DE-58636 Iserlohn: Seilersee-Bad

Besuchsbericht wellSPAss vom Freitag, 25. März 2011: Iserlohn ist mit über 95.000 Einwohnern die größte Stadt des Sauerlandes und befindet sich an der Schnittstelle zu Ruhrgebiet. Das Stadtrecht wurde bereits 1237 verliehen und meh-rere spätgotische Bau¬werke sind erhalten geblieben. Besuchenswert ist auch die Dechen¬höhle, eine Kalksteinhöhle mit schönen Tropfsteinen. Für Badefreunde interessant ist vor allem das Sport- und Solebad „SeilerSeeBad“ direkt oberhalb des Stausees.
Die Anfahrt gestaltete sich recht einfach, da das Bad nur zwei Minuten von der Autobahn-Abfahrt entfernt am Stadtrand liegt. Die Ausschilderung ist gut, kostenlose Parkplätze sind in ausreichender Zahl vorhanden. Bei den Spielen der DEL-Eishockey-Mannschaft „Iserlohn Roosters“, deren Stadion direkt neben dem „SeilerSeeBad“ liegt, kann es allerdings eng werden.
Der Empfang ist ein wenig beengt und es fehlt auch ein Kiosk oder eine Cafeteria. Es stehen jedoch ein Kaffee-Automat sowie Automaten für Süßigkeiten und Eis bereit. An der Kasse erhält man ein Chip-Armband, das auch zum bargeldlosen Zahlen benutzt werden kann - vorausgesetzt, man hat zuvor ein Guthaben eingezahlt. Wer also vor hat, etwas zu essen oder ein Solarium zu nutzen, sollte bereits an der Kasse daran denken und ein entsprechend hohes Guthaben auf den Chip aufbuchen. Es empfehlen sich mindestens 10, besser aber 20 Euro. Das nicht verbrauchte Guthaben wird beim Austritt am Kassenautomaten zurückgezahlt. Die Kassendame war freundlich und erklärte mir alles geduldig. Nach dem Bezahlen geht es durch schmale Drehkreuze zu den einzelnen Bereichen des Bades, also Sportbad, Solebad oder Saunaland.
Haupt-Anziehungspunkt für Sportler ist das riesige Wettkampfbecken, das sowohl zum Bahnen¬schwimmen als auch für Wasserball und zum Kunstspringen genutzt wird. Eine Empore für externe Zuschauer ist ebenfalls vorhanden. Für Klein¬kinder steht ein interessanter Wasserspielgarten zur Ver¬fügung. Neben einer kleinen Rut¬sche gibt es auch ver-schiedene Wasserspiele und einen Was¬servorhang. Eine Etage tiefer befindet sich ein SB-Bistro, be¬grenzt von einem Brunnen mit Wasserfall. Leider konnte ich das Hallenbad heute nicht nutzen, da es gerade zu Trainingszwecken gesperrt war. Das ist mehrmals wöchentlich der Fall. Wer also schwimmen, tauchen oder Springen möchte, sollte sich zuvor über die Nutzungszeiten für die Öffentlichkeit informieren.
Wer sich entspannen möchte, kann gegen einen ge¬ringen Aufpreis das Solebad nutzen. Dieser Bereich ist auch für Nichtschwimmer interessant, denn die Beckentiefe beträgt nirgends mehr als 130 cm. Das große, angenehm temperierte Solebecken ist mit fünf Massa¬gedüsen und drei Sprudellie¬gen ausgestattet.
Durch eine Ausschwimm-Schleuse gelangt man ins ganzjährig nutzbare Außenbecken mit Bodenblubber, zwei Schwall-duschen und drei weiteren Sprudelliegen. Vor allem im Win¬ter ist es ein Vergnügen, im warmen, mit drei Prozent Salz angereicherten Wasser zu liegen und in den Him¬mel zu schauen. Auch den nahegelegenen Seiler¬see kann man schön überblicken.
Wer die Heilkräfte der Sole voll ausschöpfen möchte, begibt sich anschließend ins noch etwas wärmere Entspan-nungsbecken. Dort beträgt der Salzgehalt rund 10 Pro¬zent und ein Wasserfall plätschert leise die Wand herunter. Fein zerstäubt eignet sich die Sole auch zur Linde¬rung von Atemwegs-Erkrankungen. Einige Minuten Auf¬enthalt im Sole-Inhalationsraum „Odorium“ bringen auch Gesunden neue Energie. Man sitzt dort sehr angenehm im Halbrund auf gekachelten Wärmebänken mit Fußstützen. Dabei läuft eine Farblicht-Show ab. Vitamin D kann man unter den modernen Bräunungsgeräten nachtanken. Frische Ur¬laubsbräune und Glückshormone werden dort bei jedem Wetter produziert.
