DE-20354: Fairmont Spa im Hotel 4 Jahreszeiten Hamburg
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== Kann denn Luxus Sünde sein ? ==
Hamburg gehört unzweifelhaft zu den größten, schönsten und kulturell interessantesten Städten der Welt. Es ist unmöglich, auch nur einen Bruchteil der zahllosen Sehenswürdigkeiten, über die Hunderte von Büchern
berichten, an nur einem einzigen Tag zu erkunden. Darum empfiehlt es sich, rechtzeitig ein Zimmer für die Nächtigung zu reservieren.

Zu den allerersten Adressen zählt dabei das Grand-Hotel „Vier Jahreszeiten“. Das 5-Sterne-Haus besteht bereits seit dem 19. Jahrhundert und ist eine Hamburger Institution. An einer der schönsten Stellen des Stadtzentrums gelegen - nämlich am Neuen Jungfernstieg an der Innenalster - bietet das sechsstöckige, weiße Gebäude mit ornamentreicher Fassade schon einen imposanten Anblick.


Der hohe Anspruch des Hauses, das zur Raffles-Gruppe gehört und auch zu den „Leading Hotels of the World“ zählt, setzt sich drinnen übergangslos fort. Hier, genauer gesagt im Fairmont-Spa, hatte ich eine Wellness-Massage gebucht.

== Anfahrt ==
Das „Vier-Jahreszeiten“ liegt im Herzen der Stadt, womit unterschiedlichste Anreise-Möglichkeiten vorhanden sind. Das internationale Publikum reist oft mit Taxi oder Mietwagen vom Flughafen Fuhlsbüttel an, der etwa eine Viertelstunde Autofahrt entfernt liegt. Parkplätze sind in der gesamten Innenstadt ein rares Gut, daher zumeist zeitlich stark begrenzt und recht teuer.

Wer mit dem eigenen Wagen anreist, sollte also die hoteleigene Garage oder eines der umliegenden Parkhäuser nutzen. Zudem liegen der Hauptbahnhof, die U-Bahn-Haltestellen Jungfernstieg und Gästemarkt sowie die S-Bahn-Haltestelle Jungfernstieg nicht weit entfernt. Bei standesgemäßer Ankunft im Sportwagen oder der schmucken Limousine steht auch gleich ein Hotel-Angestellter bereit, der sich um einen Platz in der Garage kümmert.

== Factbox ==
Adresse: „Fairmont-Spa im Hotel Vier Jahreszeiten“, Neuer Jungfernstieg 9 - 14, D-20354 Hamburg
Region: Hamburg-Neustadt, Landeshauptstadt
Typ: Hotelbad / Saunaland
Eignung: Erwachsene / Senioren / Behinderte / Fitneß / Wellness / Textilfrei

Telefon: (+49) 040 - 34 94 31 90
Fax: (+49) 040 - 34 94 26 00
e-mail: spa.hamburg@fairmont.com
Internet: fairmont-hvj.de
GF: Ingo C. Peters (2013)
Spa-Managerin: Marit Müller (2013)
Eröffnung: Hotel 1897, Sanierung Spa 2008
Anfahrt: Direkt an der Innenalster. S-Bahn bis Jungfernstieg, U-Bahn bis Jungfernstieg, Gänsemarkt oder Stephansplatz. Beim Haus sind nur Kurzzeit-Parkplätze vorhanden (2 € für max. 1 Stunde). Eigene Hotel-Garage (kostenpflichtig)

== Öffnungszeiten ==
Das Hotel ist natürlich täglich rund um die Uhr geöffnet und hat auch eine durchgehend besetzte Rezeption. Das Spa steht montags bis freitags von 06:30 Uhr bis 22:30 Uhr zur Verfügung, am Wochenende von 07:00 bis 21:00 Uhr.

== Eintritt ==
Nach dem Passieren der - noch handbewegten - Drehtür gelangt man über eine breite Treppe ins Foyer. Gleich links um die Ecke findet man dann die wohlsortierte und legendäre Hotelbar, gediegen in Mahagoni gestaltet und einen Aufenthaltsraum mit jahreszeitlicher Dekoration und großem Kaminfeuer.

Die Rezeption ist jedoch rechts angeordnet. Natürlich ist sie rund um die Uhr personenbesetzt und man erhält freundlich die Auskunft, dass man mit einem der großen Aufzüge ins fünfte Stockwerk zur Spa-Abteilung gelangt. Beim Ausstieg wendet man sich dann nach rechts und ein paar Meter weiter wiederum nach rechts und gelangt dann zur Spa-Rezeption, die ebenfalls mit einer jungen Dame besetzt ist.

