… DE-86825 Bad Wörishofen …

Wann immer ich reif für eine kleine Auszeit bin, fahre ich ins Allgäu. Sehr gerne nach Bad Wörishofen, wo ich mich mittlerweile wenn möglich im Hotel Angerhof einbuche. Das Hotel liegt sehr günstig, nicht weit zu Bahnhof, Therme und Kurpark entfernt.

Bad Wörishofen findet man im Bundesland Bayern und ist ca. 10 km von Mindelheim, 50 km von Augsburg und 80 km von München entfernt. Mit der Bahn erreicht man den Ort umsteigefrei von Augsburg aus in einer Stunde, von München aus in etwas über einer Stunde mit Umsteigen in Buchloe. Der Bahnhof von Bad Wörishofen besitzt nur ei-nen Bahnsteig und ist Endpunkt der Kursbuchstrecke 987. Das heißt, die Fahrt endet am Prellbock. Taxifahrer und Hoteliers können ihre Gäste dabei bis auf den Bahnsteig fahren, ich glaube das ist deutschlandweit einmalig.

Bad Wörishofen ist dem Unterallgäu zuzuordnen und liegt an der schwäbischen Bäderstraße. Nicht weit von Bad Wö-rishofen ist ein Freizeitpark, der Allgäu Skyline Park. Die Busse der Kurlinie fahren dort sogar hin (kostenlos mit Kurkarte). Bad Wörishofen liegt auf einer Höhe von 631 m über dem Meer. Im Jahr 1855 kam der Geistliche Sebastian Kneipp (1821 – 1897) hier an. Er war nicht nur Seelsorger, er entwickelte auch sein ganzheitliches Konzept einer gesunden Lebensführung unter besonderer Berücksichtigung der Heilkraft von kaltem (!) Wasser und Kräutern. Seit 1920 ist Bad Wörishofen einer der bekanntesten Kurorte der Welt.

Die Fußgängerzone erstreckt sich vom Kurhaus bis zum Kurpark, hier finden sich Drogeriemärkte (Rossmann, Schle-cker), ein City Diskont Lebensmittelmarkt und mehrere Mode- und Fachgeschäfte. In der Mitte der Kneippstraße fließt der Wörthbach und es sind Blumen gepflanzt. Nahe der Fußgängerzone liegen unter anderem der Pfarrhof, wo Sebastian Kneipp ab 1881 wohnte. Im Garten befand sich die Waschküche, in der Kneipp seine Güsse mit der Gieß-kanne verabreichte. Einige Meter weiter befindet sich das Dominikanerinnen-Kloster wo sich auch das Sebastian-Kneipp-Museum befindet.

Im Herzen der Innenstadt befinden sich auch das Kneippianum und das Sebastianeum, von Kneipp gegründete Kur-Kliniken. Im Kurhaus findet man auch ein Kurtheater, einen Videoraum (laufend Filmvorführungen) und einen Win-tergarten. Zwei Internetplätze stehen zur Verfügung, sind mit 7 Cent die Minute aber teuer.

Bad Wörishofen hat einen sehr schönen großen Kurpark mit Duft- und Aromagarten, Ziervogelvolieren, Rosengarten, Kunst am Weg, Weiher mit Fontänen, Kneipp-Anlage, Aktiv-Stationen und Gradieranlage. Vom Kurpark aus führt auch ein Wanderweg zum Bodendenkmal „Versunkenes Schloß“ und weiter zum 10 km langen Kneipp-Waldweg. Dieser befindet sich teils direkt im Wald, teils am Waldrand. Auf Tafeln erfährt man Infos zu Pilzen, zu Lebensmitteln, zu Bäumen und noch mehr. Es gibt auch einzelne Aktiv-Stationen wie einen Barfußpfad. Des Weiteren gibt es ein Insektenhotel, das 2006 als kreativer Beitrag zum Naturschutz eröffnet wurde.