Für die Anhänger der Kneipp´schen Gesundheits¬lehre befindet sich neben dem Solebecken ein Kaltwas¬ser-Tretbec¬ken, das auch die Fußreflexzonen stimu¬liert. Wer das kalte Wasser lieber von oben haben möchte, sollte die Erlebnisdu¬schen ausprobieren. Erfri¬schender Eisregen und wohltuender Tropenregen kön¬nen eingestellt werden, sogar mit passen¬dem Duft.
Getränke, kleine Snacks und die obligatorischen Pommes können in der Vitaminbar des Solebades geordert werden. Das Angebot ist nicht üppig, aber ausreichend. Die Preise bewegen sich dabei auf einem erschwinglichen Niveau, wobei man allerdings auch nicht zu viel erwarten sollte. Ziel-Publikum sind hier vor allem Familien, weniger die anspruchsvolleren Wellness-Gäste.
Nach dem Baden oder der Sauna trinke ich am liebsten eine fruchtige Johannesbeer-Schorle oder ein kühles Malzbier. Beides ist im „SeilerSeeBad“ aber nicht erhältlich. So bestellte ich eine Eis-Schokolade zu 2,80 Euro. Bei den Speisen lockten mich am ehesten das Putengeschnetzelte mit Champignon-Rahmsauce und Gemüse-Wildreis-Mischung zu 6,20 Euro sowie ein Wellness-Salat mit Hähnchenbrust-Streifen zu 5,50 Euro. Da ich Kalorien sparen wollte, nahm ich das letztere. Die Zubereitung dauerte etwa zehn Minuten, dann kam das Bestellte. Nun passt natürlich die Eisschokolade nicht gerade zu einem Salat-Teller, also doch lieber nacheinander.
Der Salat wurde ansehnlich serviert, was sich jedoch schnell relativierte. Ein halbes Hähnchenfilet war in fünf Streifen geschnitten und krönte den Salat-Berg. Salat ist aber nicht gleich Salat. Wer auf Grünzeug steht, wird hier bitterlich ent-täuscht. Ein einziges Salatblatt war auf dem Teller, darunter nur dieser ungenießbare Salat-Matsch aus der Dose. Hier waren es Rotkohl, Weißkraut, Mais, Saubohnen, Karottenstifte und irgendwas Undefinierbares. Kurz gesagt: nichts, was man sich zu Hause anrichten würde. Die Dosen-Salate schwammen natürlich in ihrem Saft, ein Dressing habe ich nicht entdecken können. Dazu gab es eine kleine Ecke warmes Fladenbrot mit eingezogener Butter. Das Brot war okay, aber viel zu wenig. Ich probierte brav von allem, aß aber schließlich nur das Salatblatt, das Brot und die Hähnchenstücke. Von diesem „Salat“ kann ich also nur abraten. Zwar sind 5,50 Euro für einen Wellness-Salat nicht überzogen, doch dieser Salat hatte einen Materialwert von höchstens einem Euro und war definitiv kein Genuß.
Wer den kleinen Hunger vertreiben möchte, sollte also eher vielleicht Currywurst mit Pommes und Softdrink zu vier Eu-ro bestellen oder Tomaten-Mozzarella-Salat oder Hähnchenfilet mit Reis oder auch Pfannkuchen. Wie gesagt, eine Auswahl ist schon vorhanden und die Preise gehen für ein Schwimmbad auch okay, doch viel mehr als von einer Pom-mesbude darf man auch nicht erwarten.
Noch ziemlich neu ist die Saunalandschaft im Obergeschoß, die beim Crashtest des Deutschen Saunabundes immerhin vier von fünf Sternen erhielt. Das macht mich natürlich neugierig. Es gibt getrennte Umkleiden für Damen und Herren, beide Räume relativ klein und mit je 28 schmalen Voll-Schränken versehen. Die Schrank-Nummer wird bereits an der Kasse vorgegeben. Ich hatte das Pech, ein Schlüsselband zu erwischen, das sich beim allerbesten Willen nicht schließen ließ. So musste ich den Schlüssel in meiner Tasche verstauen, was ja - gerade wenn man eine Gutschrift aufgebucht hat - relativ leichtsinnig ist. Wertfächer konnte ich allerdings auch nicht entdecken.
