AT-4020 Linz: Gourmet-Test Restaurant Schwarzer Bär


Einfach bärig…

Nur wenigen Städten ist es vergönnt, den Namen einer kulinarischen Spezialität tragen zu dürfen. Dazu gehören Hamburg (Rindfleischlinge), Berlin (Schmalzgebäck) oder Frankfurt (Würstchen), aber auch Wien (Schnitzel), Salzburg (Nockerln) - und Linz (Torte). Genau hier traf sich ein rundes Dutzend Liebhaber gepflegter Gastlichkeit Mitte Juni 2010. Es ging darum, sich Auge, Herz und Gaumen verwöhnen zu lassen. Und natürlich um den kulinarischen Gedankenaustausch. Kurz gesagt: Gourmet-Test von „www.insauna.com“ im Linzer Hotel und Restaurant „Schwarzer Bär“. Unser Motto: wir testen, was wir wollen!

Zunächst waren die fachkundigen User der universumweit beliebtesten Internet-Plattform für Freizeit-Tests (genau: www.insauna.com) gefordert. Sie besuchten fleißig das Restaurant „Bären Stub´n“ in der Linzer Altstadt und voteten anschließend online. Auch fielen anonyme Profi-Tester in das arglose Lokal ein. Schließlich fand die „Abschlußprüfung“ statt. Dazu waren einige bekannte Größen des Show-Business eingeladen. Die Popstars Angie Merkel und Arnie Blackunddecker, Vorkocher Johann Lafer und Gottesanbeter Benedikt XVI. mussten leider absagen. Aber immerhin kam „Robinson“, die bessere Hälfte von „Waterloo“ - bei Kennern der Musikszene noch durch diverse Ohrwürmer bekannt. Sogar ich wurde als Betreiber der Freizeittest-Plattform www.familand.de und anerkannt unabhängiger und überparteilicher Fremdprüfer vom germanischen Nordmoor eingeladen. Außer uns beiden folgte noch rund ein Dutzend anderer „Gourmet-Kritiker“ dem Ruf von Georg Danter.

Die Linzer Torte, aus vielen leckeren, weitgehend unbekannten Zutaten hergestellt (Mandeln, Zucker, Mehl und Marmelade), ist nahezu unbegrenzt haltbar und hat einen weltweit ausgezeichneten Ruf. Sie wird sogar gleich im Tausender-Pack nach Arabien exportiert. Nun war ich gespannt darauf, ob der „Schwarze Bär“ da wohl mithalten kann. Aber erst einmal wollte der gefunden werden. Er versteckt sich nämlich in den Häuserschluchten der drittgrößten Stadt Austriens. Frau Becker, also mein Navigationsgerät, definiert die Stelle als „nur beschränkt befahrbare Zone“. Das macht die Anfahrt nicht eben leichter, denn Linz ist verkehrstechnisch betrachtet gelinde gesagt etwas kompliziert. Doch nachdem ich mehreren anderen Verkehrsteilnehmern mit Messer und Gabel gedroht hatte, ergatterte ich schließlich doch einen Parkplatz ganz in der Nähe des Hotels. Später erfuhr ich dann, daß es auch eine eigene Bärenhöhle, sprich Tiefgarage gibt. Die empfiehlt sich allerdings vorwiegend für Autöchen vom Kaliber Messerschmidt Kabinenroller und Smarties. Aber zu dieser Gattung Beförderungsmittel kann man ja meine kleine, knallgelbe Reisschüssel auch zählen.

Schon von außen ist das Bären-Domizil in der Herren-Straße Nr. 9 - 11 beeindruckend. Das Bauwerk führt einem vor Augen, wie klein der Mensch doch eigentlich ist. Aber die sonst eher bedrohlich wirkenden Schwarzbären, denen ich im Yellowstone-Nationalpark einst begegnet war, konnte ich nirgends ausmachen. So begab ich mich frohen Mutes zur Rezeption. Der Empfang war noch freundlicher, als man es von einem Spitzen-Hotel sowieso erwartet. Man geleitete mich nach hinten ins gemütliche Restaurant, wo die Meute der insaunisten schon auf mich lauerte. Anwesend waren beispielsweise auch die Saunalegende Bert und Zeitungs-Reporter Thomas Jany („Was ist los?“). So viele kritische Kritiker auf einem Haufen, das war schon fast beängstigend. Eigentlich fehlte nur noch die spitze Feder von Tilsi Cross. Man durfte also durchaus gespannt auf das Test-Ergebnis sein.

Nach drei vormittäglichen Sauna-Besuchen an diesem Tag im Auftrag des „Saunaführers“ war ich zwischenzeitlich doch ein klein wenig hungrig geworden. So studierte ich erst mal die Speisekarte. Lecker, lecker, lecker, meinte das Eßzentrum in meinem Gehirn vorschnell. Doch man muß ja erst mal genau analysieren, was denn für den Test in Frage kommt. Naja, die Kindergerichte konnte ich nicht entdecken. Mein Filius hätte an dieser Stelle schon laut protestiert. Seniorenteller für anspruchslose Wenig-Esser wie mich standen ebenso wenig auf der Karte. Zudem konnte ich auch nicht meine geliebten Backkartoffeln mit Sauercreme entdecken. So dauerte meine Wahl schließlich doch eine halbe Stunde, während der ich mir eine Johannisbeerschorle munden ließ. Eine Empfehlung des hier heimischen Diplom-Sommeliers und Junior-Chefs Michael Nell als antialkoholischer Rothschild-Ersatz. Sehr schmackhaft übrigens, also gleich ein Pluspunkt für die Getränke-Abteilung. Das wog das Fehlen meines geliebten Malzbiers auf der Karte mehr als auf.