Ich finde den Kneipp-Waldweg nicht gerade übersichtlich, da mehrere Wege möglich sind. Immer wieder laden Sitz-bänke zum Verweilen ein, diese haben auch eine Nummer. Wer Hilfe benötigt, soll den Notruf wählen und die Bank-Nummer angeben. Ich finde dies eine praktische Sache, allerdings muss derjenige der Hilfe benötigt auch ein Handy griffbereit haben. Mit dem Thermenbus erreicht man den Kneipp-Waldweg stündlich über die Haltestelle „Cafe Schwermer“, dort befindet sich auch ein großer Parkplatz. Die Kurlinie nach Hartenthal fährt diese Haltestelle ebenso an. Eine weitere Haltestelle befindet sich am Waldsee, hier halten die Busse der Kurlinie nach Hartenthal und Schlingen.

Bad Wörishofen hat als Kurstadt eine strenge Ruhe-Regelung: In den Hotels wird man gebeten von 13 – 15 Uhr sich leise zu verhalten und ab 22 Uhr die Nachtruhe einzuhalten. In der Nacht gilt auf gewissen Strecken sogar ein Nacht-fahrverbot. Es gibt hier viele Hotels und Ferienwohnungen, die Hotels „Angerhof“ und „Fontenay“ haben einen eigenen Thermalpool. Preislich gesehen sind die natürlich etwas teurer als die anderen wobei ich 69 EUR die Nacht für ein Einzelzimmer im Hotel Angerhof immer noch preiswert finde – incl. Frühstück, Internetzugang, Sportprogramm, Thermalpool, Schwimmerbecken und großer Saunawelt.

Kurpark Wörishofen
Mit Kurparks ist das ja so eine Sache, sie sind ja meist ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. In Bad Wörishofen ist das anders, zumindest zu dieser Jahreszeit. Da kann man so viel sehen, da können locker drei Stunden vergehen. Sonst bin ich meist binnen einer Stunde durch einen Kurpark durch.

Der Kurpark befindet sich in etwa zwischen der Fußgängerzone und der Schöneschacher Straße beim Steigenberger Hotel und ist am besten zu Fuß zu erreichen. Vom Bahnhof Bad Wörishofen aus zum Beispiel in zehn Minuten, von der Bushaltestelle am Kurhaus in fünf Minuten. Er ist sehr weitläufig und auch sehr abwechslungsreich.

Über die Fußgängerzone erreichen wir über einen leicht steilen Weg die Gradieranlage, wo der Kurpark beginnt. Sie wurde im Jahr 2008 eröffnet. Die jodfreie Natursole (26,7%ig) läuft dabei in einer Konzentration von 5 bis 20% über Reisigbündel aus Schlehdorn. Das Einatmen der salzhaltigen Luft wirkt nicht nur schleimlindernd und reizmildernd, sondern auch entzündungshemmend sowie vorbeugend und heilend bei chronischer Bronchitis und Nebenhöhlenent-zündungen. Auch kann sie müde Leute wieder munter machen.

Nach einigen Minuten bewusstem Einatmen, wahlweise im Stehen oder Sitzen, geht es weiter. Eine nicht gerade wenig befahrene Straße ist zu queren, dann kommt man zu einigen Aktiv-Stationen. Wer will kann sich hier sportlich betätigen oder auf Kneipps Spuren wandeln. Wie wäre es mit einem Armbad oder einem Kneipp-Tretbecken? Wenige Meter weiter befindet sich ein kleiner Weiher, in dem eine kleine Fontäne zu verschiedenen Seiten spritzt. Ein ge-schnitzter Schwan am Weiherrand ist da ein nettes Detail.

Vorbei am Tennis-Clubgelände geht es zu weiteren Holzskulpturen. Der Stuhl ist als solches deutlich erkennbar, die Gießkanne nur nach der Erklärung was das darstellen soll. Das Oachkatzl (Eichhörnchen) ist zwar etwas zu groß ge-raten, aber in Lebensgröße würde man es sicher übersehen. Weiter geht es durch den Kurpark, an dessen Ende eine Hainbuchen-Sitzgruppe zur Pause wartet. Es gibt dort auch einen Steg ins Feuchtbiotop, den ich erst nach dreimaligem Betreten als solchen erkennt habe. Eine Augenweide sieht man hier nicht wirklich, der Steg dürfte die uninteressanteste Attraktion des Kurparks sein.