== Räumlichkeiten ==
Rund 500 m² umfasst die Spa- & Fitness-Abteilung auf zwei Etagen - sie ist also vergleichsweise familiär und übersichtlich. Die Ausstattung wirkt gediegen, mit dunklen Hölzern und dazu kontrastierenden cremefarbenen Wänden. Auf modischen Schnickschnack wurde hier verzichtet, man beschränkt sich auf das Wesentliche. Sozusagen eine klar hanseatisch geprägte Stilrichtung.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang wohl auch, dass nicht nur das Hotel zur Spitzenklasse gehört, sondern auch die Wellness-Abteilung als „Leading Spa of the World“ zertifiziert wurde. Diese Auszeichnung besitzen nur etwa 50 Anlagen weltweit.

== Empfang ==
Nach ein paar Schritten steht man vor dem Tisch der Spa-Rezeptionistin. Die freundliche junge Dame fragte mich nach meinem Ansinnen und rief mir dann die zuständige Masseurin herbei. Natürlich sollte man hier, wie wohl in jedem besseren Spa, zuvor einen Termin ausgemacht haben. Spontane Massagen gibt es nur in Ausnahmefällen, falls gerade mal eine Masseurin eine Lücke zwischen ihren Anwendungen haben sollte.

Ich hatte meinen Termin zwar relativ kurzfristig am Tag zuvor gebucht und dann noch für einen Sonnabend, doch es klappte hervorragend. Wer nur in die Sauna möchte, braucht nicht immer einen Termin. Für Hotelgäste ist die Sauna-Nutzung ja im Zimmerpreis inkludiert, sie können also quasi jederzeit kommen (während der Öffnungszeiten).

Tagesgäste können allerdings nicht einfach so in die Sauna, sie müssen den Besuch mit einer Anwendung verknüpfen. Wer also keine Massage gebucht hat, wird als Auswärtiger wohl auch keinen Saunazutritt erhalten. Die Mindest-Zeitdauer einer Anwendung beträgt dabei eine Stunde und 25 Minuten.

== Besichtigung ==
Ich wurde von meiner Betreuerin erst einmal durch die Räumlichkeiten geführt, so dass ich mir ein Bild von der Anlage machen konnte. Obgleich 500 m² Fläche etwa dem Vierfachen Grundriß eines Einfamilienhauses entsprechen, ist das für eine Wellness-Anlage eher klein. So sind auch die Räume nicht riesig und natürlich an die Dachgeschoß-Lage angepasst. Es gibt natürlich mehrere Massage- und Anwendungsräume, einen Ruheraum, einen Fitneßraum sowie die Sauna-Anlage und einen Zugang zur Dachterrasse.

Vor der Massage durfte ich es mir noch ein paar Minuten im Ruheraum bequem machen. Es stehen hier drei bequeme Rattan-Liegen bereit und man kann sich auch in diverse Zeitschriften einlesen. Die Dame bot mir ein Getränk an, wobei ich unter frisch aufgebrühtem Tee, Kaffee, Säften oder Wasser wählen durfte.

== Meine Massage ==
Für meine Anwendung stand ein vielleicht zehn m² großes Zimmer bereit, auch dieses relativ schmucklos, doch sehr aufgeräumt und stilvoll. Den Mittelpunkt des Raumes nahm die Massageliege ein, ansonsten gab es noch Waschbecken, Ablagen mit sorgsam gefalteten, weißen Handtüchern, Duftölen und ein paar orientalischen Silbergefäßen und einen Stuhl.

Das raumhohe Fenster war mit Holzlamellen-Türen abgedunkelt, Kerzen spendeten ein sanftes Licht. Meine Masseurin wirkte sehr entspannt und nahm sich die Zeit für ein lockeres Gespräch, wobei sie sich über meine bisherigen Massage-Erfahrungen erkundigte, ebenso nach meinen Vorlieben und Abneigungen bei einer solchen. Natürlich fragte sie auch nach meinem Gesundheits-Zustand und eventuellen körperlichen Gebrechen oder Besonderheiten. Auch meine Wünsche bezüglich der Intensität der Massagegriffe und der Duftnote des Massageöls wurden abgefragt.

Zudem durfte ich mir die Musikrichtung auswählen für die leise Hintergrundberieselung aus dem CD-Player. Hier wird man offensichtlich nicht am Fließband abgefertigt, sondern jede Massage wird individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse des Gastes abgestimmt.