Nach den Umkleiden folgen die geschlechtergetrennten Duschen und Toiletten. Alles übrigens schön sauber und wie neu wirkend. Zunächst auf die Toilette - besetzt. Natürlich hat der Architekt nicht daran gedacht, dass auch zwei Männer mal gleichzeitig auf das WC möchten und so gibt es nur eines. Nachdem ja das gemeinsame Umkleiden für Paare nicht möglich ist, ergibt das bei mir schon den zweiten Abzug in der B-Note. Die Duschen haben einen IR-Sensor und springen also beim Davorstellen an. Die Einstellung der Wassertemperatur ist allerdings ziemlich unsensibel, so dass man auf jeden Fall nachjustieren muss.
Weiter geht es zu den Taschen-Ablagen, die für meine Tasche zumindest alle viel zu schmal sind. Bleibt eigentlich nur, die Tasche mit in den Ruheraum zu nehmen, was natürlich böse Blicke der Mit-Saunierer auf sich zieht. Der Ruheraum befindet sich am Ende des halbrunden Sauna-Schlauchs, der etwa 30 Meter lang ist. Der Raum selbst ist mit einem Dut-zend Liegen bestückt und sehr ruhig. Hier kann man gut ruhen. Zeitschriften findet man in geringer Zahl auf dem Gang neben den vier Fußbecken.
Schwitzräume gibt es leider nur drei. Das ist wirklich eine Minimal-Ausstattung, die aber der geringen Anzahl von Um-kleideschränken entspricht. Mehr als 50 Gäste gleichzeitig sollten sich in der kleinen Saunalandschaft wirklich nicht aufhalten, sonst kommt es allenthalben zu Platzproblemen. Nicht die besten Voraussetzungen also für Events. Alle Schwitzräume befinden sich auf der linken Seite, rechts zieht sich eine Glaswand um den kleinen Dachgarten herum. Der Garten bietet übrigens noch einmal ein Dutzend Liegestühle, die aber selten besonnt sind.
Zunächst zog es mich ins Dampfbad, das recht hübsch gestaltet ist. Auf zwei gegenüberliegenden, gekachelten Wärme-bänken finden gut ein Dutzend Gäste Platz. Der gut verpackte Dampf-Generator am Kopf-Ende erzeugt ein wohliges Raumklima. Darauf hat man einen von unten beleuchteten Bergkristall-Finger platziert, der als Blickfang dient. Die De-cke wird von einem Farbwechsel-Sternenhimmel geziert. Desinfizierte Sitz-Unterlagen gibt es nicht, so dass die Bank vor dem Draufsetzen abgespritzt werden sollte. Dabei aufpassen, dass der Schlauch nicht von der Muffe rutscht. Am besten bringt man sich noch ein kleines Handtuch zum Sitzen mit.
Das daneben liegende Sanarium ist ebenfalls gemütlich. Man sitzt hier im wechselnden Licht von vier LED-Wandleuchten und genießt den Duft aus dem Kupferkessel über dem Ofen - sofern ein Duft da ist. Bei meinem Besuch konnte ich einen solchen nicht wahrnehmen und der Kupferkessel war ohne Wasser. Naja, immerhin konnte man auf den Sitzbänken die Aussicht auf den Ofen und den Kupferkessel genießen.
Die Aufgüsse finden in der etwas größeren Finnsauna statt. Auch diese Elementsauna verfügt über einen schönen Ofen und drei Sitzbänke. Hier finden fast 40 Personen Platz. Die Aufgüsse erfolgen stündlich und werden nach bestem Wis-sen und Gewissen durchgeführt. Offenbar beim Saunabund angelernte Kräfte wedeln so vor sich hin, doch ein Erlebnis ist das nicht. Weder die Ansprache befriedigt noch die Wedel-Technik. Zudem gibt es keine Thematisierung oder Zuga-ben. Allerdings sah ich später, dass es zum 19-Uhr-Aufguss wohl eine Obstplatte gegeben haben soll, was ich aber nicht mitbekam, da ich gerade bei diesem Aufguß beim Essen war.