Zurück zur Gradieranlage geht es nun auf der anderen Seite des Kurparks, unter anderem an einem Kunstweg vorbei. Eines davon zeigt eine Mann und eine Frau wie sie sich gerade umarmen. Kurze Zeit später bin ich beim Rosengarten, wo sich der Besucher an rund 6.000 Rosenstöcken in 575 Rosensorten und –arten von 120 Züchtern erfreuen kann. Eine Vielzahl von Frühlingsblühern, Stauden, Sträuchern und Gehölzen begleiten die Rosenpracht. In diesem Teil des Parks summt es durch Insekten verstärkt.

Weiter geht es zu den Ziervogelvolieren, die nicht für die älteren sondern vor allem auch für die kleineren Kurparkbe-sucher was sind. Enten, Hühner und Vögel sind in den Volieren zu bewundern, teils ist ganz schön was los. Da wird geflattert was das Zeug hält oder sich auf einem Ast eine Ruhepause gegönnt. Der weitere Weg führt am Jakobsweiher entlang, wo eine wunderschöne große Fontäne zu verschiedenen Seiten spritzt. Hier schwimmen auch Enten, die man doch bitte nicht füttern soll – auf einer Tafel wird auch erklärt, warum. Am Heilkräutergarten vorbei geht es nun zum Duft- und Aroma-Garten, wo sich nebenan auch eine Tau-Tretwiese (im Winter ein Schneetretenfeld) befindet.

Hier befinden sich unter anderem Wildrosengebüsch, Blumenesche, Salbeihügel, eine Stinker-Gruppe, Pfefferminz-wiese, Duftschneeballgruppe, Düfte der Nacht, eine Zaubernuss-Gruppe und ein Kuchenbaum. Dieser sieht leider alles andere als lecker aus, ich verzichte aufs Probieren. Ich habe hier vor allem die Schokominze sehr stark gerochen, an manchen anderen Stellen entweder nichts oder nicht viel. Sehr interessant fand ich die Galerie für Blinde und Sehbe-hinderte. Die liegt etwas versteckt und ist als solche auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennbar, so dass ich zweimal achtlos daran vorbeigelaufen bin. Erst bei der gezielten Suche, irgendwo muss die doch sein, fiel mir an den Er-klärungstafeln die zusätzliche Braille-Schrift auf, die zum Ertasten des Blumen-Namens dient. Ich finde dies eine gute Idee, meine Kurtaxe ist in Bad Wörishofen wirklich gut aufgehoben.

Im Kurpark gibt es viele Bänke, die immer wieder zum Ausruhen einladen. Es mangelt dort leider an öffentlichen Toiletten, diese befinden sich nur nahe der Gradieranlage an einem Parkplatz und in der Mitte im Tennis-Clubgelände, hier nur zu deren Öffnungszeiten.

Noch ein wenig Hintergrundinfos gefällig? 1894 wurde der Kurpark noch zu Lebzeiten Sebastian Kneipps auf den Lehmfeldern einer ehemaligen Ziegelei angelegt. 1967 ersetzte der Jakobsweiher den bis dato im Kurpark heimischen Sportplatz. 1997 wurde anlässlich des 100. Todestages von Sebastian Kneipp eine Rose nach seinem Namen benannt. Gleichzeitig wurde der Duft- und Aromagarten eröffnet. 1999 entstanden die drei Heilkräutergärten, 2001 die Ziervo-gelvolieren. 2003 wurde der Park in südwestliche Richtung erweitert, also Richtung Steigenberger Hotel. 2008 erfolgte der Bau der Gradieranlage und der Osteo-Walkstation.

FAZIT
Ich finde den Kurpark von Bad Wörishofen abwechslungsreich und interessant gestaltet. Er sieht gepflegt aus, da zahlt man doch gerne Kurtaxe. Ich komme seit dem Herbst 2009 gerne nach Bad Wörishofen, wenn ich mal wieder eine kleine Auszeit nötig habe. Man kann hier viel spazieren gehen, die Südsee-Therme hat für mich auch einen gewissen Reiz (bevorzugt abends). Man findet hier zwar überwiegend Senioren, aber auch jede andere Altersgruppe. Ich komme wieder nach Bad Wörishofen, spätestens im Herbst.

