DE-59439 Holzwickede: Etap-Hotel
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Die Gemeinde Holzwickede liegt zwischen Dortmund und Unna und ist über die Autobahn leicht zu erreichen. Im Westteil des Ortes haben sich wegen des benachbarten Dortmunder Flughafens viele Gewerbetreibende niedergelassen. Hier findet man auch das Etap-Hotel, das gerne von Geschäftsreisenden genutzt wird. Das Haus ist leicht zu finden, wenn man direkt nach der Abfahrt von der A40 am McDonalds abbiegt. Dann sind es noch 200 m bis zum kostenlosen Parkplatz am Hotel.

Wir checkten nach 22 Uhr ein, wobei wir den Automaten benutzten. Nach Einstecken der EC-Karte oder einer Kreditkarte sowie der Auswahl der gewünschten Buchung erhält man einen Ausdruck mit Zimmer-Nummer und Geheimzahl, die man sich gleich merken sollte. Ohne die Geheimzahl lassen sich die Türen zum Hotel und zum Zimmer nicht öffnen. Gefragt wird nach der Anzahl der Personen und Übernachtungen sowie nach dem Frühstücks-Wunsch. Leider nicht gefragt wird danach, ob man ein Raucher- oder Nichtraucher-Zimmer haben möchte und in welcher Etage das Zimmer bevorzugt sein soll. Es wurde uns Zimmer 310 zugewiesen, also zweite Etage.

Dann war Treppensteigen mit Gepäck angesagt, denn wie in wohl allen Etap-Hotels gibt es auch hier keinen Aufzug. Früher wurde bei Etap ja dafür geworben, dass man hier wirklich nur Übernachten kann und alles Überflüssige weggelassen wird. Dafür ist man ja schlau, denn der Preis liegt niedriger als bei anderen Hotels. Das mit dem Preis hat sich zwischenzeitlich aber relativiert, denn trotz Senkung der Übernachtungs-Steuer auf 7 % wurden bei Etap die Zimmerpreise angehoben. Hier in Holzwickede zahlt man zwischenzeitlich 37 Euro für das Einzelzimmer sowie 10 Euro Aufpreis für die zweite Person. Kinder können bislang noch kostenfrei in einem Etagenbett mit übernachten.

Das Hotel machte einen neuwertigen Eindruck, gerade alles frisch gestrichen. Wie wir aus dem Prospekt und einem großen Plakat über dem Eingang erfuhren, wurden wohl alle Etaps erst kürzlich modernisiert. Mehr Luxus darf man allerdings dadurch kaum erwarten. Die Zimmergröße von etwa zehn m² ist natürlich gleich geblieben und die im Raum integrierten Sanitärboxen sind auch weiterhin aus Kunststoff, doch immerhin gibt es neue Betten und sogar neue Fernseher. Die kleinen Röhrengeräte haben also ausgedient, man kann sich nun an etwas größeren LCD-Bildschirmen erfreuen, die in der Zimmerecke aufgehängt sind.

Der erste Eindruck war sehr gut, es roch neutral und alles war sauber. Das gilt vor allem für die Toilette und Dusche, wo wir immer sehr pingelig sind. Auch der Waschtisch neben der Dusche war frisch gereinigt und es gab auch eine kleine, neue Seife. Also keine hygienischen Beanstandungen. Störend war lediglich ein großer Fleck auf dem Fußboden, der natürlich von einem früheren Gast stammte. Vielleicht war hier mal Cola ausgeschüttet worden. Da der Bodenbelag aus Nadelfilz besteht, sind solche Flecke nicht mehr zu entfernen. Hier sollte Etap vielleicht doch mal drüber nachdenken, den Bodenbelag zu wechseln. PVC oder auch Laminat sind wesentlich robuster, sehen schöner aus, sind viel hygienischer und auch nicht viel teurer.