Bleiben noch die Abkühl-Einrichtungen zu erwähnen. Die Duschgrotte umfasst zwei Kaltduschen, eine regelbare Brause sowie einen Gießkübel. Das funktionierte alles gut, der schöne Eisschnee-Brunnen in der Mitte allerdings nicht. Jeden-falls befand sich im Auffang-Behälter um 18 Uhr bereits nur Eismatsch und die Maschine tropfte leise vor sich hin. Ge-gen 20 Uhr war auch der Matsch verschwunden. Ich weiß nun natürlich nicht, ob man die Maschine bereits recht früh abgeschaltet hatte oder ob sie defekt war, jedenfalls konnte ich keinen Eisschnee genießen. In einer Nische versteckt befindet sich noch ein kleines Tauchbecken, das sogar über einen Farbwechsel-Sternenhimmel verfügt. An dieser Stelle ist so etwas allerdings ziemlich überflüssig.
Im gesamten Saunabereich findet man kein Warmbecken. Das hat man eingespart, da sich ja eine Etage tiefer der Solebereich befindet. Nicht bedacht hat man allerdings, dass die Saunagäste gerne textilfrei baden und dass es dabei gerne auch warm sein darf. Etwa 32 ° maximale Wassertemperatur im Starksole-Becken sind da noch etwas schwach. Ein Hot-Whirlpool mit 36 bis 38 ° ist optimal, aber hier nicht vorhanden. Auch über FKK-Badezeiten konnte ich nichts lesen.
Ein Schwachpunkt ist auch das sogenannte Wellness-Angebot. Es gibt hier - wie ich beim Herausgehen erfuhr - im Kel-lergeschoß eine Physio-Praxis. Dort sind neben der Krankengymnastik, Heißluft und Fango auch Massagen im Angebot. Die sind allerdings medizinischer Art und haben mit Wellness wenig zu tun. 14 Euro kostet eine Massage, wobei aber nicht zu erfahren war, wie diese gemacht wird und vor allem wie lange sie dauert. Für 15 Minuten wäre das recht teuer, für eine halbe Stunde ganz gut. Aber überraschen lassen möchte ich mich da nicht. Zudem war nicht zu erfahren, wie und wo man sich für die Massage anmeldet und ob Spontan-Massagen möglich sind. Hier gibt es noch einiges nachzubessern.
Was die Qualität der Saunalandschaft anbetrifft, würde ich sie in die untere Mittelklasse einstufen. Das Angebot an Schwitzräumen ist minimal, die Größe entsprechend. Besondere Highlights sind mir nicht aufgefallen. Der Außenbe-reich ist absolut unbefriedigend, nicht einmal eine kleine Außensauna gibt es. Punkten kann die Sauna dadurch, dass sie sehr sauber und aufgeräumt wirkt und relativ neu ist. Die Reinigungskräfte sind also zu loben und auch das Personal ist mir nicht negativ aufgefallen. Es wurden sogar halbstündige Sauna- und Dampfbad-Kontrollen durchgeführt. Im Solebad hingegen habe ich nie eine Aufsichtskraft gesehen, obgleich ich dort fast zwei Stunden verbracht habe. Jedenfalls kann ich die vier Sterne für die Sauna nicht ganz nachvollziehen. Die Experten beim Saunabund haben aber bestimmt eine schlüssige Erklärung dafür.
Ich verließ das „SeilerSeeBad“ nach etwa vier Stunden. Die Badezeit endet übrigens eine halbe Stunde vor Schließung des Bades, so dass man wirklich viel mehr als ausreichend Zeit zum Umziehen hat. Insgesamt betrachtet macht das Bad einen positiven Eindruck, wobei es vom Angebot her aber eher minimalistisch angelegt ist und schnell voll wird. Zum Entspannen eignen sich vor allem die Wochentage und Vormittags-Stunden, da das Bad in den Ferien und am Wochenende besonders von Kindern sehr gerne genutzt wird. Zum Zeitpunkt meines Besuches waren ebenfalls überwiegend jüngere Menschen im Bad. In der Sauna lag der Altersdurchschnitt wohl zwischen 30 und 40 Jahren, fast ausschließlich Männer. Der Besuch von Bad und Sauna ist vor allem wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses durchaus zu empfehlen, trotz einiger Verbesserungs-Möglichkeiten.


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