© by Andreas Loy, 17. und 25. Juni 2010
Wann immer ich reif für eine kleine Auszeit bin, fahre ich ins Allgäu. Sehr gerne nach Bad Wörishofen, wo ich mich mittlerweile wenn möglich im Hotel Angerhof einbuche. Das Hotel liegt sehr günstig, nicht weit zu Bahnhof, Therme und Kurpark entfernt.

Bad Wörishofen findet man im Bundesland Bayern und ist ca. 10 km von Mindelheim, 50 km von Augsburg und 80 km von München entfernt. Mit der Bahn erreicht man den Ort umsteigefrei von Augsburg aus in einer Stunde, von München aus in etwas über einer Stunde mit Umsteigen in Buchloe. Der Bahnhof von Bad Wörishofen besitzt nur ei-nen Bahnsteig und ist Endpunkt der Kursbuchstrecke 987. Das heißt, die Fahrt endet am Prellbock. Taxifahrer und Hoteliers können ihre Gäste dabei bis auf den Bahnsteig fahren, ich glaube das ist deutschlandweit einmalig.

Bad Wörishofen ist dem Unterallgäu zuzuordnen und liegt an der schwäbischen Bäderstraße. Nicht weit von Bad Wö-rishofen ist ein Freizeitpark, der Allgäu Skyline Park. Die Busse der Kurlinie fahren dort sogar hin (kostenlos mit Kurkarte). Bad Wörishofen liegt auf einer Höhe von 631 m über dem Meer. Im Jahr 1855 kam der Geistliche Sebastian Kneipp (1821 – 1897) hier an. Er war nicht nur Seelsorger, er entwickelte auch sein ganzheitliches Konzept einer gesunden Lebensführung unter besonderer Berücksichtigung der Heilkraft von kaltem (!) Wasser und Kräutern. Seit 1920 ist Bad Wörishofen einer der bekanntesten Kurorte der Welt.

Die Fußgängerzone erstreckt sich vom Kurhaus bis zum Kurpark, hier finden sich Drogeriemärkte (Rossmann, Schle-cker), ein City Diskont Lebensmittelmarkt und mehrere Mode- und Fachgeschäfte. In der Mitte der Kneippstraße fließt der Wörthbach und es sind Blumen gepflanzt. Nahe der Fußgängerzone liegen unter anderem der Pfarrhof, wo Sebastian Kneipp ab 1881 wohnte. Im Garten befand sich die Waschküche, in der Kneipp seine Güsse mit der Gieß-kanne verabreichte. Einige Meter weiter befindet sich das Dominikanerinnen-Kloster wo sich auch das Sebastian-Kneipp-Museum befindet.

Im Herzen der Innenstadt befinden sich auch das Kneippianum und das Sebastianeum, von Kneipp gegründete Kur-Kliniken. Im Kurhaus findet man auch ein Kurtheater, einen Videoraum (laufend Filmvorführungen) und einen Win-tergarten. Zwei Internetplätze stehen zur Verfügung, sind mit 7 Cent die Minute aber teuer.

Bad Wörishofen hat einen sehr schönen großen Kurpark mit Duft- und Aromagarten, Ziervogelvolieren, Rosengarten, Kunst am Weg, Weiher mit Fontänen, Kneipp-Anlage, Aktiv-Stationen und Gradieranlage. Vom Kurpark aus führt auch ein Wanderweg zum Bodendenkmal „Versunkenes Schloß“ und weiter zum 10 km langen Kneipp-Waldweg. Dieser befindet sich teils direkt im Wald, teils am Waldrand. Auf Tafeln erfährt man Infos zu Pilzen, zu Lebensmitteln, zu Bäumen und noch mehr. Es gibt auch einzelne Aktiv-Stationen wie einen Barfußpfad. Des Weiteren gibt es ein Insektenhotel, das 2006 als kreativer Beitrag zum Naturschutz eröffnet wurde.

