DE-44807 Bochum: Hotel Formule-1
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Wer Dortmund besucht, wird feststellen, dass die Auswahl an preisgünstigen Hotels dort eher bescheiden ist. Die Preisspanne beginnt dort bei ca. 64 Euro für das Doppelzimmer ohne Frühstück bei Ibis. Da wir Freunde treffen wollten und daher nur ein paar Stunden im Hotel bleiben konnten, suchten wir etwas Günstigeres. Da bleiben dann eigentlich nur die Etap-Hotels in Bochum-Ost bzw. Holzwickede oder das Formule-1 in Bochum-Nord, alle drei etwa eine Viertelstunde von der Stadtmitte Dortmunds entfernt. Wir entschieden uns für das Formule-1, die preisgünstigste Wahl zu 31 Euro für das Doppelzimmer. Ein Preis, der wohl nur noch von Privatleuten oder Jugendherbergen unterboten wird.

Wir kamen gegen 21 Uhr an, die Rezeption war noch besetzt. Der freundliche junge Mann am Counter ging auf unsere Wünsche ein und gab uns ein Nichtraucher-Zimmer im Erdgeschoß, gleich die Nr. 101. Insgesamt hat das Hotel 57 Zimmer auf drei Etagen, einen Aufzug gibt es nicht. Bezahlt habe ich wie üblich mit EC-Karte, das Einchecken verlief problemlos. Obgleich es Freitag-Abend war, schien das Hotel recht gut gebucht zu sein. Ein Blick auf den fast vollen Parkplatz zeigte vor allem ältere Wagen der unteren Mittelklasse bzw. Kleinwagen, fast durchgehend mit polnischen oder russischen Kennzeichen. Nur der Wagen neben dem Eingang mit Bochumer Kennzeichen war neu, ein Mercedes C-Klasse. Der gehört sicherlich dem Pächter, denn er war auch am nächsten Mittag noch da.

In den Gängen war es zu dieser Zeit etwas lauter, wofür sich der Portier entschuldigte. Eine Gruppe, die noch etwas feiern wollte. Uns war das gleich, denn wir würden sowieso erst gegen 3 Uhr morgens ins Bett kommen. Durch das Code-System kommt nachts man ohne Schlüssel ins Hotel, was sehr angenehm ist, sofern man den Zettel mit der sechsstelligen Nummer bei sich hat. Ganz wichtig also, diesen nicht im Zimmer liegen zu lassen und sich vorsichtshalber die Zahl irgendwo noch zu notieren. Ansonsten kann man nämlich im Auto schlafen. Uns passierte so was aber bislang nicht. Im Erdgeschoß gibt es noch einen Softdrink- und einen Kaffee-Automaten sowie Süßigkeiten. Telefon ist natürlich auch vorhanden, außerdem ein paar Infos über Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Der Frühstücksraum befindet sich neben der Rezeption, jedoch buchen wir selten Frühstück im Hotel, da wir lieber in einem schönen Café unsere Brötchen kaufen. Das ist in der Regel besser und dazu noch preiswerter.

Das Zimmer ist Marke Minimal-Ausführung, etwa fünf Quadratmeter groß. Darin befinden sich ein Doppelbett, ein weiteres Einzelbett quer darüber (Kinder-Übernachtung kostenlos), ein Waschtisch, ein Tisch, eine Schreib-Ecke mit Stuhl und ein winziger Fernseher. Zum Schlafen genug, aber ansonsten will man keine Zeit hier verbringen. Der Raum ist mit blauem Teppichboden ausgelegt, die Möbel in Rot abgesetzt, die Wände Weiß ohne Schmuck.

Auf den ersten Blick ist das okay, doch einen zweiten sollte man nicht wagen. Die Wände waren wohl einigermaßen sauber und das Bett mit einem frischen Laken bezogen, doch ansonsten ist Sauberkeit nicht unbedingt eine Stärke dieses Hotels. Das Waschbecken nicht richtig sauber. Auf dem Boden Krümel, keinesfalls frisch gesaugt. Also auf jeden Fall nur mit Badelatschen herumlaufen. Die Handtücher sehr klein und nicht flauschig, zwei an der Zahl. Minimaler geht es also kaum noch.

Außer dem Waschbecken gibt es, wie bei allen Formule-1-Hotels, keine sanitäre Einrichtung im Zimmer. Wer auf die Toilette will oder duschen möchte, muss das in jeweils vier Kabinen auf jeder Etage tun, wie ansonsten in der Jugendherberge. Immerhin Einzel-Kabinen, aber aus billigem Plastik. Ein grünes oder rotes Licht zeigen an, ob die Kabine frei ist. Drinnen kann man sich kaum umdrehen. In der Toilette geht sofort das Licht aus, wenn man nicht absperrt. Das ist wohl auch besser so, denn Sauberkeit ist auch hier nicht die Stärke des Hauses. Der Portier hatte schon gewarnt, dass wir besser eine Etage höher gehen sollten, da unten ziemlich viel Betrieb sei. Naja.

Die Toiletten waren dann auch wirklich schmutzig, keine Empfehlung. Der Spruch an der Tür „Bei der Sauberkeit ist das Maximum das Minimum“ wurde von der Reinemachefrau wohl noch nicht gelesen. Das galt für alle Toiletten unten, wo die Gäste wohl gerne auf den Boden urinieren. Auf die Klobrille sollte man sich wohl auch besser nicht setzen. Ähnlich sah es in den Duschkabinen aus, die man nur mit Badeschuhen benutzen sollte. Wenn auf dem Boden einer Plastik-Kabine in den Ecken Schimmel zu finden ist, sagt das schon einiges aus. Mit zwei Minuten Einsatz und einer Bürste ließe sich sowas leicht beseitigen. Wenigstens war das Wasser warm. Meine Frau benutzte dann später noch ein WC im Obergeschoß, das dann aber nicht aufhörte zu spülen. Mit der Technik hapert es also auch.

Gefrühstückt haben wir hier wie gesagt nicht, danach wäre uns bei der Sauberkeit des restlichen Hauses auch nicht gewesen. Die WLAN-Verbindung, mit der das Hotel Werbung macht, funktioniert nur im Speisesaal, war also für uns nicht nutzbar. Auch den Fernseher haben wir nicht benutzt, denn die Lupe hatte ich zu Hause vergessen und auch das Fernglas nicht dabei. Wir waren dann also froh, am Morgen das Hotel wieder zu verlassen und uns in den Dortmunder Trubel zu stürzen. Von uns also keine Empfehlung für dieses Haus, das höchstens als Stundenhotel zu gebrauchen ist.

© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 28. Mai 2011
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