Tja, wen oder was verspeise ich? Vielleicht Mühlviertler Knöderlschmaus? Oder eine bärige Brettljause? Mmmh, Kalbsbeuscherl mit Semmelknödel hört sich auch interessant an. Böhmisches Karpfenfilet im Bierteig gebacken oder doch eher Garnelen vom Rost? Eventuell einen zarten Büffelmozzarella im Prosciuttomantel auf Gartensalaten zur Einstimmung? Auf jeden Fall verspricht die Karte vorwiegend leichte bis deftige, aber immer typisch oberaustrisch-bajuvarische, gutbürgerliche Küche. Auf einem hohen Niveau, versteht sich, dennoch für jeden Geldbeutel erschwinglich.

Schließlich beendete ich die Qual der Wahl. Ich bestellte als Entrée erst mal ein Süppchen, das sich als Suppeneinlage mit Frittaten definierte. Es dauerte gar nicht lange, bis diese verführerisch duftende Vorspeise in meinen Prüfermund fand. Wirklich lecker. Die Suppe schmeckte nach Rindfleisch und die darin schwimmenden Pfannkuchen-Streifen waren frisch und einfach köstlich. Eine bessere Suppe mit Pfannkuchenstreifen habe ich nie zuvor gegessen. Der Aufpreis von nur 1,20 Euro zum Hauptgericht ist auf jeden Fall mehr als gerechtfertigt. Auch hier also schon mal eine volle Empfehlung.

Da mein zuvor knurrender Magen schon wohlig zufrieden war und die Hauptspeise ja noch anstand, ging ich zunächst mal ins Freie. Ich absolvierte einen kleinen Marathonlauf um den Häuserblock, um meinen Hunger anzukurbeln. Nach exakt zwei Minuten und sieben Komma acht Sekunden (neuer Bären-Rekord) war ich wieder zurück am Tisch und konnte mich gleich über das Hauptgericht hermachen. Meine Rindfleisch-Speise an Apfelkren und Bratkartoffeln war bereits auf den Tisch gezaubert.

„Gekochte Gustostückerl vom heimischen Jungrind mit Wurzelgemüse, Kartoffelschmarrn und Apfelkren“ waren bei mir angesagt. Serviert wurde das Ganze im Topf mit Fond sowie Schüsselchen für die Beilagen. Alles perfekt. Das Auge war schon mal zufriedengestellt, wozu auch die netten, hübschen und bienenfleißigen Bedienungen ihren Teil beitrugen. Ich vertilgte viel mehr, als ich eigentlich vorhatte und schaffte die Portion trotzdem nur zur Hälfte. Das Fleisch war zart und mundete, wenngleich ich es mir ein wenig saftiger gewünscht hätte. Die Bratkartoffeln waren exzellent und auch die Meerrettich-Beilagen vom Feinsten. Das Ganze zum Preis von 15,20 Euro, also nicht zu teuer für ein Rindfleisch-Gericht.

Georg Danter befaßte sich derweil mit seinem gegrillten Weideochsen-Filet auf Bratkartoffeln und gebackenen Zwiebelringen, während mein linker Nachbar Feik sich über Dampfkessel-Gulasch mit hausgemachten Nockerln hermachte. Beides mundete offensichtlich ausgezeichnet, denn die Teller wurden leergeputzt. Das Gulasch kam übrigens zum Preis von nur 7,80 Euro, also eine ganz besondere Empfehlung. Mir persönlich fiel es schon schwer, anschließend noch „piep“ zu sagen, so gesättigt war ich. Ein Kompliment also für Chefkoch Dieter Gütlbauer. Die vom insauna-Team anschließend vergebene Auszeichnung „4 Gourmet-Herzen“, also „Europa-Gourmet“, läßt sich nach kleinen Verbesserungen bestimmt noch um ein weiteres Herz steigern.

Noch ein paar Worte zu Linz, der europäischen Gebäck-Metropole. Im Jahre 2009 war Linz die Kulturhauptstadt Europas und diese Auszeichnung war sicherlich verdient. Wer durch die Gassen der charmanten Altstadt flaniert, sich also gleich außerhalb des Hotels „Schwarzer Bär“ verlustieren möchte, erblickt an jeder Ecke nette Kleinigkeiten. Man sollte sich also nicht nur die beiden Dome, das gute Dutzend weiterer Türme und den Hausberg ansehen, sondern einfach das Bummeln genießen.

Da man für die Erkundung von Linz mehr als einen Tag benötigt, sollte man die Nächtigung im „Schwarzen Bären“ auf seine To-Do-Liste setzen. Besonders toll sind übrigens die modernen, großzügigen Suites auf Augenhöhe der Altstadt-Dächer und die Terrasse im siebten Stock mit eingebautem „Linzorama“. Hinzu kommt die beispielgebende Gastfreundschaft der Besitzer-Familie Nell, von Seniorchef Dominik über Jungchef Michael bis hin zur Familienchefin Helga. Da fühlt man sich als Besucher fast schon adoptiert. Zusammengefaßt: das Haus „Zum Schwarzen Bären“ - und nicht nur sein Restaurant - ist wirklich eine Empfehlung. Da darf man sehr gespannt sein auf die erste Gladiatorenaufguß-Weltmeisterschaft, die hier in einer eigens dafür gebauten Groß-Sauna im September 2010 stattfinden soll...

© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 17. Juni 2010
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