Das Doppelbett aus lackiertem Stahlrohr ist nun aufgeständert, was es aber nicht bequemer macht. Man schläft nämlich auf einer Schaumstoff-Matratze, die auf einer starren Preßholz-Platte aufliegt. Somit gibt es keinerlei Federungs-Komfort. Wer eine empfindliche Wirbelsäule hat, für den ist Etap auch heute keine gute Wahl. Meine Frau jedenfalls hatte am nächsten Morgen Rückenschmerzen. Relativ reiswertes Übernachten ist ja eine schöne Sache, doch die Mindest-Anforderungen an Komfort sollten dennoch erfüllt werden. Hier also Punkt-Abzug.

Der Fernseher, der natürlich eine Fernbedienung besitzt, hatte ein klares Bild und einen guten Ton. Dazu verfügt er auch über Anschlüsse für Video-Eingang und MP3-Player. Wer solche Sachen dabei hat, wird sich freuen. Ebenfalls erfreulich ist der Umstand, dass man - wie wohl auch in allen anderen Etap-Hotels - zwischenzeitlich einen kostenlosen Hot-Spot fürs Internet eingerichtet hat. Man kann also von allen Zimmern aus bequem im Internet surfen, wann und so lange man möchte. Zusätzlich gibt es eine kostenpflichtige Internet-Station unten im Foyer. Die technische Ausstattung ist also nicht zu beanstanden, wobei sich Ferienreisende dennoch einen kleinen Kühlschrank auf dem Zimmer wünschen würden. Das wäre jeweils eine recht kleine Investition, für die die Gäste dankbar wären.

Geschlafen haben wir gut und trotz offenem Fenster gab es keine Lärmbelästigung durch die nahe Autobahn oder den Flughafen. Man braucht sich also keine Sorgen wegen der Nachtruhe zu machen. Die etwas enge Einzel-Toilette ist zwar immer noch von billigster Mach-Art (Plastik-Sitz ohne hochklappbare Brille), funktionierte aber immerhin einwandfrei und auch das Toilettenpapier war okay. Die Einzel-Dusche ist nun mit besseren Armaturen ausgestattet, jedoch kann man den Duschkopf leider immer noch nicht abnehmen, da er in der Ecke oben fest installiert ist. Eine bewegliche Brause wäre sicherlich kaum teurer, aber für die Körper-Hygiene besser geeignet. Schön, dass man nun eine Glastür an der Dusche hat, sich also nicht mehr eingesperrt vorkommt wie früher. Dumm jedoch, dass diese Glastür keinen Griff hat, sondern ein Loch ausgeschnitten ist, so dass Wasser nach draußen spritzen kann. Das stört dann den anderen Gast, der sich am Waschbecken nebenan gerade die Zähne putzt. Naja. Aber man darf in einem Billig-Hotel natürlich keinen Luxus und auch keine Perfektion erwarten. Die hygienischen Voraussetzungen jedenfalls waren erfüllt und die Wasser-Temperatur war regelbar.

Am nächsten Morgen erhielt ich meine Rechnung an der Rezeption, die morgens bis 11 Uhr und abends bis 22 Uhr besetzt ist. Die Empfangsdame war im Übrigen sehr freundlich. Gefrühstückt haben wir hier nicht, denn nach wie vor empfinde ich den Preis von 6 Euro pro Person für Weißbrötchen, Marmelade und Kaffee nicht als angemessen. Wir frühstückten also ein paar Meter weiter bei McDonalds, was zwar auch keinen Gourmet befriedigt, doch immerhin wesentlich billiger ist. Insgesamt gesehen war die Übernachtung bei Etap wirklich okay, im Vergleich zu Formule-1 in Bochum in der Nacht zuvor sogar richtig gut. Man kann dieses Hotel empfehlen, obgleich sich der Preis-Unterschied zur nächsthöheren Qualitätsstufe bei Ibis verringert hat. Als richtig billig mag ich ein einfaches Doppelzimmer ohne Frühstück für 47 Euro nicht mehr unbedingt bezeichnen. Richtig teuer ist es aber auch nicht und man erhält einen angemessenen Gegenwert für sein Geld. Von uns also eine Besuchs-Empfehlung für Etap in Holzwickede.

 © by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 29. Mai 2011
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