DE-48291 Telgte: Münsterland-Sauna

Besuchs-Bericht wellSPAss vom 29. Mai 2011:

Etwa 20 km östlich von Münster findet man das Städtchen Telgte. Hier existiert seit etwa 30 Jahren die „Münsterland-Sauna“, eine kleine, privat geführte Saunalandschaft. Sie liegt ein wenig versteckt in einer Hof-Einfahrt, direkt neben einem Baustoff-Händler. Die Parkplätze vorm Haus sind kostenlos und zumindest abends findet man eigentlich immer ein Plätzchen.

Nachdem man geklingelt hat, wird die Tür geöffnet und man erhält von der freundlichen Dame am Counter einen Schlüssel. Dann fragt sich Neugäste nach dem Namen, denn auf diesen kann später der Verzehr aufgebucht werden. Bezahlt wird dann komplett nachschüssig beim Verlassen der Saunalandschaft. Die drei Umkleideräume mit rund 100 Schränken werden gemischt benutzt. Von dort zweigt auch eine Tür ab zur Physio-Praxis, wo man sich klassische Massagen, Hot-Stone-Behandlungen, Fango oder Krankengymnastik oder auch Fußpflege angedeihen lassen kann. Das alles übrigens zu noch recht moderaten Preisen, lediglich die Hot-Stone-Massagen sind etwas teurer. Es gibt hier auch eine moderne Sonnenbank von Ergoline.

An die Umkleiden schließen sich die regelbaren Vorreinigungsduschen sowie zwei geschlechtergetrennte Einzeltoiletten an. Auf der rechten Seite folgt das Dampfbad. Dieses verfügt über drei gekachelte Sitzreihen übereinander sowie ein Farbwechsel-Objekt an der Wand. Die Temperatur liegt bei 50 °, die Feuchtigkeit bei fast 100 %. Hin und wieder werden hier auch Aromen auf den Verdampfer gegossen.

Nach dem Dampfbad öffnet sich der Blick auf einen recht großen Pool, der nierenförmig angelegt ist und über eine Gegenstrom-Anlage verfügt. Das Wasser ist lauwarm, zum Planschen nach dem Aufguß ideal. Daneben ein paar Liegen sowie sieben Fuß-Wärmebecken. Nach rechts geht es zu den Innensaunas. Es stehen eine heiße Trockensauna sowie ein Sanarium zur Auswahl. Mich hat letzteres eher angesprochen, da es dort milder ist, ein Farbwechsel-Sternenhimmel das Auge erfreut und leise Musik das Ohr.

Weiterhin findet man im Innenbereich noch einen Schlafraum, eine Ruhezone mit Lesezirkel-Zeitschriften sowie einen Kamin-Ruheraum, wo aber leider kein Feuer brannte. Auch einen weiteren Dusch-Bereich gibt es, wo sich sechs Kaltduschen (warum keine warme?), zwei Kneippschläuche und ein kleines Tauchbecken befinden. An einem geheizten Rohr, da sich an der Wand schlängelt, können die Gäste ihre Tücher trocknen. Schließlich ist noch die Gastronomie zu erwähnen, doch dazu später mehr.

Saunahöfe gibt es gleich zwei. Der kleinere verfügt über einen Brunnen als Mittelpunkt sowie ein paar überdachte Liegen für schlechteres Wetter. Man kann übrigens vom Haus kostenlos gestellte Kuscheldecken nutzen, wenn es einem zu kühl wird. Der zweite Hof ist etwa doppelt so groß und wie der erste komplett gepflastert. Dort stehen ebenfalls ein paar Liegen sowie ein Tisch. Eine Kalt-Dusche dient dem schnellen Abspülen nach den Aufgüssen. Eine Wendeltreppe führt aufs Dach, wo sich weitere Liegen befinden, durch Holzwände nach allen Seiten hin blickdicht. Man kann hier aber gut die Sonne einfangen, so dass man sich hier im Sommer gerne bräunt.

Die größte und wohl auch beliebteste Sauna befindet sich in einem Blockbohlen-Haus am Ende des großen Saunahofs. In einem Vorraum kann man den Bademantel abhängen und die Schlappen abstellen. Drinnen gibt es rund 30 Sitzplätze auf drei Stufen, wobei der Ofen rechts neben der Tür zu finden ist. Hier finden stets zur vollen Stunde Aufgüsse statt, jeweils mit wechselnden Düften. Den Aufgußplan findet man im Innenbereich neben dem Pool. Wir machten den Salz-Aufguß mit, der von einer jungen Dame allerdings recht unprofessionell durchgeführt wurde. Nach Auskunft eines Stammgastes macht das eine andere Dame wohl besser.

Schließlich stellte sich der kleine Hunger ein, so dass wir uns ins Bistro begaben. Die Auswahl an Speisen ist hier leider sehr bescheiden, was wohl an den beschränkten Möglichkeiten der Küche liegt. Wir bestellten einen Tomate-Mozzarella-Teller sowie eine Ofen-Kartoffel mit Salat-Beilage. An Getränken wählten wir ein Weizenbier und ein Malzbier. Das Essen war binnen zehn Minuten fertig, die Getränke kamen früher. Der Tomate-Mozzarella-Teller war einwandfrei, die Ofen-Kartoffel allerdings etwas geschmacksarm und nicht ganz durch. Der Preis für alles zusammen war mit rund 14 Euro jedoch angemessen. Zu teuer fand ich die Suppen zu je 3,90 Euro, doch die hatten wir ja nicht gekostet. Schade, dass auch hier der Kaminofen nicht in Betrieb war und es auch keine Kerzen auf den Tischen gab. Sowohl atmosphärisch als auch von der Qualität des Essens her erfüllt das Bistro knapp die Anforderungen, eine echte Empfehlung ist es aber leider nicht.

Nach rund vier Stunden verließen wir die Münsterland-Sauna wieder, wobei wir auch freundlich verabschiedet wurden. Von der Sauberkeit her gab es nichts zu meckern, auch die Abwicklung an der Kasse war einwandfrei. Eine echte Empfehlung kann ich dennoch nicht abgeben. Atmosphärisch befindet sich die Saunalandschaft noch auf dem Niveau der 1980er Jahre und auch beim Betrieb gibt es noch einiges zu verbessern. So wird die Sauna wohl auch weiterhin vorwiegend den Bedarf der Kleinstadt abdecken, jedoch keine überregionale Bedeutung erlangen.

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