Da ich als Tagesgast und damit in Straßenkleidung gekommen war, mußte ich mich anschließend entkleiden. Hotelgäste kommen natürlich in der Regel gleich im Bademantel. Ich erkundigte mich, ob die Massage ganz unbekleidet oder mit Slip durchgeführt werden würde. Ich hatte nämlich keine Unterwäsche zum Wechseln mitgenommen und man möchte ja auch kein Massageöl am Anzug kleben haben. Daraufhin erhielt ich einen Einmal-Slip für die Massage, sozusagen einen Papier-Tanga.

Meine Masseurin verließ nun aus Diskretionsgründen den Raum und ließ mir fünf Minuten Zeit zum Entkleiden. Ich sollte den Massageslip anlegen und es mir bäuchlings auf der Liege bequem machen. Dann sollte ich eine Decke auflegen, damit ich nicht auskühle.

Anschließend durfte ich eine Massage erleben, wie man sie sich als termingehetzter Stadtmensch nur wünschen kann. Ich hatte mich auf keine Stilrichtung festgelegt und so bekam ich eine Mixtur aus wohltuenden Massagegriffen ayurvedischer Kunst mit physiotherapeutischen weiteren Elementen. Ganz genau kann ich es nicht sagen, doch es war sehr entspannend.

Dabei wurden jeweils nur die gerade behandelten Körperstellen aufgedeckt, so dass ich immer warm eingepackt war. Ich hatte übrigens das Glück, von der Spa-Leiterin (Marit Müller) persönlich massiert zu werden, die schon viel Erfahrung in anderen führenden Wellness-Einrichtungen auf der ganzen Welt gesammelt hat. Das ist sowohl bei der Massage als auch bei der gesamten Betriebsführung zu spüren. Eine solch wohltuende Massage würde ich mir gerne jeden Tag gönnen...

Nach der Behandlung hatte ich noch zehn Minuten zum Nachruhen, sozusagen um langsam von meiner Wolke hinabzugleiten und wieder in die reale Welt zurückzukehren. Anschließend wurde ich noch mit einem weichen Tuch abgerieben, um überschüssiges Öl zu entfernen. Normalerweise hätte ich jetzt noch eine ausgiebige warme Dusche genommen, doch anschließend sowieso ein Thermen-Besuch auf meinem Programmzettel stand, verzichtete ich darauf.

== Die Saunalandschaft ==
Zeit für einen Saunagang hatte ich zwar nicht mehr, zumal ich meinen Wagen unüberlegterweise in der Kurzzeit-Parkzone abgestellt hatte, doch ich warf noch einen Blick in die Sauna. Es stehen zwei getrennte, identische Bereiche für Damen und Herren bereit, den internationalen Hotel-Standards entsprechend. Außerhalb Mitteleuropas ist man ja beim Schwitzen nicht so freizügig wie bei uns. In der Regel ist im Ausland Geschlechtertrennung und größtenteils sogar textiles Saunieren üblich.

Ob man mit oder ohne Slip schwitzen möchte, ist im „Fairmont Spa“ wohl freigestellt, doch gemischtes Schwitzen ist nicht möglich. Eingefleischte Saunagänger werden das schade finden, vor allem wenn sie gerne als Paar saunieren, doch die Mehrzahl der meist ausländischen Hotelgäste denkt eben anders darüber.

Zum Auskleiden stehen jeweils etwa 30 Schränke aus gediegenem Edelholz bereit. Natürlich sind auch Duschen und Toiletten vorhanden. Anschließend geht es in einen holzverkleideten Schwitzraum finnischer Art mit etwa 90 °C Temperatur. Hier finden maximal 20 Personen Platz. Aufgüsse werden auf Wunsch vom Personal durchgeführt.

Alternativ dazu gibt es auch jeweils eine gekachelte Dampfkammer. Hier herrschen etwa 45 °C vor, wobei das Tropen-klima mit voll dampfgesättigter Luft schnell zur Transpiration führt. Schon die alten Griechen und Römer bevorzugten diese schonende Art zu schwitzen. Schließlich gibt es auch noch ein gekacheltes, leicht hochgesetztes Tauchbecken mit eiskaltem Wasser für die Unerschrockenen und Gesundheitsfanatiker. Ich persönlich ziehe nach dem Schwitzen allerdings eher eine lauwarme Dusche vor. Ja, ich bin bekennender Warmduscher. Asche über mein Haupt!

== Weitere Einrichtungen ==
Für die körperliche Ertüchtigung steht ein gut ausgestatteter Fitness-Raum zur Verfügung, wo man sich nach individuellem Gusto oder auch unter fachlicher Anleitung - auf Wunsch sogar mit Personal-Trainer - auspowern kann. Außerdem gibt es auch Räume mit einzelnen Matten für das individuelle Gymnastik-Training ohne Zuschauer.