Ich finde den Kneipp-Waldweg nicht gerade übersichtlich, da mehrere Wege möglich sind. Immer wieder laden Sitz-bänke zum Verweilen ein, diese haben auch eine Nummer. Wer Hilfe benötigt, soll den Notruf wählen und die Bank-Nummer angeben. Ich finde dies eine praktische Sache, allerdings muss derjenige der Hilfe benötigt auch ein Handy griffbereit haben. Mit dem Thermenbus erreicht man den Kneipp-Waldweg stündlich über die Haltestelle „Cafe Schwermer“, dort befindet sich auch ein großer Parkplatz. Die Kurlinie nach Hartenthal fährt diese Haltestelle ebenso an. Eine weitere Haltestelle befindet sich am Waldsee, hier halten die Busse der Kurlinie nach Hartenthal und Schlingen.

Bad Wörishofen hat als Kurstadt eine strenge Ruhe-Regelung: In den Hotels wird man gebeten von 13 – 15 Uhr sich leise zu verhalten und ab 22 Uhr die Nachtruhe einzuhalten. In der Nacht gilt auf gewissen Strecken sogar ein Nacht-fahrverbot. Es gibt hier viele Hotels und Ferienwohnungen, die Hotels „Angerhof“ und „Fontenay“ haben einen eigenen Thermalpool. Preislich gesehen sind die natürlich etwas teurer als die anderen wobei ich 69 EUR die Nacht für ein Einzelzimmer im Hotel Angerhof immer noch preiswert finde – incl. Frühstück, Internetzugang, Sportprogramm, Thermalpool, Schwimmerbecken und großer Saunawelt.

Kurpark Wörishofen
Mit Kurparks ist das ja so eine Sache, sie sind ja meist ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. In Bad Wörishofen ist das anders, zumindest zu dieser Jahreszeit. Da kann man so viel sehen, da können locker drei Stunden vergehen. Sonst bin ich meist binnen einer Stunde durch einen Kurpark durch.

Der Kurpark befindet sich in etwa zwischen der Fußgängerzone und der Schöneschacher Straße beim Steigenberger Hotel und ist am besten zu Fuß zu erreichen. Vom Bahnhof Bad Wörishofen aus zum Beispiel in zehn Minuten, von der Bushaltestelle am Kurhaus in fünf Minuten. Er ist sehr weitläufig und auch sehr abwechslungsreich.

Über die Fußgängerzone erreichen wir über einen leicht steilen Weg die Gradieranlage, wo der Kurpark beginnt. Sie wurde im Jahr 2008 eröffnet. Die jodfreie Natursole (26,7%ig) läuft dabei in einer Konzentration von 5 bis 20% über Reisigbündel aus Schlehdorn. Das Einatmen der salzhaltigen Luft wirkt nicht nur schleimlindernd und reizmildernd, sondern auch entzündungshemmend sowie vorbeugend und heilend bei chronischer Bronchitis und Nebenhöhlenent-zündungen. Auch kann sie müde Leute wieder munter machen.

Nach einigen Minuten bewusstem Einatmen, wahlweise im Stehen oder Sitzen, geht es weiter. Eine nicht gerade wenig befahrene Straße ist zu queren, dann kommt man zu einigen Aktiv-Stationen. Wer will kann sich hier sportlich betätigen oder auf Kneipps Spuren wandeln. Wie wäre es mit einem Armbad oder einem Kneipp-Tretbecken? Wenige Meter weiter befindet sich ein kleiner Weiher, in dem eine kleine Fontäne zu verschiedenen Seiten spritzt. Ein ge-schnitzter Schwan am Weiherrand ist da ein nettes Detail.

Vorbei am Tennis-Clubgelände geht es zu weiteren Holzskulpturen. Der Stuhl ist als solches deutlich erkennbar, die Gießkanne nur nach der Erklärung was das darstellen soll. Das Oachkatzl (Eichhörnchen) ist zwar etwas zu groß ge-raten, aber in Lebensgröße würde man es sicher übersehen. Weiter geht es durch den Kurpark, an dessen Ende eine Hainbuchen-Sitzgruppe zur Pause wartet. Es gibt dort auch einen Steg ins Feuchtbiotop, den ich erst nach dreimaligem Betreten als solchen erkennt habe. Eine Augenweide sieht man hier nicht wirklich, der Steg dürfte die uninteressanteste Attraktion des Kurparks sein.

