ATU Autoservice Cuxhaven
...
== ATU - was nu? ==
Selbst beim zuverlässigsten aller Autos kommt es zu Verschleiß. Davon ist auch mein 20 Jahre altes Nissan Coupé 100 NX nicht ausgenommen. So wollte ich nun, bei Kilometerstand 380.000, die Verteilerkappe und den Läufer aus-tauschen lassen. Nicht, weil es unbedingt nötig gewesen wäre, doch ich hatte eine längere Reise vor und meinte, es wäre mal an der Zeit dafür. Schließlich ist noch das erste Teil drin. Keine große Sache, mache ich normalerweise selbst, aber man wird ja faul und es ist draußen unter Null °C, also in die Werkstatt. Vom Schrottplatz kann man solche Teile ja nicht nehmen, das geht nur neu. Die Werkstätten bei uns sind momentan alle ziemlich beschäftigt mit Reifenwechsel, Batteriewechsel und Winter-Blechschäden, also ab zu ATU.

== ATU-Werkstätten ==
Zwischenzeitlich ist ATU ja der Marktführer für Auto-Reparaturen und besitzt quasi in jeder Stadt eine Filiale. Bei uns beispielsweise in Bremerhaven, Bremervörde, Stade und Cuxhaven. Anrufen kann man aber leider in keiner Filiale, da die Telefon-Nummern das bestgehütete Geheimnis sind und man nur über einen umständlichen Zentralruf vielleicht mal weiterverbunden wird. Zudem bekommt man wirklich nie einen zuverlässigen Termin, man muss stets auf gut Glück kommen und warten. Da es Samstag war und die Filiale in Cuxhaven bis 16 Uhr aufhatte, fuhr ich also dorthin.

== ATU Cuxhaven ==
Die Werkstatt liegt an der Haupt-Einfalls-Straße, von der A27 aus in zwei Minuten erreichbar. Gleich nebenan befinden sich McDonalds, Lidl, Penny und Burger-King. Die Anfahrt ist also problemlos. Es gibt hier mindestens fünf Bühnen und natürlich den Shop, der immer das gleiche Sortiment wie alle ATU-Filialen führt. Wer ein ATU gesehen hat, kennt sie also alle.

== Bestellung ==
Viel Betrieb war nicht, aber die zwei Mitarbeiter an der Kasse waren in Gespräche vertieft, so dass ich erst mal eine halbe Stunde wartete. Schließlich fragte ich nach den Teilen, die leider nicht vorrätig waren. Heutzutage legt man ja nur auf Lager, was man täglich verbraucht, wie Auspuff-Endtöpfe oder Bremsbeläge deutscher Marken. Japaner? Das heißt bestellen. Preis: 30 €, Lieferung bis Dienstag. Also wollte ich einen Termin für Dienstag ausmachen. „Kommen Sie am besten vormittags oder kurz nach Mittag. Der Einbau dauert ja nur zehn Minuten, das machen wir so zwi-schendurch!“ lautete die Antwort. Okay, also nochmal Zeit nehmen und die zweimal 40 Kilometer fahren. Ach, übri-gens: „Es gibt zwei Ausführungen. Eine für das Vergaser-Modell mit fünf Steckern und die für den Einspritzer mit vier Kabeln. Denken Sie dran, es ist der Einspritzer. Aber das sehen Sie ja an der Schlüssel-Nummer“, erwähnte ich noch. „Keine Sorge, wir passen da schon auf“ war die Antwort.

== Mein Werkstatt-Termin ==
Am Dienstag kam ich gegen Mittag und gedachte, nach einer halben Stunde wieder nach Hause zu können, mit neuem Zündverteiler. Dachte ich. Aber erst mal eine halbe Stunde warten, bis ich einen der diesmal drei Kassenmitarbeiter sprechen konnte. „Sie kommen gerade ungünstig“, hieß es. „Wir haben nur zwei Leute in der Werkstatt, die übrigen haben sich heute krank gemeldet. Und jetzt ist Mittagspause. Das dauert jetzt bestimmt zwei Stunden.“ Zwei Stunden? Eigentlich wollte ich meinen Sohn von der Schule abholen. Aber nochmals zweimal 40 Kilometer umsonst fahren? Dann mußte er eben laufen. „Okay, dann machen wir einen festen Termin für 15 Uhr und ich gehe noch in die Stadt“ meinte ich. „Naja, so ganz genau wird es vielleicht nicht klappen, aber Sie kommen dann garantiert binnen zehn Minuten dran. Ich trage Sie mal ein“.

