Besuchsbericht: Mittelalter-Fest Altenburg 2012

== Spektakelarmes Mittelalterfest ==

Die Skatstadt Altenburg liegt etwas abseits der Autobahnen, ist aber vielleicht gerade deshalb einen Besuch wert. Schön ist hier nicht nur die Altstadt mit dem großen Marktplatz, sondern auch das weitläufige Gelände des ehemaligen Residenz-Schlosses auf einem kleinen Berg. Hier fand Ende September 2012 ein Mittelalter-Spektakel statt. Ver-anstalter war die coex-GmbH. Ob es auch 2013 hier ein Fest geben wird, steht offenbar noch nicht fest, zumindest gibt es noch keinen Termin in der Vorschau des Veranstalters.

Die Anfahrt ist problemlos, das Parken allerdings nicht. Man muss einen längeren Fußweg einkalkulieren, da am Ge-lände keine Parkplätze vorhanden sind. Man geht also gemütlich den Kopfsteinpflaster-Weg zur Burg hoch und sieht dann durch den Torweg auch schon die Stände. Ob und wieviel Eintritt es kostet, vermag ich nicht zu sagen, denn es war zwar ein Stand zu sehen, der offenbar dafür vorgesehen war, doch da ich leider erst gegen 17 Uhr am Sonntag eintraf, war dieser nicht besetzt. Von daher war für mich der Eintritt kostenlos, wobei ich aber auch kein großes Spektakel mehr erwarten durfte.

Der Ort ist für ein Mittelalterfest wie geschaffen. Der Burghof ist weitläufig und komplett von mittelalterlichen Ge-bäuden umgeben, dazu gibt es eine leicht höhergelegene Terrasse, die für ein Heerlager gut dienen kann. Der Trubel hielt sich in Grenzen, vielleicht wegen der vorgeschrittenen Stunde. Schließlich ist um 18 Uhr offiziell Schluß, wobei in der Regel aber noch bis 20 Uhr Betrieb anzutreffen ist. Es gab etwa drei Dutzend Stände, die meisten davon Freßbuden und Trinkhallen. Wie üblich konnte man also Würstchen und Steaks verputzen, frischgebackenes Steinofenbrot oder Kräuterfladen probieren oder sich mit allerlei orientalischem Süßzeugs, Crepes und Waffeln vollstopfen. Natürlich gab es auch Kunsthandwerk, Schmied und Stände mit Gewandung. Interessant der große Badezuber, der aber leider um 17 Uhr schon vollständig entleert war. Schade, ich hätte gerne mal ein lustiges Bad genommen. Auch die Massage (ab 15 € / 20 Min.) war schon passée.

So sah ich mir die letzte Musik-Vorstellung auf der Bühne an, die gut vorgetragen wurde und auch die Fakire, die ich nicht so prickelnd fand. Dabei verspeiste ich einen großen Kartoffel-Pfannkuchen, der zwar an sich lecker war, aber durch eine weniger wohlschmeckende Kräutersauce doch stark verlor. Das eigentlich übliche Apfelmus hatte es nicht gegeben, schade. So mußte ich mir anschließend mit einem süßen Crepe einen besseren Geschmack in den Mund holen. Gerne hätte ich noch einen warmen Honig-Met geschlabbert, doch das vergaß ich dann irgendwie doch.

Das Heerlager war recht klein und farblos, lediglich der Messerstand mit sehr schönen Hirschfängern (Stückpreis 45 €) erweckte mein wirkliches Interesse. Aber eigentlich habe ich ja schon ein paar gute Messer und wann brauche ich schon mal wirklich eines? So verzichtete ich also mit Blick auf meine dünne Geldbörse auf den Kauf. Immerhin lernte ich, dass feststehende Klingen bis 12 cm Länge und einseitigem Schliff nicht unter das Waffengesetz fallen, sondern frei zu erwerben sind. Eine vorwitzige Polizei-Kontrolle letztens in Augsburg wollte mir nämlich weismachen, schon Klingen von 8 cm Länge seien waffenscheinpflichtig und hatte mir den Einzug meines schönen alten Bärenfängers und eine Anzeige wegen unerlaubten Waffenbesitzes angedroht. Alles heiße Luft, wie sich nun herausstellte, da die Klinge genau 11,5 cm lang ist.

Man konnte auch Bogenschießen und mit der Axt um sich werfen, gute Bögen fand ich allerdings nicht im Angebot. Da waren nur die Kindergeräte zu zehn € zu bekommen, die allesamt nicht viel taugen. Auch die Handwerksstände enttäuschten mich. Ich sah eigentlich fast nur Industrieware, die irgendwo in Asien hergestellt wird, um sie den dummen Europäern auf solchen Festen als handgefertigt teuer anzudrehen. Sorry, das ist wirklich nicht mein Ding und eigentlich sollten sich seriöse Mittelalterfeste von solchem Schund distanzieren. Aber der schnöde Mammon lockt eben und die einfältigen Touris kaufen munter.

Auch die Textilstände enttäuschten mich hier. Ebenfalls keine handgefertigte, individuelle Ware, sondern nur Billig-zeugs aus Fernost. Für mich fand ich nicht ein einziges Teil, das ich gerne angezogen hätte. Lediglich für die Damen gab es zwei ganz nette Stände, die u. a. schöne Korsagen im Angebot hatten. Leider sah ich aber auf dem Platz nur ganz wenige Besucher in Gewandung. Das hat sich hier wohl noch nicht herumgesprochen. Nur die Betreiber der Stände und das Heerlager-Personal waren ordentlich gewandet.

Von der Thematisierung „Die Zeit der Pest“ konnte ich nichts entdecken, vielleicht war das Spektakel aber auch schon vor meinem Besuch beendet. Die Feuershow hatte wohl am Abend des Vortages stattgefunden. So war für mich der Rundgang nach einer guten Stunde schon beendet. Immerhin gab es aber beim Schloßgebäude wirklich schöne und saubere sanitäre Anlagen, zudem kostenlos zu nutzen. Das war wirklich vorbildlich gelöst und kein Vergleich zu den Toilettenboxen und Dixi-Klos bei anderen Veranstaltungen. Insgesamt gesehen war der Markt trotz inhaltlicher Mängel sicherlich empfehlenswert, alleine schon wegen der einzigartigen Burg-Kulisse. Schade nur, dass ich die Burg und das darin befindliche Museum sowie den Residenzsaal nicht besichtigen konnte, da die Öffnungszeiten natürlich schon vorbei waren. Man sollte eben einen solchen Markt nach Möglichkeit bereits am Samstag oder spätestens gegen Sonntag-Mittag aufsuchen...

© by wellSPAss / familand, DE-27624 Bad Bederkesa, 23. September 2012

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