DE-64732: Odenwald-Therme Bad König


Bad König ist ein kleiner Kurort im Norden des Odenwalds. Die Sehenswürdigkeiten befinden sich hauptsächlich rund um den Schlossplatz mit dem Alten und Neuen Schloss, Barock-Kirche (1751) mit Wehrkirchturm (1479), Rentmeisterei, Lustgarten und Heimatmuseum. Ein weiteres Highlight ist die „Odenwald-Therme“, die vor rund zehn Jahren eröffnet wurde. Zwei heilkräftige Quellen - eine eisen- und manganhaltige Stahlquelle und eine Thermalquelle - liefern die Grundlagen für einen gesunden Kur-Aufenthalt.

Die Anfahrt von Weinheim aus gestaltete sich gegen 17 Uhr wegen des Feierabend-Verkehrs etwas langwierig. Für die etwa 50 km Strecke benötigte ich weit über eine Stunde. Allerdings muss man sagen, dass die Rückfahrt Richtung Darmstadt wesentlich flotter ging. Das ist ungefähr die gleiche Entfernung und dank gut ausgebauter Straßen schaffte ich diese Strecke in weniger als 30 Minuten. Die Anfahrt ist also am ehesten aus Darmstadt zu empfehlen.

Parkplätze sind in der Ortsmitte begehrt und daher tagsüber fast alle kostenpflichtig. Es gibt aber in der Regel ausreichend Park-Möglichkeiten in der Nähe der Therme und die Parkgebühren werden bis auf 50 Cent an der Bad-Kasse erstattet. Der Empfang befindet sich neben dem Restaurant für externe Gäste. Die Kassendame war freundlich und erklärte mir das Zahlungs-System. Beim Eintritt erhält man einen Transponder-Chip, der zum Passieren der Drehkreuze, zum Abschließen des Schranks und zum bargeldlosen Zahlen dient.

Die Umkleiden befinden sich für Bade- und Saunagäste im Erdgeschoß, die Schrankwahl ist frei. Über 500 Schränke sowie einige Einzel-Umkleiden stehen zur Verfügung, so dass es keine Platzprobleme gibt. Schlüsselpfand benötigt man nicht. Jeweils neun Vorreinigungs-Duschen sowie mehrere Toiletten, getrennt nach Geschlechtern, sind dem Thermalbad vorgeschaltet. Dann kommt man durch ein Atrium mit Bepflanzung und schließlich zu den Thermalbecken.

Ein Bewegungsbecken mit 32 °C wird für allerlei Kurse genutzt. In der gleichen Halle befinden sich auch eine runde Baby-Suhle, zwei Solarien, eine Infrarot-Wärmekabine sowie ein Hot-Whirlpool. Mollige 36 ° laden in dem achteckigen Becken zur ausgiebigen Entspannung für bis zu zehn Personen ein, wobei auf Knopfdruck Massagedüsen und Sprudler zugeschaltet werden können. Kneipp-Freunde erfrischen sich anschließend in einem eigenen Duschraum.

Sehr abwechslungsreich gestaltet ist das Erlebnisbecken. Man kann hier Strömungskreisel, Strömungskanal, Nackendu-sche und Massagedüsen genießen. Durch zwei Schleusen gelangt man ins Außenbecken, das mit Sprudelliegen und Massagedüsen weitere Attraktionen bietet. Das Außenbecken ist abends unaufdringlich beleuchtet, so dass man in klaren Nächten den Sternenhimmel genießen kann. Auch verliebte Pärchen nutzen das Becken mit seiner versteckten Bucht gerne. Zwei Kameras überwachen das Becken von oben.

Ebenfalls von oben beobachten kann man das Geschehen im Bad von der großen Galerie aus. Dort befinden sich rund 35 Liegestühle für die Entspannung, zusätzlich können noch rund 50 Liegen rund um die Becken genutzt werden. Bei maximal 120 cm Wassertiefe sind die Becken auch für Nichtschwimmer unbedenklich zu nutzen. Die Aufsicht, die in der Halle zwischen den beiden großen Bassins postiert ist, bekommt also in der Regel nicht viel zu tun.

Über eine Wendeltreppe erreicht man die Saunalandschaft und die Massagepraxis im Obergeschoß. Zunächst passiert man einen stillen Ruheraum, dann gelangt man in den Innenbereich mit drei Dampfbädern und drei finnischen Saunas. Am größten ist das Sanarium, das nicht nur angenehme Temperaturen und eine Farbwechsel-Anlage bietet, sondern auch besonders breite Sitzbänke, die zum Liegen förmlich einladen. Ebenfalls sehr gemütlich, aber wesentlich kleiner, ist die Kräutersauna. Hier sorgt ein Kupferkessel-Verdampfer über dem gemauerten Ofen für höhere Luftfeuchte und Beduftung.