== Und warten... ==
Um 14.45 war ich wieder da, ziemlich durchgefroren, denn draußen waren ja fünf °C Minus. Ich meldete mich zurück, gab den Autoschlüssel ab und wartete. Um 15.30, ich hatte zwischenzeitlich das komplette Sortiment auswendig gelernt, fragte ich höflich nach, wann denn mein Auto dran käme. „Es sind noch zwei Kunden vor Ihnen. Danach kommen Sie gleich dran“ war die Antwort. Aha, soviel zum Termin 15 Uhr. Ich setzte mich und blätterte in den Zeit-schriften. Auto-Bild, zwei Ausgaben. Oktober 2012 und Juli 2012. Also voll aktuell. Die hatte ich schon vor ein paar Monaten in der Sauna gelesen, aber man schaut sich alte Anzeigen ja gerne nochmal an. Dann war es 16 Uhr und meine Geduld kam zum Ende.

== Der Austausch ==
Nach dem dritten Reklamieren - keiner der Kassen-Mitarbeiter fühlte sich angesprochen - ging ich dann in die Werkstatt zum Nachfragen. Dort versprach man mir, dass ich gleich drankäme. Zwischenzeitlich war es 16.15 Uhr und um 16.30 Uhr wurde der Wagen dann tatsächlich in die Werkstatt bewegt. Drei Schrauben ab, Läufer abziehen und neuen aufstecken, neue Kappe drauf, vier Kabel umstecken und fertig. So läuft es normal. Nicht aber heute, denn die dritte Schraube war festgerostet. Angeblich war auch schon mal dran gedreht worden, was ich aber nicht erkennen konnte. Für mich sah die Kreuzschlitz-Schraube, die der Mitarbeiter mit einem normalen Schraubenzieher drehen wollte, noch ganz gut aus, für ihn war sie rundgedreht. Aber okay. Der Fachmann weiß ja Rat. Denkt der Laie. Zwischenzeitlich versuchte sich auch der andere Mitarbeiter an der Schraube, ebenfalls vergeblich. Ich meinte ja, man sollte es mal mit Gefrierspray versuchen oder auch mit einem anderen Schraubendreher, doch die Schraube blieb zu. „Wir müssen die Verteilerkappe mit Gewalt abreißen und dann versuchen, die Schraube mit einer Zange aufzukriegen“ war der Vorschlag. Ich meinte dann, bevor man das mache, sollte man erst mal schauen, ob auch alles paßt. Nicht dass ich danach nicht mehr nach Hause käme. Und siehe da - es war die falsche Kappe, die für das Vergaser-Modell. Also alles umsonst.

== Und tschüss ==
Tja, da half alles nichts. Mit dem falschen Ersatzteil braucht man nicht weiterzumachen. Dabei hatte ich bei der Be-stellung extra erwähnt, dass man aufpassen muss. Und da die Schraube nun auch wirklich rund ist, werde ich einen komplett neuen Verteiler mit elektronischer Zündung brauchen. Das Teil kostet aber bestimmt 200 €, was mir zu teuer ist. Ich werde also auf den Schrottplatz fahren müssen und hoffen, dort einen intakten Verteiler eines Einspritzers zu finden. Oder im Internet suchen. Vielleicht zahle ich dann für das gebrauchte Teil 50 € und finde irgendwo eine Werkstatt, die das einbaut und mir dann auch noch die Zündung neu einstellt. Auch das kann ATU nicht, denn dafür haben sie angeblich nicht das richtige Werkzeug. Ich werde also zum Nissan-Händler müssen. Auf jeden Fall viel Arbeit wegen einer kleinen Schraube. Immerhin hat man mir kulanterweise für die Falsch-Bestellung nichts berechnet und ich fuhr dann wieder unverrichteter Dinge nach Hause, wo ich dann gegen 18 Uhr wieder eintraf. Super, einen ganzen Nachmittag für nichts vergeudet und dazu noch viermal 40 Kilometer gefahren. Macht allein über 20 € an Spritkosten. Und was habe ich daraus gelernt? Nie wieder zu ATU nach Cuxhaven...

© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 15. Januar 2013

...

Trotzdem weiterhin viel Spaß beim Autofahren! Wir freuen uns über Ihre Meinung: >>info@familand.de<<

© 1994 - 2013 ff. by familand Freizeitführer / wellSPAss Freizeit-Unternehmensberatung. Jegliche Art der Vervielfältigung bedarf der vorherigen, schriftlichen Erlaubnis der Geschäftsleitung von www.familand.de! KOPIEREN VERBOTEN! Sämtliche Urheberrechts-Verletzungen kommen zur Anzeige und werden juristisch verfolgt !!!

Google-Analytics