemand im Krieg alleine verschanzen sollte. Aber warum sollte hier jemand einen Graben ausheben? Eines der letzten ungelösten Rätsel der Menschheit.

Weiterhin fand ich ein lange verlassenes Nest mit elf riesigen, cremefarbenen Vogeleiern. Die Eier waren jedenfalls alle kalt und kein Vogel weit und breit. Vielleicht von einem Schwan - aber auf dem See gibt es nur kleine Enten. Die Eier sind jeden-falls mindestens doppelt so groß wie Hühnereier und recht schwer. Jurassic-Parc lässt grüßen. Fotografieren konnte ich leider nicht, da meine Ausrüstung etwas wasserscheu ist. Ja, und sonst? Ach ja, jemand hat am Rand noch ein Kreuz aus großen Kieselsteinen gelegt. Dabei habe ich auf der Insel gar keine Steine gesehen. Vielleicht ausgegraben. Und warum? Auch hier: keine Ahnung. Die Insel der Rätsel sozusagen. Rätselhaft auch, warum niemand die Insel nutzt. Ich habe mal ein wenig Un-terholz weggebrochen und man kann es sich hier richtig kuschelig machen. Mit ein paar Minuten Arbeit und im Schlauchboot mitgebrachten Utensilien (z. B. Klappstühle, Badematte und Picknick-Korb) wäre das auch ein toller Platz für den Zwi-schenstopp beim Nackt-Schwimmen oder sogar zum Bräunen.

== Der Bibersee ==
Auch am Ufer des nur durch einen Weg abgetrennten dritten Sees und in den Gebüschen darum findet man FKK-Bader. Dieser Bereich ist allerdings vorwiegend von Männern belegt, die offensichtlich unter sich sein wollen. Gebadet wird an diesem See-Ufer weniger, am mehrere Hundert Meter entfernten, gegenüberliegenden Ufer wird aber gerne Paddelboot gefahren. Auch hier gibt es eine Insel (oder große Halbinsel, hab ich noch nicht erkundet). Ich habe hier aber ein paar Biber gesehen. Biber wohnen wohl definitiv in der Gegend, denn es gibt an verschiedenen Stellen die typischen, abgenagten Bäume zu sehen.

== Sauberkeit ==
Nachdem sich hier noch vor einigen Jahren jedermann nach Herzenslust austobte und seine Spuren recht deutlich hinterließ, hat sich das nun gebessert. Die Stammgäste achten auf die Sauberkeit und haben sogar Wege befestigt. Jeder nimmt seinen Müll wieder mit und gebrauchte Taschentücher oder Kondome sieht man hier höchstens noch in versteckten Gebüschen. Ei-nen Mülleimer habe ich allerdings nicht gesehen, auch nicht am Parkplatz. Also nach Möglichkeit darauf achten, zumindest den eigenen Abfall auch wieder komplett mitzunehmen.

== Logistik ==
Restaurant, Cafeteria oder Pommesbude? Fehlanzeige. Wer etwas essen oder trinken möchte, ist auf mitgebrachte Verpfle-gung angewiesen. Schade eigentlich, denn an warmen Sommertagen ist es hier wirklich voll, dann findet man hier mehrere Hundert Badegäste. Eigentlich genügend Potential zumindest für einen fahrenden Eishändler oder eine Pommesbude. Aber dem ist nicht so. Und natürlich gibt es auch keine Automaten für Kondome oder Tempos. Wer so was braucht, sollte vor dem Besuch daran denken. Auch sanitäre Anlagen wie Duschen oder Toiletten gibt es leider nicht. Rücksichtsvolle Zeitgenossen werden aber ihre Geschäfte nicht im See-Bereich verrichten. In Senden gibt es ja auch diverse Kneipen, Schnellrestaurants, Eiscafés und Einkaufszentren, wo man so etwas erledigen kann.

== Fotos ==
Natürlich kann man hier, in der freien Natur, auch fotografieren. Ich habe das aber aus Diskretionsgründen unterlassen, da hier wirklich die meisten Leute nackt herumlaufen. Darum an dieser Stelle natürlich keine Fotos. Weiß ja wohl jeder, wie ein nackter Mensch aussieht...

== See-Hallenbad ==
Wer das Natursee-Erlebnis mit allem Komfort haben möchte, sollte das moderne See-Hallenbad in Senden besuchen. Dieses befindet sich in der Stadtmitte, direkt an einem weiteren Natursee, der nur für Hallenbad-Gäste zugänglich ist. Das See-Hallenbad verfügt über ein 25-Meter-Sportbecken, eine Riesen-Röhrenrutsche, eine Cafeteria, Kinderbecken und natürlich über ein riesiges Außengelände mit Natur-Badesee, Kinder-Außenbecken und Liegewiesen. Zudem gibt es auch noch eine kleine Massagepraxis mit Sauna. Ein preiswertes Erlebnisbad für die ganze Familie, wenngleich nicht mit dem nur wenige Minuten entfernten Riesen-Erlebnisbad "Atlantis" in Neu-Ulm oder dem Familien-Freizeitbad "Nautilla" in Illertissen ver-gleichbar.

== Fazit ==
Wer in der Nähe von Ulm einen schönen Platz in der Natur sucht, wo er sich wirklich frei bewegen kann, der ist in Senden gut aufgehoben. Wirklich einer der schönsten Plätze in Bayern, um hüllenlos zu bräunen. Jedenfalls empfehlenswert. Von mir einen Punkt Abzug wegen der fehlenden Logistik: vier von fünf Sternen.


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