Die dritte Finnsauna ist mit drei Aquaviva-Medienobjekten ausgestattet und mit Platz für 45 Personen ebenfalls geräumig. Die Aufgüsse werden allerdings vorwiegend in der Blocksauna durchgeführt. Diese befindet sich auf der Terrasse im Außenbereich und kann bis zu 40 Gäste auf 4 Etagen beherbergen. Die jeweils zur vollen Stunde durchgeführten Aufgüsse wurden ganz ordentlich durchgeführt.

Zwei kleinere Dampfbäder dienen als Aroma-Räume. Sie sind mit moderaten 40 °C betrieben und bieten auf je zwei gekachelten Sitzbänken Platz für etwa 6 Personen. Gut doppelt so groß ist das dritte Dampfbad, das mit fast 50 °C Temperatur bei voll dampfgesättigter Luft eher den Vorstellungen der irisch-russischen Schwitzgemeinde entspricht. Zum Abkühlen stehen ein Schnecken-Tauchbecken, eine Duschgrotte mit Kübel und Schwallduschen sowie ein Eisschnee-Brunnen zur Verfügung. Weiterhin kann man im relativ großen, mit 28 ° angenehm temperierten Außenbecken planschen, wobei man durch einen Innen-Einstieg vor dem Wind geschützt ist. Für das Abdampfen nach dem Aufguß, das Schnappen frischer Luft sowie das Sonnen gibt es eine große Dachterrasse.

Zum Erhalt der gesunden Sommerbräune auch im Winter stehen insgesamt vier moderne Solarien zur Verfügung - jeweils zwei im Saunaland und zwei im Badebereich. Die Sonnenbänke wurden erst kürzlich erneuert. Die Buchung er-folgt mittels Chip.

Der kleine Hunger zieht mich ins Sauna-Restaurant, das über kleine Fenster auch einen Ausblick auf das Erlebnisbecken bietet. Zeitweise wird auch ein holzbefeuerter Kaminofen betrieben. Die Bedienung war sehr nett. Die Speisekarte bietet eine gute Auswahl an gesunden bis gutbürgerlichen Gerichten. Ich schwankte zwischen dem Hähnchenfilet mit Odenwälder Spätzle und einem Wok-Gericht, entschied mich dann aber aus Kaloriengründen für den Salatteller „Hühnerhof“ mit frisch gebratenen Hähnchenbrust-Streifen. Dazu nahm ich eine große Johannesbeerschorle, die perfekt hergestellt wurde und sehr schmackhaft war. Zusammen kam das auf rund 11 Euro.

Nach bereits zehn Minuten war das Essen fertig, also sehr flott. Es wurde an den Tisch gebracht und sah sehr lecker aus. Zum Salat gab es frisches, dunkles Brot. Die Hähnchen-Schnitten waren wirklich okay, auch der grüne Salat darunter. Dazu noch eine Menge frischer Sprossen und Körner. Rote Beete, Krautsalat und Karottenschnipsel sowie schwarze Oliven waren als Grundlage darunter zu finden. Bezahlt wird auch hier mittels Chip, wobei erst nach dem Essen gebucht wird. Das ist eine faire Sache.

Ich blieb die gebuchten drei Stunden, wobei ich auch noch eine Stunde länger hätte bleiben dürfen. Bei einem Verzehr ab 3,50 Euro erhält man nämlich eine Zeitgutschrift von 60 Minuten. Auch das ist eine gute Lösung, die sowohl dem Gast entgegenkommt als auch den Gastronomie-Umsatz ankurbelt. Bezahlt wird an einem Automaten beim Ausgang, wobei man aber auch persönlich bei der Kassendame zahlen kann. Insgesamt war mein Aufenthalt in der „Odenwald-Therme“ erholsam. Für die größtenteils älteren Kurgäste ist das Bad mit Sicherheit eine Empfehlung und auch architek-tonisch interessant. Mir persönlich fehlte noch ein wenig das Aufguß-Erlebnis.

Wegen der Treppen, die z. B. auf die Galerien und das Saunaland führen, ist der Besuch für gehbehinderte Menschen leider nur eingeschränkt zu empfehlen, ansonsten gibt es aber recht wenig auszusetzen und das Preis-Leistungs-Verhältnis geht in Ordnung. Hinweisen sollte man noch auf das interessante Angebot an Aktionen wie z. B. den „Familientag“ oder den „Mutter-Kind-Tag für große und kleine Könige“.

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© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 29. März 2011
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