Die Dachterrasse steht zum Abdampfen oder Luftschnappen zwischendurch zur Verfügung. Erwähnenswert ist auch die Kosmetik-Abteilung, die Normalbürger binnen kurzer Zeit in VIPs verwandelt. Dafür werden hochwertige Spa-Produkte von MBR und Kerstin Florian verwendet. Da ich aber von Natur aus schön bin, habe ich mir das nicht gegönnt...

== Die Preise ==
Dem 5-Sterne-Superior-Standard des Hotels sind auch die Preise im Spa angepaßt. Die kürzeste Behandlungsdauer von ca. 25 Minuten kostet 60 € (z. B. Jetlag-Massage). Eine etwa einstündige Klassik-Massage schlägt mit 100 € zu Buche. Vierhändig kostet der Spaß 220 €. Wer sich Ayurveda, Lomi Lomi Nui oder Hot Stone gönnen möchte, zahlt 140 € für die gleiche Zeit.

Für eine zweieinhalbstündige Thalasso-Zeremonie sind 380 € zu entrichten, eine dreieinhalbstündige Wellness-Massage schlägt mit 430 € zu Buche. Es gibt außerdem Peelings (ab 85 €), Entspannungsbäder (ab 60 €), Körperwickel (190 €) oder Schwangerschafts-Massage (110 €).

== Verbesserungs-Möglichkeiten ==
Da der Platz im fünften Obergeschoß doch sehr begrenzt ist, bleiben leider nicht viele Möglichkeiten zur Erweiterung. Aus meiner Sicht bietet sich lediglich die Dachterrasse für weitere Angebote an. Wünschenswert wären ein Hot-Whirlpool und eine gemischte Blockhaus-Sauna im Freien, was aber an statischen Gründen (Gewicht) scheitern dürfte - außer man errichtet ein 20 m hohes Traggestell zum Erdgeschoß hin.

Möglich wäre aber die Errichtung eines Holzdecks mit bequemen Liegestühlen für sonnige Tage, möglichst auch mit Grillplatz für Abend-Events. Ebenfalls machbar und wünschenswert wären eine Zelt-Sauna (indianischer Tipi) für den Sommer sowie ein orientalisches Ruhezelt mit bequemen Liege-Kissen (wie bei den Berbern üblich). Damit könnte man Alleinstellungs-Merkmale schaffen, die im Großraum Hamburg einmalig wären.

== Hotel ==
Noch ein paar Worte zum Hotel, wobei es mir bislang aber nicht vergönnt war, hier zu übernachten und über das ich darum auch nicht ausführlich berichten kann. Seit der Übernahme durch den vorherigen Besitzer im Jahre 1897 war das Haus etwa 100 Jahre lang familiengeführt und hat sich in dieser Zeit auch einen Namen im Kreise der Schönen und Reichen gemacht. Diese Ausstrahlung hat sich das Luxushotel bis heute erhalten.

Das drückt sich natürlich auch in den Zimmerpreisen aus, die bei 320 € die Nacht für das Einzelzimmer beginnen und bis 5.000 € für die Präsidenten-Suite reichen. Aber man kann auch einfach mal so reinschauen, z. B. für ein Abendessen im legendären Asia-Restaurant „Doc Cheng´s“, im Restaurant „Haerlin“ (2 Michelin-Sterne) oder für den Absacker in der gemütlichen „Jahreszeiten-Bar“ mit exotisch gemixten Cocktails.

== Fazit ==
Obgleich ich schon einige objektiv schönere Sauna- und Wellness-Landschaften erleben durfte, hat das „Fairmont-Spa“ doch einen eigenen, gewissen Charme. Der zeigt sich weniger in der Ausstattung, die doch recht minimalistisch und hanseatisch kühl zu nennen ist, sondern eher im Geist des Hauses.

Es sind die Freundlichkeit, Herzlichkeit und Professionalität der Mitarbeiter/innen, die das Spa empfehlenswert machen. Wieviel eine perfekte Massage wert ist, muss dabei jeder mit sich selbst ausmachen. Fakt ist aber, dass etwas Besonderes schon immer etwas teurer war und dass man beispielsweise einen Bugatti auch nicht zum Preis eines Opel Astra bekommt. Von mir gibt es jedenfalls 4 wellSterne. Wer es sich also leisten kann, der ist im „Fairmont-Spa“ sicherlich in besten Händen. Für Normalsterbliche wie mich wird es wohl leider ein einmaliges Erlebnis bleiben...

© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 10. April 2013
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