Zurück zur Gradieranlage geht es nun auf der anderen Seite des Kurparks, unter anderem an einem Kunstweg vorbei. Eines davon zeigt eine Mann und eine Frau wie sie sich gerade umarmen. Kurze Zeit später bin ich beim Rosengarten, wo sich der Besucher an rund 6.000 Rosenstöcken in 575 Rosensorten und –arten von 120 Züchtern erfreuen kann. Eine Vielzahl von Frühlingsblühern, Stauden, Sträuchern und Gehölzen begleiten die Rosenpracht. In diesem Teil des Parks summt es durch Insekten verstärkt.

Weiter geht es zu den Ziervogelvolieren, die nicht für die älteren sondern vor allem auch für die kleineren Kurparkbe-sucher was sind. Enten, Hühner und Vögel sind in den Volieren zu bewundern, teils ist ganz schön was los. Da wird geflattert was das Zeug hält oder sich auf einem Ast eine Ruhepause gegönnt. Der weitere Weg führt am Jakobsweiher entlang, wo eine wunderschöne große Fontäne zu verschiedenen Seiten spritzt. Hier schwimmen auch Enten, die man doch bitte nicht füttern soll – auf einer Tafel wird auch erklärt, warum. Am Heilkräutergarten vorbei geht es nun zum Duft- und Aroma-Garten, wo sich nebenan auch eine Tau-Tretwiese (im Winter ein Schneetretenfeld) befindet.

Hier befinden sich unter anderem Wildrosengebüsch, Blumenesche, Salbeihügel, eine Stinker-Gruppe, Pfefferminz-wiese, Duftschneeballgruppe, Düfte der Nacht, eine Zaubernuss-Gruppe und ein Kuchenbaum. Dieser sieht leider alles andere als lecker aus, ich verzichte aufs Probieren. Ich habe hier vor allem die Schokominze sehr stark gerochen, an manchen anderen Stellen entweder nichts oder nicht viel. Sehr interessant fand ich die Galerie für Blinde und Sehbe-hinderte. Die liegt etwas versteckt und ist als solche auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennbar, so dass ich zweimal achtlos daran vorbeigelaufen bin. Erst bei der gezielten Suche, irgendwo muss die doch sein, fiel mir an den Er-klärungstafeln die zusätzliche Braille-Schrift auf, die zum Ertasten des Blumen-Namens dient. Ich finde dies eine gute Idee, meine Kurtaxe ist in Bad Wörishofen wirklich gut aufgehoben.

Im Kurpark gibt es viele Bänke, die immer wieder zum Ausruhen einladen. Es mangelt dort leider an öffentlichen Toiletten, diese befinden sich nur nahe der Gradieranlage an einem Parkplatz und in der Mitte im Tennis-Clubgelände, hier nur zu deren Öffnungszeiten.

Noch ein wenig Hintergrundinfos gefällig? 1894 wurde der Kurpark noch zu Lebzeiten Sebastian Kneipps auf den Lehmfeldern einer ehemaligen Ziegelei angelegt. 1967 ersetzte der Jakobsweiher den bis dato im Kurpark heimischen Sportplatz. 1997 wurde anlässlich des 100. Todestages von Sebastian Kneipp eine Rose nach seinem Namen benannt. Gleichzeitig wurde der Duft- und Aromagarten eröffnet. 1999 entstanden die drei Heilkräutergärten, 2001 die Ziervo-gelvolieren. 2003 wurde der Park in südwestliche Richtung erweitert, also Richtung Steigenberger Hotel. 2008 erfolgte der Bau der Gradieranlage und der Osteo-Walkstation.

FAZIT: Ich finde den Kurpark von Bad Wörishofen abwechslungsreich und interessant gestaltet. Er sieht gepflegt aus, da zahlt man doch gerne Kurtaxe. Ich komme seit dem Herbst 2009 gerne nach Bad Wörishofen, wenn ich mal wieder eine kleine Auszeit nötig habe. Man kann hier viel spazieren gehen, die Südsee-Therme hat für mich auch einen gewissen Reiz (bevorzugt abends). Man findet hier zwar überwiegend Senioren, aber auch jede andere Altersgruppe. Ich komme wieder nach Bad Wörishofen, spätestens im Herbst.

© by Andreas Loy, 17. und 25. Juni 2010
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