Bäder-Reise von Salzburg nach Bad Füssing
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Strahlender Sonnenschein empfing die Teilnehmer der Bäder-Rundfahrt 2010 an einem ansonsten eisigkalten Spätwintertag. Organisiert wurde die Besichtigungs-Tour wie gewohnt vom Österreichischen Bäderverband, wobei GF Kurt J. Bruk die Leitung übernahm. Auf dem Programm standen am Vortag des Bäder-Kongresses in Salzburg diesmal drei Bäder. Die interessierte Sightseeing-Truppe bestand aus rund 30 Personen, darunter drei Führungskräften des Finnischen Bäderverbandes, die extra für diese Tour aus dem hohen Norden angereist waren.

Zunächst wurde die Therme Geinberg besichtigt. Das zur VAMED-Gruppe gehörende Thermalbad wurde vor einem guten Dutzend Jahren quasi auf der „grünen Wiese“ errichtet. Trotz der exponierten Lage im niederösterreichischen Grenzgebiet konnte das Bad schon vom zweiten Betriebsjahr an schwarze Zahlen schreiben. Bis heute kommt die „Therme Geinberg“ ohne Subventionen aus. Erstaunlich ist außerdem, daß von Beginn an sämtliche Bestanderhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen bei laufendem Betrieb ausge-führt wurden. Seit Mai 1998 hat die Therme ihre Pforten ausnahmslos täglich für die Badegäste geöffnet, an 365 bzw. 366 Tagen im Jahr.

Zum ungewöhnlichen Erfolg der „Therme Geinberg“ trägt sicherlich auch bei, daß ein Wellness-Hotel mit gehobener Ausstattung direkt an das Thermalbad angeschlossen ist, mittels unterirdischem Gang verbun-den. Dieses Hotel ist in der Regel zu mehr als 80 % ausgelastet. Etwa 80.000 Nächtigungen konnte alleine dieses Hotel im vergangenen Jahr verbuchen, wobei natürlich die meisten Gäste zusätzlich das Thermalbad bzw. die Saunalandschaft nutzten. So kommt die Therme inklusive etwa 270.000 externen Tagesbesucher auf fast 400.000 Jahresgäste. Davon profitiert natürlich auch der kleine Bauernort Geindorf nebst Umfeld. Seit der Eröffnung der Therme hat die Region einen ungeahnten Aufschwung erlebt.

Weiter ging es zum nur 20 Minuten entfernten Städtchen Braunau, direkt an der deutschen Grenze gele-gen. Hier wird momentan das kommunale Freizeit-Zentrum saniert und erweitert. Dabei sind der Kleinstadt allerdings enge Grenzen gesetzt, denn nur 9,5 Mio. Euro stehen zur Verfügung. Darum mußten auch einige Streichungen von der ursprünglichen Wunschliste vorgenommen werden. So sind unter anderem die Riesenrutschen den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. Damit hat man auf ein mögliches Alleinstellungs-Merkmal verzichtet, da es im weiten Umkreis kein familiengerechtes Freizeitbad gibt.

Das Freibad wurde bereits renoviert und mit Edelstahlbecken sowie einem Erlebnisbereich mit offener Großrutsche sowie Breit-Wellenrutsche ausgestattet. So kann man zumindest im Sommer ein attraktives Familien-Angebot bieten. Das Hallenbad wird relativ spartanisch ausgestattet. Ein 25-Meter-Sportbecken, ein Lehrbecken und ein Planschbecken müssen genügen. Die Eintrittspreise sollen wie bisher sehr günstig bleiben. Es ist von drei Euro für die Erwachsenen-Karte sowie nur einem Euro für Kinder die Rede. Wei-terhin wird eine zweizügige Saunalandschaft im Angebot sein. In der Regel werden sich hier die Damen und Herren in ähnlich gestalteten, aber getrennten Schwitzbereichen aufhalten. Die Eröffnung ist momen-tan für den Herbst 2010 geplant.

Nach einem schmackhaften, regionaltypischen Mittagsmahl ging es weiter über die Inn ins bayerische Bä-derdreieck. Hier findet man mit Bad Füssing den wohl bestfrequentierten deutschen Kurort. Auch dieser Ort entstand wie Geinberg sozusagen im Niemandsland aufgrund einer Tiefbohrung. Das bereits im Jahre 1938 gefundene Thermalwasser wird seit den 1950er Jahren kommerziell für Heilzwecke genutzt. Nach-dem die 1954 eröffnete „Therme Eins“ sich schnell als zu klein für den rasant ansteigenden Strom der Kurgäste erwies, folgten zu Beginn der 1960er Jahre mit der ebenfalls kommunalen „Therme Zwei“ („Europa-Therme“) und der privaten „Therme Drei“ („Johannesbad“) gleich zwei weitere Riesenbäder. Zusammen weisen die drei Thermen heute über 10.000 m² Wasserfläche auf. Das ist mehr, als die 7000-Seelen-Gemeinde Einwohner aufweist und auf jeden Fall Deutscher Rekord. Hinzu kommen noch mehrere Dutzend Hotels, Pensionen und unzählige Privat-Unterkünfte. Die Gemeinde lebt komplett vom Kur-Tourismus - und das auf hohem Niveau. Es wird von mehr als drei Millionen Übernachtungen pro Jahr in dem kleinen Kurort berichtet. Die meisten Großstädte träumen von solchen Zahlen.

Besichtigt wurde das „Europabad“, das zwischen „Therme 1“ und „Johannesbad“ in der Ortsmitte gelegen ist. Das Thermalbad wurde Anfang der 1960er Jahre eröffnet. Rund 3.000 m² Thermal-Wasserfläche stehen dem Publikum, das überwiegend aus Kurgästen besteht, hier zur Verfügung. Dabei befindet sich der Großteil der Becken im Freibereich - wobei allerdings eine ganzjährige Nutzung möglich ist. Dadurch, daß das Bad schon fast 50 Jahre auf dem Buckel und mehrere Um- und Anbauten hinter sich hat, wirkt es natürlich nicht so homogen und modern wie die Therme in Geinberg. Dennoch wird dieses Bad, wohl auch aufgrund der vergleichsweise niedrigen Tarife, von rund einer Million Badegäste jährlich aufgesucht.

Eine Zahl, die zwar aufhorchen läßt, jedoch über die immer größer werdenden Probleme nicht hinwegtäu-schen kann. Eine grundlegende Sanierung wäre hier fällig, denn vieles wirkt zwischenzeitlich doch veraltet und die Funktionalität ist nicht mehr überall gegeben. So steht beispielsweise ein Teil der Kur-Abteilung seit längerem leer und eine Nachnutzung erscheint nicht sinnvoll. Ähnlich sieht es in der Saunalandschaft aus. Sie ist viel zu klein und auch nicht attraktiv. Darum besuchen nur rund fünf Prozent der Thermengäste auch das Saunaland. Zum Vergleich: in der modernen, vielleicht 100 km entfernten „Therme Erding“ liegt der Saunagäste-Anteil bei rund 35 Prozent. Und das, obgleich die „Therme Erding“ fast dreimal so hohe Eintrittspreise wie die „Europatherme“ aufruft.

Die Rundfahrt endete am frühen Abend mit der Rückkehr nach Geinberg. Die Teilnehmer waren zufrieden und man freut sich schon auf die Fahrt im kommenden Jahr.
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